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	<title>Andy Bartsch &#8211; proplusberlin e.V.</title>
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		<title>SAVE OUR COMMUNITY &#8211; SAVE YOUR PRIDE</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jul 2021 18:22:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
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					<description><![CDATA[- unter diesem Motto hat am vergangenen Wochenende nach einem Jahr Abstinenz der CSD Berlin (oder auch: Berlin Pride) stattgefunden. Und dieses Motto ist nach den vergangenen Monaten mehr als nötig.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>von Christoph Schaal-Breite</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8230; unter diesem Motto hat am vergangenen Wochenende nach einem Jahr Abstinenz der CSD Berlin (oder auch: Berlin Pride) stattgefunden. Und dieses Motto ist nach den vergangenen Monaten mehr als nötig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Beginn der Pandemie im März 2020 steht sich unsere Community besonderen Herausforderungen – nein, besonderen Belastungen ausgesetzt. Anlaufstellen, Veranstaltungen, Schutzräume – alles, was für unsere Community so wichtig ist wurden größtenteils geschlossen. Zwar wurde versucht neue Wege zu denken und auch unter Pandemiebedingungen etwas anzubieten, aber das war kein Ersatz für all das, was in den letzten Jahren erkämpft und aufgebaut wurde. Umso wichtiger ist es, dass wir auch in diesen Zeiten auf unsere Community und somit auf jeden einzelnen Menschen zu achten. Niemand darf allein oder zurückgelassen werden. Denn noch immer ist es teilweise schwer für uns offen und frei zu leben. Wir haben noch immer nicht in allen Bereichen die gleichen Rechte wie die binär-normativ-konservative Gesellschaft. Und noch immer wird in Teilen unsere Art zu leben und zu lieben nicht anerkannt. Unsere Community wird noch immer als „Minderheit“, als exotisch, als verrückt, aber auch als ekelig, unnormal, krank angesehen. Da ist nichts zu spüren von der Gleichheit aller Menschen…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber was ist eigentlich „unsere Community“?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ui, eine schwere Frage… Unsere Community ist so vielfältig und alles andere als homogen. Wir sind LGBTIQ*+ &#8211; und alles, was dazwischen, darüber, darunter, daneben liegt. Wir sind vielfältig und bunt. Wir sind Menschen, die auf ihre Weise leben und lieben. Das entspricht vielleicht keiner Binarität, nicht der bisher gewohnten Normativität. Aber Leben ist Bewegung. Leben ist Veränderung. Und ist es nicht schöner, statt zwei Farben viel mehr Farben auf der Palette des Lebens zu haben? Ich denke schon. Denn erst so wird das Miteinander in unserer Gesellschaft spannend und interessant. Hinzu kommen dann noch viele andere Communitys, die sich unter „unserer Community“ zusammenfinden – zum Beispiel wir als Verein, der auch zur HIV-Community gehört. „Unsere Community“ vereint das vielfältige und freie Leben, das freie und offene Leben – ohne Angst und Repressalien &#8211; und den Kampf gegen Ausgrenzung, Rassismus, Sexismus, Diskriminierung und Stigmatisierung – den Kampf, dass auch uns alle Menschenrechte zugestanden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie nötig dieser Kampf noch ist zeigt die mdr-Doku „Coming out“. Hier zeigen junge Menschen, wie sie sich in den letzten Jahren als homosexuell oder transgender geoutet haben. Und teilweise ist es kaum zu ertragen, was ihnen als Reaktion entgegenschlägt. Die Doku zeigt, dass auch im 21. Jahrhundert ein Coming out noch immer nicht einfach ist. Noch immer haben junge Menschen Angst sich zu outen. Sie denken sie seien falsch, nicht normal. Sie bekommen Depressionen, versuchen sich selbst umzubringen. Weil sie einfach meinen, so wie sie seien, dürften sie nicht sein. Und das tat mir beim Schauen der Doku sehr weh.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Ich habe in meinem Leben in diesem Bereich sehr viel Glück gehabt. Egal, ob ich mich als homosexuell oder HIV-positiv geoutet habe – nie habe ich negative Reaktionen erfahren müssen. Als sehr liebevolles Beispiel ist mir meine geliebte Großmutter in Erinnerung, die auf mein Outing als schwuler junger Menschen nur meinte: „Mein Lieber, ich werde zwar alt, aber blöd bin ich noch lange nicht!“ Und sie hat mich weiter geliebt wie bisher. Das änderte sich auch nicht, als ich HIV-positiv getestet wurde. Und auch in meiner Kirche war „mein Lebensstil“ nie ein Problem. Mein Mann und ich wurden sogar kirchlich getraut. Aber diese Doku hat mir gezeigt, dass solche Reaktionen nicht selbstverständlich sind. Auch nicht in der heutigen scheinbar so aufgeklärten Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück zeigt die Doku aber auch positive Beispiele, die Hoffnung machen. Die aber auch zeigen, dass wir weiter für unsere Anerkennung, für unsere Rechte, für ein freies und selbstverständliches Leben kämpfen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein junger Mann in der Doku bringt es so schön auf den Punkt. Er sagt (in meinen verkürzten Worten), dass wir uns nicht outen um unsere Familien, die Kirchen oder die homophoben Menschen zu provozieren – sondern weil wir frei leben und geliebt werden möchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn eigentlich, so denke ich, sollte ein Outing in einer Welt voll Anerkennung und Gleichberechtigung und Akzeptanz gar nicht mehr nötig sein. Denn es sollte allen egal sein, wie wir uns fühlen, welche geschlechtliche oder sexuelle Identität wir haben, wen wir lieben. Unsere Leben sollten nichts exotisches oder sensationelles mehr sein, keine Schlagzeilen mehr wert. Um es mit Gloria Gaynor zu sagen: „I am, what I am“ – und so wie ich bin sollte ich angenommen, respektiert und als ein Teil der Gesellschaft gesehen werden. Als ein „normaler“ Teil in einer vielfältigen Gesellschaft. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Bis dahin müssen noch einige Kämpfe geschlagen, viele Vorbehalte und veraltete Einstellungen / Ansichtsweisen aus dem Weg geräumt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb ist es egal, ob zum CSD Berlin / Berlin Pride in diesem Jahr „nur“ die angemeldeten 20.000 Teilnehmenden, oder 35.000 oder 65.000 waren. Jede einzelne Stimme, die sich für Gleichheit und Anerkennung einsetzt ist eine wichtige Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir brauchen doch nur nach Polen und Ungarn schauen, was dort an Gesetzen möglich ist. Schauen wir nach Russland. Menschenverachtende Gesetze auch in Ländern, die sich Demokratien nennen. 52 Jahre nach Stonewall ist es immer noch nötig auf die Straßen zu gehen, sich der Unterdrückung und Diskriminierung entgegen zu stämmen. Und die Menschen tun dies. Auch das haben wir am vergangenen Wochenende in Budapest gesehen. Trotz der Gefahr vor Gewalt und Repressalien sind die Menschen auf die Straße gegangen, haben sich gewehrt und für Akzeptanz und Respekt ihre Stimmen erhoben, Gesicht gezeigt. Denn wir sind bunt, wir sind vielfältig, wir sind manchmal auch schrill, Glitzer und Einhörner. Aber wir sind Menschen, und keine „Pädophilen“ (wie uns das Gesetz in Ungarn bezeichnet) – und als Menschen möchten wir auch geachtet werden!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wir brauchen gar nicht über die Landesgrenzen hinausschauen. Auch in Deutschland gibt es noch viel für was gekämpft und gestritten werden muss. Auch bei uns ist „homosexuell sein“, „trans / nonbinär sein“ nicht selbstverständlich. Auch hier erleben wir noch immer Diskriminierung und Stigmatisierung, psychische und physische Gewalt. Auch in der, wie es der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller sagte, Regenbogenstadt Berlin. Und wo stehen wir mit Anerkennung und Gleichstellung, wenn sich selbst auf einem CSD Teile der Community nicht so zeigen dürfen, wie sie sind? Da gibt es noch viel zu tun! Auch unter uns selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Community“ – sie ist queer. Und dies bedeutet, dass jede*r so sein kann wie Mensch möchte. Und gerade in den letzten Tagen geht mir dieser Begriff „queer“ immer wieder durch den Kopf. Ich selbst bezeichne mich als homosexuell. Als Cis-Mann. Aber ist das schon alles? Auch ich habe viele andere Anteile noch in mir. Und habe ich mich zu Beginn selbst gar nicht unter QUEER gesehen, tue ich dies immer mehr. Denn es beinhaltet viel mehr noch und, so empfinde ich es, grenzt nichts aus (– im Gegensatz zu den Querdenkenden). Und vielleicht war es schon ein Vorzeichen, wenn ich in meinem Beruf in Berichten an die zuständige Senatsverwaltung (ohne Absicht oder Hintergedanken) statt „quer“ immer „queer“ schrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr konnte wieder ein Neustart gemacht werden. Statt Partyumzug sollte es wieder eine Demonstration sein. Und ich denke, dies ist gelungen. Und Demonstrieren und gute Laune schließen sich ja auch nicht aus. Nur müssen wir unsere Stimmen erheben – es ist nötig und wieder Zeit! Zeigen wir uns und kämpfen wir – füreinander und miteinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Be loud, be proud, be pride!</p>



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		<title>DÖAK 2021 &#8211; ein kleiner Rückblick</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Mar 2021 16:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr hat der DÖAK (Deutsch-Österreichische-AIDS-Kongress) anders als gedacht stattfinden müssen. Ursprünglich wollten sich die Fachmenschen im Bereich HIV und Aids &#8211; Ärzt*innen, Forscher*innen, Aktivist*innen, Menschen mit HIV &#8211; in München treffen und sich austauschen. Doch SARS-CoV-2 hat dies nicht zugelassen, so dass sich die Teilnehmenden von Donnerstag bis heute digital getroffen und ausgetauscht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der herausfordernden Bedingungen des Kongressen waren diese drei Tage aber Tage, in denen sich in großen Teilen alle Fachmenschen auf Augenhöhe und gleichberechtigt begegnen sind. In Bezug auf die Abschaffung von Diskriminierung und Stigmatisierung, den intersektionalen Blick auf alle Menschen im Bereich HIV und Aids, unseren Einbezug in die medizinische Behandlung und Forschung und vieles mehr haben wir natürlich noch einige Arbeit vor uns. Aber, so mein Eindruck, in vielen Ärzt*innen scheinen wir Unterstützer*innen zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Indiz dafür ist das Interesse der Ärzteschaft an den Workshops, Campfire und Beiträgen der Community auf dem DÖAK. In allen Community-Workshops, an denen ich teilnehmen konnte, waren weit mehr als 80 Teilnehmende. Im Campfire &#8222;Trans&#8220;, geleitet von Alexander Hahne, wurden viele Fragen auch von Ärzt*innen gestellt. Es scheint also auch von Seiten der Wissenschaft Bedürfnisse an uns zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber trotz allen positiven Beiträgen wurden natürlich auch Defizite wieder deutlich. Wir alle, und damit meine ich nicht nur die Ärzt*innen und Forscher*innen, sondern auch uns als Gesamtheit der HIV-Community, müssen über unseren eigenen Tellerrand blicken. Wir müssen auch die Menschen, deren Community nicht so groß ist, mitnehmen und dürfen sie nicht vergessen. Und wir müssen mehr Offenheit zeigen &#8211; und Solidarität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solidarität? Auch darüber ging es in einem der Community-Workshops. Leider nur am Rand, denn irgendwie hätten wir in allen Community-Veranstaltungen mehr Zeit gebrauchen können. Solidarität hat nichts mit &#8222;alle gleich machen&#8220; zu tun. Alle müssen das Gleiche machen, gleich handeln. Solidarität, so ist meine Definition nach diesem Workshop, ist, wenn jeder Mensch die eigenen Grenzen und Bedürfnisse wahrnimmt und innerhalb dieser handelt &#8211; und die Grenzen und Bedürfnisse des Gegenüber akzeptiert. Nur so können wir gemeinsam leben &#8211; und insbesondere durch diese Zeit der SARS-CoV-2-Pandemie kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten ist bei mir hängengeblieben, dass ich selbstverständlicher positiv leben möchte. Dass ich selbstverständlich als &#8222;er/ihn&#8220; leben will und mehr auf Gender achten möchte, gerade auch in meiner Sprache. Und ich weiter aktiv und aktivistisch tätig sein möchte. Schließlich haben wir, trotz der Errungenschaften der letzten Jahrzehnte, noch einiges an Arbeit vor uns&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und obwohl der DÖAK statt als Präsenzveranstaltung online stattfinden musste bin ich erstaunt, wie gut der Austausch gelungen ist. Und es war sehr schön einige Gesichter und Stimmen nach so langer Zeit mal wieder zu sehen und zu hören! 🙂</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" data-attachment-id="4642" data-permalink="https://proplusberlin.com/doeak-2021-ein-kleiner-rueckblick/bildschirmfoto-2021-03-27-um-12-51-14/" data-orig-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?fit=2001%2C978&amp;ssl=1" data-orig-size="2001,978" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Bildschirmfoto 2021-03-27 um 12.51.14" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?fit=960%2C469&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=256%2C125&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4642" width="256" height="125" srcset="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=1024%2C500&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=300%2C147&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=768%2C375&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=1536%2C751&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=1160%2C567&amp;ssl=1 1160w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?w=2001&amp;ssl=1 2001w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein sehr guter Beitrag und als Beispiel für das, was noch an Arbeit vor uns liegt, war die Rede von Nicole Kamga in der Plenarveranstaltung am Samstag &#8211; die hier abschließend nun zu lesen ist:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;<strong>Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen, dass Sie mir heute morgen Ihre Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Ich möchte Ihnen Einblicke geben in das Problem der Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen der Migranten-Community, insbesondere der HIV-Positiven People of Color, denn ich bin Teil dieser Community.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich möchte mit Ihnen dieses Thema näher betrachten und über Lösungen nachdenken. Dabei werde ich von einem Projekt berichten, an dem ich teilgenommen habe: positive stimmen. Das Ziel dieses Projekts ist es, die unterschiedlichen Formen von Stigmatisierung und Diskriminierung zu erfassen, die Menschen mit HIV erleben. Dafür haben wir im vergangenen Jahr in ganz Deutschland Daten erhoben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Positive Stimmen ist ein partizipatives Projekt. Es wird hauptsächlich von Menschen mit HIV getragen und umgesetzt. Durch die Beteiligung von Menschen mit HIV lässt sich besser herausfinden, in welchen Bereichen die Integration von Menschen mit HIV nicht gelingt und was die Gesellschaft falsch macht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diese Erfassung wird hoffentlich einige Verbesserungen des Systems ermöglichen. Vielleicht wird das Bild dekonstruiert, wonach HIV Angst oder sogar Ekel hervorruft. Denn solche Bilder zerstören uns!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Es kostete mir viel Mut, an diesem Projekt teilzunehmen. Auch ich selbst bin erst seit 2017 HIV-positiv. Aber ich habe es geschafft. Ich wurde als Interviewerin geschult und habe 30 Personen interviewt, darunter viele Migranten. Den Mut, den ich brauchte um bei den Positiven Stimmen mitzuwirken brauche ich auch heute, um vor Ihnen zu sprechen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aber durch die Interviews habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sehr vielen Menschen nicht so geht wie mir. Sie reden nicht über HIV. Viele tun sich sehr schwer damit, mit ihrer Familie über ihre HIV-Infektion zu sprechen, und noch mehr mit Freunden selbst innerhalb der Migranten-Community. Der Grund, warum sie sich bei mir geöffnet haben, ist, dass ich selber positiv bin, und zwar im doppelten Sinne!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich möchte mit Ihnen über Migranten in Deutschland sprechen. In meinen Interviews ist mir aufgefallen, dass es für sie noch viel schwieriger ist, über HIV zu reden. Sie ziehen sich oft zurück und tun alles was sie können, um ihr Status vor Anderen so lange wie möglich geheim zu halten. Sie wollen mit niemanden darüber sprechen, erst recht nicht in der Öffentlichkeit. An erster Stelle haben sie Angst vor der Reaktion der Familie. An zweiter Stelle fürchten sie die Reaktion der Mitglieder der eigenen Community. Sie haben Schuldgefühle,&nbsp;&nbsp;Angst vor Ausgrenzung und manchmal sogar Ekel.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich habe das Glück eine Familie zu haben, die für mich da ist – sei es in Deutschland oder in meinem Heimatland Kamerun. Das ist aber nicht für alle der Fall. Viele HIV-positive Migranten sind einsam.Sie sprechen oft kein Deutsch. Sie haben es schwer sich auszudrücken und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Für sie ist es noch schwerer, die neueLebensbedingung „HIV“ zu bewältigen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Frau, die ich interviewt habe, hat mir erzählt, dass sie bei der Geburt ihrer Tochter vom medizinischen Personal wegen ihrem HIV-Status in Quarantäne gestellt wurde. Sie wurde komplett isoliert. Die Ärzte oder Schwestern, die sie in ihr Zimmer besuchten, hatten einen Ganzkörper-Schutzanzug an. Stellen Sie sich vor, wie eine solche Erfahrung sich für Menschen anfühlt, die die Sprache des Landes nicht sprechen aber denken, sie wären in einem modernen und entwickelten Land!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einerseits wird uns durch die erfolgreiche Therapie ein „normales“ Leben ermöglicht…Aber andererseits passieren solche Dinge, die alles andere als „normal“ sind. Solche Geschichten machen z.B. Menschen wie mir Angst, Kinder zu bekommen. Wann wird es enden?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Trotz den wissenschaftlichen Fortschritten, der Lebenserfahrung und der inzwischen guten Gesundheit von Menschen mit HIV haben die deutsche Bevölkerung und das deutsche Gesundheitspersonal Vorurteile.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Bereich Gesundheit und ist für alle Menschen wichtig, aber für chronisch Kranke ganz besonders. Doch das Gesundheitswesen ist der Bereich, wo die meisten Diskriminierungen von Menschen mit HIV berichtet werden. Das führt bei vielen Personen dazu, dass sie ihr HIV-Status im Gesundheitswesen nicht mehr preisgeben. Genau das haben wir bei Positive Stimmen abgefragt.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Ergebnis : jede vierte Person hat geantwortet, dass sie ihr HIV-Status grundsätzlich&nbsp;nicht&nbsp;offenlegt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kann das die Lösung sein? Sicher nicht! Aber es ist eine verständliche Reaktion, wenn Menschen immer wieder schlechte Erfahrungen machen und handfeste Diskriminierung im Gesundheitswesen erleben.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diese Erfahrungen führen zu schweigen aber nicht nur im Gesundheitswesen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Viele Menschen mit HIV – auch weiße und Deutsche – trauen sich nicht, über ihre HIV-Infektion zu sprechen. Unter den Befragten der Peer-To-Peer Befragung Positive Stimmen sagen 70% „Es ist schwierig, anderen von meiner HIV-Infektion zu erzählen“ und 63% verstecken ihr Status grundsätzlich vor anderen.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie kann man all das erklären? Was können wir tun, um es zu ändern? Durch welche politischen Maßnahmen kann mehr Akzeptanz erreicht werden? Das sind die Fragen, die ich mir stelle und die ich Ihnen stelle…&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Lösungsansatz ist vielleicht die Geduld. Bei vielen Menschen mit HIV, gerade bei Migranten, ist der Arzt oder die Ärztin die einzige Person, mit der sie über HIV sprechen können. Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass die Ärzte ihren Patienten&nbsp;Zeit&nbsp;geben. Menschen müssen spüren, dass hier ein Ort ist, wo sie ohne Druck ihre Fragen und Zweifel über die Infektion loswerden können.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Außerdem wünsche ich mir mehr Räume für Menschen mit HIV, insbesondere Migranten. Damit meine ich Räume für Austausch und Vernetzung. Denn wie wir wissen: nur wenn wir uns frei fühlen, darüber zu sprechen, können wir diese Erfahrung zu bewältigen! Und zwar Räume nach unserer Art. Damit meine ich nicht nur das Essen und die Stimmung, die bei uns eine Voraussetzung für ein gelungenes Treffen sind.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Migranten sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Macht nicht Dinge für uns, sondern lasst uns in eure Strukturen rein, damit&nbsp;wir&nbsp;Dinge&nbsp;für uns&nbsp;tun. Genauso wie bei den positive stimmen Positive Positive befragen. Wir müssen in die Strukturen mit reingenommen werden. Es reicht nicht zu sagen „Wir haben für euch was geplant“, wir wollen Teil des Aidshilfe-Systems sein!&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich bin eine schwarze Frau und habe meine Diagnose im Jahre 2017 bekommen, als ich schon seit 3 Jahren in Deutschland lebte. Die Anfänge waren sehr schwer, weil ich mich schämte und Angst vor der Reaktion der Leute hatte.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aber dank der Treffen, an denen ich teilgenommen habe, (insbesondere bei Pro-Plus-Hessen)habe ich die Kraft und den Mut gefunden, mit meiner Familie und meinen Freunden über meine HIV-Infektion zu sprechen. Dieses „Coming Out“ war bei mir keine schlechte Erfahrung, im Unterschied zu manchen Anderen, die nach ihrem Outing ausgegrenzt werden. Ich bin zwar noch nicht so weit, dass ich in meiner Community lautstark verkünde, dass ich mit HIV lebe. Aber ich sage es jeder Person, die bereit ist, mir zuzuhören, ob sie aus meiner Community kommt oder nicht.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Heute kann ich sagen, ich lebe gut mit meinem Status. Ich möchte die Anderen ermutigen, wie ich zu leben – selbstbewusst und mutig.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aber ich möchte vor allem von der Gesellschaft 3 Dinge fordern:&nbsp;<br>&#8211; Mehr Austausch- und Community-Räume für Menschen aus unterschiedlichen Gruppen<br>&#8211; Mehr Geduld und Zuhören seitens des Medizinpersonals<br>&#8211; Mehr Bildung und Aufklärung, insbesondere zu HIV und die Nicht-Übertragbarkeit, in der Allgemeinbevölkerung aber auch, noch wichtiger, im Gesundheitswesen.</strong>&#8222;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem ist nichts mehr hinzuzufügen&#8230;</p>
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		<title>„Was sind das für Zeiten…“</title>
		<link>https://proplusberlin.com/was-sind-das-fuer-zeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2020 07:59:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[CSD Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[CSD2020]]></category>
		<category><![CDATA[FlaggeZeigen]]></category>
		<category><![CDATA[Pride]]></category>
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					<description><![CDATA[Was sind das für Zeiten, in denen wir gerade leben!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">     Was sind das für Zeiten, in denen wir gerade leben!</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Dezember 2019 &#8211; ein Virus kommt in China auf. Weit weg. Ich fragte mich, was mich das tangiert. Und dann, Mitte März 2020 &#8211; Lockdown. Der Virus mit Namen COVID-19 ist nun auch in Deutschland angekommen. Und alles wird dicht gemacht und runtergefahren. Geschäfte müssen schließen, nur die lebensnotwendigen bleiben mit Auflagen geöffnet. Kindergärten, Schulen, Theater, Kinos, Restaurants, Fitnessstudios und vieles vieles mehr &#8211; geschlossen. Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen. Die Straßen sind fast wie ausgestorben. Ich erinnere mich, dass (als kurze Aufenthalte draußen erlaubt wurden) ich mit meinem Mann mit den Rädern durch Berlin gefahren bin. Wir waren am Brandenburger Tor &#8211; und wir waren die einzigen Menschen dort. Was für ein Gefühl &#8211; herrlich und beängstigend. Das Brandenburger Tor so leer? Ja, Reisen sind auch nicht mehr möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Aber nicht nur das öffentliche, auch das aktivistische Leben kommt größtenteils zum Erliegen. Unseren Stammtisch mussten wir absagen. Unsere Mitgliederversammlung konnten wir nicht durchführen. Veranstaltungen und Kongresse (wie die PoBe) fielen und fallen aus. Alles fiel irgendwie in den Dornröschen-Schlaf. Nichts mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Nichts mehr? Vieles kam zwar zum Erliegen und konnte / kann nicht stattfinden, aber so ganz aktivistisch untätig waren wir von <strong><em>pro plus berlin e.V.</em></strong> seit März nicht. So haben wir weiter mit an der Zukunft von AktHIV.de gearbeitet. Wir konnten die medizinischen Infoveranstaltungen, die für das Frühjahr angedacht waren, für den 24.10. und 29.11. weiter planen und festmachen. Über die jährliche Fahrradtour am 19.09. wurde sich Gedanken gemacht. Der Welt-Aids-Tag konnte auch wieder im Chamäleon festgemacht werden. Und noch manch „Großes“ mehr konnten wir bewegen, über das wir zu gegebener Zeit berichten werden. Nichts mehr? Ihr seht, so ganz stimmt das für uns nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Und zum Glück ändern sich die Zeiten ja auch wieder. Mehr und mehr werden Auflagen gelockert und öffentliches wie aktivistisches Leben wieder mehr und mehr möglich. So kann seit dem 09.06. unser Stammtisch im Kurhaus Korsakow mit gebührenden Abstand (von 1,5m) wieder stattfinden. Nach aktueller Lage können wir eben die Fahrradtour wie auch die medizinische Infoveranstaltung durchführen. Und zum 3. Netzwerketreffen im Oktober in München sind wir auch schon angemeldet. Langsam, aber sicher, werden wir wieder aktiver.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Und das ist auch gut so und notwendig &#8211; denn noch immer ist der Kampf gegen Diskriminierung und Stigmatisierung nötig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Aber nicht nur Covid-19 hielt in dem ersten Halbjahr des Jahres die Welt im Griff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Am 25.05.2020 starb George Floyd unter grausamen und rassistischen Umständen und der Welt wurde deutlich &#8211; neben Diskriminierung und Stigmatisierung ist auch Rassismus ein großes Problem, auch in unserer Gesellschaft noch. Wenn man COVID-19 etwas Gutes abgewinnen will, dann hat es Menschen trotz SocialDistancing und Abstandsregeln näher zusammengebracht. Nachbarn kümmerten und interessierten sich plötzlich füreinander, Freundschaften und Kontakte wurden gewissenhafter gepflegt. Aber Rassismus, er will spalten. Er will Menschen einteilen &#8211; in gut und schlecht. Er will ausgrenzen und, im extremsten Fall, vernichten. Er löscht Leben aus &#8211; wie das von George Floyd.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; In unserer Satzung steht zwar, dass unser Hauptziel die Verringerung von Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV ist. Aber bei Rassismus sollten und können wir die Augen nicht verschließen. Und wir als <strong><em>pro plus berlin e.V.</em></strong> stehen natürlich hinter unserem Hauptziel, aber wir stellen uns auch gegen jegliche andere Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen und gegen Rassismus! Wir sind alles Menschen mit gleichen Rechten und Pflichten! Und niemand ist besser oder schlechter als ein anderer Mensch! Ich halte es da mit Sebastian Pufpaff: Es gibt nur zwei Sorten von Menschen &#8211; Menschen und Arschlöcher. Und, meine persönliche Meinung, damit hat er recht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Derzeit gibt es ja auch in unserer Berliner Szene eine Auseinandersetzung mit verstörenden Äußerungen. Die eine Seite sagt es ist Satire und künstlerische Freiheit, die andere Seite nennt es Rassismus. Und wieder wäre zu diskutieren, ob Satire alles darf…</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Meine Meinung dazu ist, dass man in diesen Zeiten, in denen sich Menschen, die offensichtlich immer wieder hinter „missverstandenen Äußerungen“ verstecken, diese dazu nutzen ihren Hass, ihren Rassismus und auch Sexismus einfach nur zu verbreiten, die Menschen spalten und nieder machen wollen, auch in der Satire &#8211; oder in welcher Form auch immer &#8211; seine Worte gut wählen muss. Denn Menschen, die eh schon Rassisten etc. sind, werden dies als Bestätigung sehen. Und manchmal ist es besser seine Meinung nicht zu verklausulieren, sondern mit direkten und einfachen Worten Diskriminierung, Stigmatisierung, Rassismus und Sexismus zu benennen. Dem Hass und dem negativem (braunen) Gedankengut klar und deutlich etwas entgegenstellen &#8211; deutlich und unmissverständlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Und ich glaube, es würde sich lohnen auch mal über Diskriminierung, Stigmatisierung, Rassismus und Sexismus innerhalb unserer eigenen Community zu sprechen…</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Diese Diskussion hängt nun aber auch über dem CSD, der am heutigen Tag durch die Straßen Berlins ziehen sollte und nun digital stattfinden wird. &#8211; „Don’t hide your Pride“ &#8211; ein Motte, dass zweifach zu verstehen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Trotz aller auch positiven Veränderungen für die Community ist es auch 2020 noch wichtig Flagge zu bekennen und Missstände anzusprechen. Noch immer gibt es homophobe Übergriffe. Noch immer ist ein homosexuelles Leben nicht von allen Menschen akzeptiert und wird nicht als selbstverständlich angesehen. Noch immer müssen wir für Anerkennung und Gleichberechtigung kämpfen. Und nicht nur wir Homosexuellen. Dazu kommen all die Menschen und ihre Bedürfnisse, die auch zu den Farben des Regenbogen gehören: Trans*Menschen, homosexuelle Lehrer*innen, Sexarbeiter*innen, dazu die Abschaffung von Markierungen des HIV-Status beispielsweise in Krankenakten, queere Familien und und und… Deswegen müssen wir auch 2020 noch auf die Straße gehen und dürfen unseren „Pride“ (CSD) nicht verstecken! Natürlich, digital hat es keine so große Wirkung als wie wenn tausende von bunten Menschen durch die Straßen ziehen. Aber digital ist besser als gar nichts zu machen. Und es ist ja auch nicht so, dass gar nichts stattfindet. Schon am 27.06. fand ein alternativer CSD auf den Straßen Berlins statt. Und heute geht der Dyke March auch in der realen Welt durch die Straßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Aber nicht nur unseren „Pride“, sondern auch unseren Stolz dürfen wir nicht verstecken! Denn egal wer oder was oder wie wir sind, so wie wir sind, in all unserer Verschiedenheit, in all den Farben und deren Nuancen des Regenbogens, sind wir gut! Sind wir wertvoll! Sind wir Menschen! Und wir dürfen stolz darauf sein wer oder was oder wie wir sind! &#8211; Und ist es nicht viel schöner in einer bunten Welt zu leben als in einer Welt von schwarz / weiß (oder noch schlimmer: braun)?</p>



<p class="wp-block-paragraph">     „Don’t hide your Pride“ &#8211; verstecken wir uns also nicht und sind stolz auf unsere Vielfalt!</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Was sind das für Zeiten, in denen wir gerade leben!</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Mal schauen, was 2020 noch bringen wird. Aber egal was da kommen wird, lasst uns dabei weiter aufmerksam sein, aufeinander achten und wachsam sein. Zum einem, weil trotz aller Lockerungen, die Pandemie noch nicht vorbei ist. Zum anderen, damit wir Diskriminierung, Stigmatisierung, Rassismus und Sexismus keinen Raum geben und entschieden etwas dagegen stellen &#8211;<strong> „DON’T HIDE AND TAKE AWAY OUR HUMAN RIGHTS!“</strong></p>
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		<title>„Ich bin HIV-positiv und kann Sex ohne Kondom haben.“</title>
		<link>https://proplusberlin.com/ich-bin-hiv-positiv-und-kann-sex-ohne-kondom-haben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2019 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[#wissenverdoppeln]]></category>
		<category><![CDATA[01.12.]]></category>
		<category><![CDATA[WAT]]></category>
		<category><![CDATA[WeltAidsTag]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ich bin HIV-positiv und kann Sex ohne Kondom haben.“ Kann man das sagen? Was ist das für ein Unsinn? Ist das nicht fahrlässig und unverantwortlich? Um es kurz zu machen: Ja, das kann man sagen! Es ist kein Unsinn! Und es ist weder fahrlässig noch unverantwortlich - denn Schutz durch Therapie ist eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache! Und ich stehe zu diesem Satz - denn ich habe ihn gesagt.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Kann man das sagen? Was ist das für ein Unsinn? Ist das nicht fahrlässig und unverantwortlich?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um es kurz zu machen: Ja, das kann man sagen! Es ist kein Unsinn! Und es ist weder fahrlässig noch unverantwortlich &#8211; denn Schutz durch Therapie ist eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache! Und ich stehe zu diesem Satz &#8211; denn ich habe ihn gesagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie kam es zu diesem Satz?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe in diesem Jahr die Ehre zum heutigen Welt-Aids-Tag eins der vier neuen Kampagnenmodelle für #wissenverdoppeln zu sein. 2018 startete die Kampagne und wurde so gut angenommen, dass sie in diesem Jahr fortgesetzt wird. Und ich habe mich mit meiner Geschichte dafür zur Verfügung gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was will #wissenverdoppeln? Welches Wissen soll verdoppelt werden? Es geht darum, dass die Botschaft, dass HIV unter Therapie NICHT übertragbar ist, weiter gesagt wird. Denn leider wissen nur circa 10% der Menschen in Deutschland davon. Und das wollen wir (die Deutsche Aidshilfe und wir Kampagnenmodelle) ändern. Aus 10% sollen 20% werden &#8211; eine Verdoppelung. Und aus 40% dann 80% &#8211; bis es alle Menschen wissen: HIV-Medikamente verhindern die HIV-Übertragung. Denn wenn das Virus unter einer erfolgreichen HIV-Therapie nicht mehr im Blut nachweisbar ist, dann ist es auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragbar. Und das ist kein Wunschdenken, das ist wissenschaftlich erwiesen. Und dieses Wissen bedeutet eine Erleichterung für Menschen mit HIV und ihre Partner*innen und hilft nicht nur unbegründete Ängste, sondern auch Zurückweisung und Diskriminierung abzubauen. Umso wichtiger ist es, dass sich das Wissen um die Nichtübertragbarkeit mehr und mehr verdoppelt! Und ich trage meinen Teil dazu bei!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ist der Satz „… und kann Sex ohne Kondom haben“ nicht zu provokativ?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, ob man den Satz so nehmen und ohne weitere Erläuterung stehen lassen kann. Denn ich weiß, dass ich damit nicht nur etwas intimes von mir preisgebe, sondern auch Menschen unter Umständen provoziere. Ich gebe preis, dass ich Sex ohne Kondom bevorzuge. Ich liebe es leidenschaftlich und mein Gegenüber mit jedem Zentimeter des Körpers zu spüren &#8211; ohne etwas materielles dazwischen. Aber ich stelle mich auch darauf ein, dass sich Menschen provoziert fühlen, mir Vorwürfe machen werden. Sie mich als unverantwortlich und Gefahr bezeichnen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieso sich Menschen provoziert fühlen können? Aus Unwissenheit. Weil sie nicht wissen, dass sich im letzten Jahrzehnt einiges im Bereich HIV und Sexualität geändert hat. Und dass sich Safer Sex geändert hat… Bin ich unverantwortlich und eine Gefahr? NEIN!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der ersten Veröffentlichung zur Nichtübertragbarkeit von HIV unter einer erfolgreichen HIV-Therapie 2008 durch die damalige Eidgenössische Kommission für Aids-Fragen in der Schweiz haben sich bis heute drei Möglichkeiten des Safer Sex entwickelt &#8211; das Kondom, die PrEP und der Schutz durch Therapie. Alle drei Möglichkeiten sind sichere Schutzmaßnahmen vor der Infektion mit dem HI-Virus. Und ich praktiziere Schutz durch Therapie. Ich nehme täglich meine Medikamente ein und dadurch ist der Virus in meinem Blut nicht mehr nachweisbar &#8211; ich bin unter der Nachweisgrenze. Und dadurch kann sich niemand bei mir mit HIV anstecken &#8211; und ich kann auf die Benutzung des Kondoms verzichten. Das ist meine Entscheidung! Und jeder kann für sich die geeignete und passende Schutzmöglichkeit nutzen. Dazu müssen die Menschen nur wissen, was die Übertragungswege von HIV und die passenden Schutzmaßnahmen sind&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte dieses Wissen um die Nichtübertragbarkeit von HIV verdoppeln und zeige deshalb mein Gesicht. Und ja, vielleicht provoziere ich mit meiner Aussage auch ein wenig, aber vielleicht können wir darüber endlich wieder ins Gespräch über HIV kommen &#8211; und dadurch Vorurteile und Diskriminierung / Stigmatisierung abbauen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nichtübertragbarkeit ist wissenschaftlich bewiesen, ich bin unter der Nachweisgrenze &#8211; deswegen kann ich guten Gewissens auf ein Kondom verzichten. &#8211; Aber eins möchte ich noch anmerken: Ich beziehe mich hier nur auf den Schutz vor HIV. In Bezug auf Geschlechtskrankheiten bedarf es weiterhin der persönlichen Risikobewertung und des individuellen Schutzes. Das war auch beim Kondom schon immer so. Denn auch dies ist bei Geschlechtskrankheiten nicht 100%ig sicher &#8211; oder blässt / leckt jeder von den werten Leser*innen mit Kondom*Femidom? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Lasst uns miteinander reden und das Wissen verdoppeln: Wenn HIV nicht mehr nachweisbar ist, ist es auch nicht übertragbar!</p>
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		<title>Safer Sex 3.0 &#8211; aus dem Fachtag der Deutschen Aidshilfe 2019</title>
		<link>https://proplusberlin.com/safer-sex-3-0-aus-dem-fachtag-der-deutschen-aidshilfe-2019/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Nov 2019 08:20:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Safer Sex 3.0]]></category>
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					<description><![CDATA[Safer Sex 3.0 - unter diesem Titel fand am 08./09.11. diesen Jahres der Fachtag der Deutschen Aidshilfe in Berlin statt. Safer Sex 3.0? Eine neue Strategie? Ist das was digitales? Nein, es bringt Safer Sex im Jahr 2019 auf den Punkt. Worum ging es?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Safer Sex 3.0 &#8211; unter diesem Titel fand am 08./09.11. diesen Jahres der Fachtag der Deutschen Aidshilfe in Berlin statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Safer Sex 3.0? Eine neue Strategie? Ist das was digitales? Nein, es bringt Safer Sex im Jahr 2019 auf den Punkt. Worum ging es?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ging um vielseitige Betrachtungsweisen von Safer Sex &#8211; aber allen ist eins gemein: Es geht um den Dreiklang der verschiedenen Safer Sex &#8211; Strategien: das Kondom, die PrEP und Schutz durch Therapie. Drei unterschiedliche Schutzmöglichkeiten &#8211; und alle sind gleichberechtigt und gleichwertig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Safer Sex war schon immer mehr als nur ein Kondom. Man denke nur an den „coitus interuptus“. Aber in den letzten Jahrzehnten wurde Safer Sex sehr stark mit dem Kondom verbunden. Doch Safer Sex 3.0 ist mehr &#8211; in Bezug auf HIV. Dies muss immer wieder benannt werden. Denn Geschlechtskrankheiten (STIs) benötigen andere Schutzmaßnahmen. Und das Kondom war hier nie so sicher wie in Bezug auf HIV. Mit Safer Sex 3.0 geht es darum HIV &#8211; Neuinfektionen zu verringern. Und die Zahlen zeigen, dass dem so ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Safer Sex ist nicht gleich Safe Sex &#8211; einen hundertprozentigen Schutz vor STIs wird es nicht geben. Es geht darum, dass nun jeder Mensch (und dies beinhaltet unter anderem Cis-Menschen, Trans-Menschen, nonbinäre-Menschen) aus drei Möglichkeiten, die quantitativ und qualitativ gleichwertig sind, auswählen kann, wie er*sie sich vor HIV schützen möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die IWWIT &#8211; Kampagne mit gleichem Titel, die auf dem Fachtag nochmal vorgestellt wurde, verwendet die drei Möglichkeiten in ihren Publikationen immer gemeinsam und nie getrennt. Selbst, wenn nur eine Maßnahme vorgestellt wird, die anderen zwei Möglichkeiten sind immer sichtbar. Und IWWIT bringt die drei Möglichkeiten mit verständlichen Assoziationen gut rüber: den Schutzengel (den Schutz durch Therapie), den Vorausdenker (den PrEP-User) und den Klassiker (das Kondom). Keins ist besser, keins ist schlechter. Und jede*r kann die für sie*ihn angemessene Möglichkeit wählen. Und jede*r darf sich dafür entscheiden, wofür sie*er möchte. Denn, so bringt es IWWIT auf den Punkt: „Meine Wahl. Dein Respekt.“ &#8211; denn jeglicher Schutz verdient Respekt! (Umgekehrt gilt aber ebenso: Deine Wahl. Mein Respekt.) Denn leider ging es auf dem Fachtag auch um ein Thema: Blaming und Shaming. Und das sowohl für Menschen die Schutz durch Therapie praktizieren (Vorwurf: Virenschleudern), für die PrEP-User (Vorwurf: Schlampen), wie auch für Kondom-User (Vorwurf: das Kondom ist doch veraltet). Hier bedarf es, wie gerade schon erwähnt, des gegenseitigen Respekts. PrEP-User sind nicht gedankenlos und unverantwortlich. Menschen mit Schutz durch Therapie stellen kein Risiko dar. Und Kondom-User sind keine „letzten Mohikaner“. Menschen mit biochemischen Schutzmaßnahmen (= PreP und Schutz durch Therapie) sind keine „Kamikaze“-Ficker. Jede*r muss für sich selbst entscheiden, wie sie*er sich schützen möchte &#8211; und alle drei Schutzmöglichkeiten sind gleich gut und haben ihre Berechtigung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den aufmerksamen Leser*innen wird aufgefallen sein, dass ich gerade an zwei Punkten nicht korrekt gegendert habe &#8211; ich erwähnte PrEP-USER und Kondom-USER. Und das bewusst. Denn auf dem Fachtag ging es auch in Bezug auf Safer Sex 3.0 um die Möglichkeiten für unter anderem Cis-Frauen, Trans-Menschen und nonbinäre-Menschen und deren Bedarfe. Denn sie werden in den Diskussionen und Publikationen, in den Studien kaum bis gar nicht beachtet. Frauen (sowohl Cis- wie auch Trans-Frauen) wird generell Sexualität und Lust daran abgesprochen. Trans- und nonbinäre-Menschen wegen angeblicher Probleme mit der Hormonbehandlung ausgeklammert. Doch dies ist ein Fehler! Denn auch Cis- und Trans-Frauen, wie auch allgemein Trans- und nonbinäre Menschen können die PrEP (unter Berücksichtigung der Einnahmevorgaben) effektiv nehmen. Und neben dem Kondom gibt es auch das Femidom. Alle Teilnehmenden wünschen sich, dass auch die PrEP-Userinnen und Kondom/Femidom-Userinnen mehr und mehr Beachtung finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In allen Diskussionen wurde, wie schon erwähnt, darauf hingewiesen, dass sich Safer Sex 3.0 auf HIV bezieht. STIs bedürfen einer separaten Betrachtung und müssen von Sexualkontakt zu Sexualkontakt neu abgewogen und bewertet werden. Eins wurde aber sehr deutlich angesprochen: Früher wurde HIV dramatisiert. Es war das „Feindbild“, gegen das man etwas unternehmen musste. Mit den wissenschaftlichen Studien zum Schutz durch Therapie und der PrEP-Nutzung verliert HIV aber mehr und mehr das Drama und seinen Schrecken. Nun dürfen den STIs nicht dieses Drama zugeschrieben werden &#8211; „Aber man muss doch&#8230;“, „Jetzt werden sich die STIs verbreiten&#8230;“&#8230; Nein! STIs sind nicht zu verharmlosen, definitiv. Aber man muss ihnen auch nicht einen Schrecken geben, der nicht angemessen ist. Denn es gab noch nie Schutzmaßnahmen, die hundertprozentig vor STIs geschützt haben. Schon immer gab es ein „Restrisiko“ und schon immer musste jede*r für sich selbst abwägen, ob eine Ansteckung möglich ist oder nicht. Und die Fallzahlen zeigen deutlich, dass die Häufigkeit von STIs durch die biochemischen Schutzmaßnahmen nicht gestiegen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Bestandteil des Fachtages war ein Workshop, in dem es um den Umgang mit kritischen Fragen bezüglich der PrEP, des Schutz durch Therapie und Co. sowohl in der Öffentlichkeitsarbeit, wie aber auch im privaten Umfeld ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich gibt es kein Patentrezept. Es konnten aber einige Grundregeln und Formulierungen zusammengetragen werden. Dies alles hier wieder zu geben würde diesen Artikel sprengen. Aber es lässt sich eins hier festhalten: Es kommt auf die Sprache an! Wir müssen darauf achten wie wir Worte verwenden. Als Beispiel: Sex mit Schutz durch Therapie ist kein ungeschützer Sex &#8211; es ist kondomloser Sex; ein riesiger Unterschied. So können wir schon durch unsere Wortwahl und Formulierungen für Klarheit schaffen und den Menschen vielleicht den Sinn und Nutzen von Safer Sex 3.0 näher bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fachtag war vielfältig und voll mit Erkenntnissen. Es wurden aber auch die Dinge angesprochen, bei denen wir noch dringend Handlungsbedarf haben. Die Zeit verging ziemlich schnell und man hätte noch mehr Zeit mit Gesprächen und Diskussionen füllen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Schluss möchte ich einen Kommentar stehen lassen, der die weiteren Chancen von Safer Sex 3.0 beleuchtet: Safer Sex 3.0 ist dieMöglichkeit auf ein selbstbestimmte und lustvolles Sexleben!<br></p>
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		<title>Gedanken zu 50 Jahre Stonewall</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jun 2019 08:34:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Stonewall]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Schwulen, Transvestiten und DragQueens hatten die Schnauze voll. Sie wollten die schikanösen Razzien nicht mehr hinnehmen. Seit langer Zeit wurden auch die Gäste des Stonewall Inn in der Christopher Street schikaniert und diskriminiert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">28.Juni1969</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachts, 1.20Uhr. Die Schwulen, Transvestiten und DragQueens hatten die Schnauze voll. Sie wollten die schikanösen Razzien nicht mehr hinnehmen. Seit langer Zeit wurden auch die Gäste des <em>Stonewall Inn</em> in der Christopher Street schikaniert und diskriminiert. Razzien fanden ohne Grund statt und die Gäste wurden polizeilich erfasst. Es kam zu gewaltsamen Übergriffen. Teilweise zu Verhaftungen und Anklagen wegen „anstößigen Verhaltens“. Wieso? Weil die Menschen im <em>Stonewall Inn </em>anderes waren. Aber in dieser Nacht brachte der eine Tropfen das Fass zum Überlaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als es wieder zu einer Razzia im <em>Stonewall Inn</em> kommen sollte wollten sich die Schwulen, Transvestiten und DragQueens nicht mehr so behandeln lassen &#8211; und sie wehrten sich. Zum ersten Mal in der Geschichte erhoben die Homosexuellen nicht nur ihre Stimme, sondern widersetzten sich auch körperlich der Willkür und den Schikanen der Polizei. Es kam zu Auseinandersetzung, Straßenkämpfen und Aufständen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war der Anfang einer homosexuellen Bewegung, einer queeren Community, die sich ein Jahr später mit einem Marsch von Greenwich Village zum Central Park die Tradition des Christopher Street Days / Gay Prides gab. Es war der Beginn einer Bewegung, in der Menschen die „anders lieben“ und „anderes waren“ für ihre Liebe und ihr Leben anfingen zu kämpfen. Schwule, Transvestiten und DragQueens fingen an stolz zu sein &#8211; auf sich, ihre sexuelle Orientierung und ihren &#8211; ganz persönlichen &#8211; Lebensstil. Es bildete sich eine Community, die eins vereinte: der Kampf für die Anerkennung des eigenen Lebensstils und für gleiche Rechte!</p>



<p class="wp-block-paragraph">28. Juni 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">50 Jahre sind seit Stonewall vergangen. In Deutschland haben wie mittlerweile die „Ehe für alle“. Doch noch immer denkt die Gesellschaft binär &#8211; es scheint nur männlich und weiblich zu geben. Trans*Menschen und Menschen, die anders lieben als es die binäre Gesellschaft bisher kannte, werden von der Seite angeschaut &#8211; noch immer oder schon wieder? Homosexuelle immer noch diskriminiert. Immer wieder werden konservative Stimmen laut, die nur binär denken wollen und Vielfalt verhindern wollen. Homosexuelle, Transvestiten, DragQueens und Trans*Menschen werden wieder vermehrt im Alltag schikaniert und diskriminiert. Dazu kommt das Thema HIV, was oft eine Mehrfachdiskriminierung und -stigmatisierung zur Folge hat. Irgendwie fühlt es sich wieder an wie 1969…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wo ist die Community von 1969 heute? Sie scheint zersplittert, jede*r für sich ihr*sein Schäfchen in Sicherheit bringen zu wollen. Doch sollten wir bei dem, was uns als Queer-Community wieder begegnet nicht eher wieder zusammenfinden? Wieso kämpfte jede*r für sich selbst anstatt dass wir unsere Kräfte vereinen und gemeinsam für Vielfalt eintreten? Lasst uns doch egal sein wer wen liebt und wer sich als was fühlt. Schwul, bi, lesbisch, hetero, Mann, Frau, Trans &#8211; eins ist uns allen gleich: Wir sind Menschen! Lasst uns als solche doch für Queer-sein und Vielfalt gemeinsam kämpfen und uns gegen konservative Vorstellungen wehren!</p>
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		<title>Arbeitgeber für Respekt gegenüber HIV-positiven Menschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2019 10:12:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Folgender Text wurde heute durch die Deutsche Aidshilfe veröffentlicht: Deklaration gegen Diskriminierung im Arbeitsleben veröffentlicht. IBM, SAP und viele andere: HIV ist Teil von Diversity Hamburg, 12.6.2019 – Mehr als 50 namhafte Unternehmen und Organisationen haben heute in Hamburg eine Deklaration gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV im Arbeitsleben unterzeichnet. Am Vortag des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK) setzen sie damit öffentlich ein Zeichen, vermitteln ein zeitgemäßes Bild vom Leben mit HIV und kündigen konkrete Maßnahmen für einen respektvollen und selbstverständlichen Umgang mit HIV-positiven Kolleg_innen an. Die Arbeitgeber_innen-Deklaration ist auf Initiative der Deutschen Aidshilfe (DAH) entstanden. Die Liste der Unterzeichnenden reicht von weltweit tätigen Großunternehmen bis zu Einzelhandelsgeschäften, von Verbänden über Städte bis zu lokalen Einrichtungen. Dazu sagt DAH-Vorstand Winfried Holz: „Alle gemeinsam machen wir deutlich: HIV braucht im Arbeitsalltag überhaupt keine Rolle zu spielen. Einem ganz normalen kollegialen Umgang steht nichts im Wege. Wir appellieren an alle Menschen in der Arbeitswelt: Tragen Sie dieses Wissen auch in Ihr Umfeld! Es schafft Erleichterung für alle Beteiligten.“ Nach der Erstunterzeichnung in Hamburg sollen nun möglichst viele weitere Unternehmen und Organisationen die Deklaration unterschreiben. Kolleg_innen wie alle anderen Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung können Menschen mit HIV heute leben und arbeiten wie alle anderen. Sie sind genauso leistungsfähig und können jeden Beruf ausüben. Prof. Dr. Hans-Jürgen Stellbrink, Präsident des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses, erklärt: „Die Medizin hat HIV heute gut im Griff. Die Infektion muss keine Einschränkung mehr bedeuten. Ängste vor einer Übertragung bei der Zusammenarbeit waren schon immer unbegründet. Unter Therapie ist eine Übertragung von HIV prinzipiell nicht mehr möglich. Im Arbeitsalltag ist HIV irrelevant.“ Benachteiligung, Ängste und Vorurteile Immer wieder jedoch erleben Menschen mit HIV im Beruf Benachteiligung und sind Vorurteilen ausgesetzt: häufiger krank, eine Gefahr für andere, schlecht fürs Image des Unternehmens. In einigen Unternehmen – vor allem im Gesundheitswesen – gehört sogar der HIV-Test immer noch zur Einstellungsuntersuchung, obwohl er rechtlich unzulässig und das Ergebnis für die Arbeit unerheblich ist. Der Diskriminierung zugrunde liegen dabei meist völlig veraltete Vorstellungen vom Leben mit HIV, irrationale Ängste vor einer Übertragung und unzulässige moralische Bewertungen. Akzeptanz ist gut für alle Die beteiligten Unternehmen begreifen die Deklaration sowohl als Frage individueller Rechte, als auch als Teil ihrer Diversity-Strategien. Sie wissen: Ausgrenzung und die Angst davor machen krank und schaden dem Unternehmen. Akzeptanz ist unerlässlich für ein produktives Betriebsklima. „Wir haben keine Angst vor Vielfalt. Vielfalt ist für uns wichtig, denn Vielfalt bedeutet Innovation. HIV ist für uns eine von zahlreichen Facetten“, sagt Dr. Ernesto Marinelli, Senior Vice President und Head of HR bei SAP. Sein offen HIV-positiver Mitarbeiter Jörg Beißel, Senior Facility Specialist, berichtet: „Die Rückendeckung meiner Unternehmensführung bedeutet für mich ein proaktives Bekenntnis: Du bist genau so richtig, wie du bist. Ich finde es sehr gut, dass meine Firma diese Kampagne in dieser Form unterstützt und somit hilft, Aufklärungsdefizite zu beseitigen!“ Norbert Janzen, Personal-Geschäftsführer bei IBM unterstreicht: „Es freut mich, dass wir heute diese Deklaration mitunterzeichnen können – ein wirkliches Highlight in unserer über 10-jährigen Partnerschaft mit der Deutschen Aidshilfe. Die Förderung des Einzelnen hat bei IBM eine über 100 Jahre lange Tradition, sie ist Leitmotiv unserer Firmenkultur. Die Individualität aller Mitarbeitenden als Basis für Innovation und Kundenorientierung ist für den Erfolg unseres Unternehmens auch in Zukunft unerlässlich.“ Axel Wedler, offen HIV-positiver Senior Manager bei IBM, erklärt: „Das klare Bekenntnis meiner Füh­rungskräfte ermutigt mich, überall im Unternehmen weiter offen mit dem Thema umzugehen und anderen als An­sprechpartner zur Verfügung zu stehen. Das fördert Offenheit und Akzeptanz weit über das Thema HIV hinaus.“ Gastgeberin Hamburg Für die gastgebende Stadt Hamburg nahm am Morgen Arbeits- und Sozialsenatorin Melanie Leonhard an der Pressekonferenz und Erstunterzeichnung teil. Sie sagte: „Dass jeder Mensch in Hamburg frei von Vorurteilen und Benachteiligungen leben kann, ist ein Grundsatz unserer Stadt. Es ist ein ausdrücklicher Auftrag, unsere Arbeitswelt diskriminierungsfrei zu gestalten. Wir möchten daher ein Arbeitsklima schaffen, das uns alle für das Thema HIV sensibilisiert, damit den Betroffenen mit Respekt und Akzeptanz begegnet wird. Mit der Unterzeichnung der Deklaration setzen wir als große Hamburger Behörde ein deutliches Signal gegen die Diskriminierung von Menschen mit HIV im Arbeitsleben.“ Weitere Statements der Unterzeichnenden Erstunterzeichnende der Deklaration „Für Respekt und Selbstverständlichkeit: Für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben“ Accenture • Aperto • Agentur für Arbeit Hamburg • Arbeitskreis Jugend- und Drogenberatung im Kreis Warendorf e.V. • Architekturbüro Silke Anna Linnemann • art*design • Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg • Bochum • Bosch • Caritas Berlin • Daimler • DAK-Ge­sundheit • Deutsche Bahn • Deutsche Bank • Deutsche Druck und Verlagsgesellschaft • Deutsche Eiche / Joseph Sattler GmbH • Dortmund • Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK) •  DRK Kreisverband Wolfenbüttel • DRK-Landesverband Hamburg • DRK-Landesverband Niedersachsen • Drogenhilfe Schwaben • Elsevier • Flughafen Dortmund • Gasteig München GmbH • Fürth • GEW NRW • GSK • GLS Bank • IBM • IMAGE Ident GmbH • IT-Lorenz • Kare Design • Lyra Apo­theke • Münchener Kammerorchester • Norddeutscher Rundfunk (NDR) • Der Paritätische Berlin • Der Paritätische Gesamtverband • Der Paritätische Hamburg • PwC • Reichshof Hamburg Curio Collection by Hilton • SAP •  Schön Klinik Bad Bramststedt • Techniker Krankenkasse • Mannheim • Megaherz GmbH Film und Fernsehen • München • Nürnberg • Die Piratenpartei • Staatstheater am Gärtnerplatz, München • Stadtreklame Nürnberg • Tech Data • Vivantes • zahlreiche Aidshilfe-Organisationen (Stand: 11.6.2019) Digitale Pressemappe mit Deklarationstext, Hintergrundinformationen sowie Text- und Videostatements: www.positiv-arbeiten.de Dort finden Sie in Kürze auch Pressefotos von der Unterzeichnung. Soziale Medien: #positivarbeiten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Folgender Text wurde heute durch die Deutsche Aidshilfe veröffentlicht:</em></strong></p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignnone" style="caret-color: #000000; color: #000000; font-family: Arial, sans-serif; font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: normal; letter-spacing: normal; orphans: auto; text-align: center; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: auto; word-spacing: 0px; -webkit-text-size-adjust: auto; -webkit-text-stroke-width: 0px; text-decoration: none;" title="positivarbeiten" src="https://i0.wp.com/cache.pressmailing.net/thumbnail/4d536527-68cc-434d-aafb-4207d889a5cb/DAH_Logo_PositivArbeiten_1920x1085_RGB_Standard.jpg?resize=540%2C298&#038;ssl=1" alt="" width="540" height="298" /></p>
<p><span style="caret-color: #000000; color: #000000; font-family: Arial, sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: bold; letter-spacing: normal; orphans: auto; text-align: center; text-indent: 0px; text-transform: none; white-space: normal; widows: auto; word-spacing: 0px; -webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.301961); -webkit-text-size-adjust: auto; -webkit-text-stroke-width: 0px; background-color: #ffffff; text-decoration: none; display: inline !important; float: none;">Deklaration gegen Diskriminierung im Arbeitsleben veröffentlicht. IBM, SAP und viele andere: HIV ist Teil von Diversity</span></p>
<div style="font-size: 14px; margin-bottom: 40px;">
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;"><em>Hamburg, 12.6.2019 – </em>Mehr als 50 namhafte Unternehmen und Organisationen haben heute in Hamburg eine Deklaration gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV im Arbeitsleben unterzeichnet.</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Am Vortag des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK) setzen sie damit öffentlich ein Zeichen, vermitteln ein zeitgemäßes Bild vom Leben mit HIV und kündigen konkrete Maßnahmen für einen respektvollen und selbstverständlichen Umgang mit HIV-positiven Kolleg_innen an.</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Die Arbeitgeber_innen-Deklaration ist auf Initiative der Deutschen Aidshilfe (DAH) entstanden. Die Liste der Unterzeichnenden reicht von weltweit tätigen Großunternehmen bis zu Einzelhandelsgeschäften, von Verbänden über Städte bis zu lokalen Einrichtungen.</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Dazu sagt<span class="Apple-converted-space"> </span><em>DAH-Vorstand Winfried Holz</em>:</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">„Alle gemeinsam machen wir deutlich: HIV braucht im Arbeitsalltag überhaupt keine Rolle zu spielen. Einem ganz normalen kollegialen Umgang steht nichts im Wege. Wir appellieren an alle Menschen in der Arbeitswelt: Tragen Sie dieses Wissen auch in Ihr Umfeld! Es schafft Erleichterung für alle Beteiligten.“</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Nach der Erstunterzeichnung in Hamburg sollen nun möglichst viele weitere Unternehmen und Organisationen die Deklaration unterschreiben.</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;"><strong>Kolleg_innen wie alle anderen</strong></p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung können Menschen mit HIV heute leben und arbeiten wie alle anderen. Sie sind genauso leistungsfähig und können jeden Beruf ausüben.</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;"><em>Prof. Dr. Hans-Jürgen Stellbrink</em>, Präsident des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses, erklärt:</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">„Die Medizin hat HIV heute gut im Griff. Die Infektion muss keine Einschränkung mehr bedeuten. Ängste vor einer Übertragung bei der Zusammenarbeit waren schon immer unbegründet. Unter Therapie ist eine Übertragung von HIV prinzipiell nicht mehr möglich. Im Arbeitsalltag ist HIV irrelevant.“</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;"><strong>Benachteiligung, Ängste und Vorurteile</strong></p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Immer wieder jedoch erleben Menschen mit HIV im Beruf Benachteiligung und sind Vorurteilen ausgesetzt: häufiger krank, eine Gefahr für andere, schlecht fürs Image des Unternehmens.</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">In einigen Unternehmen – vor allem im Gesundheitswesen – gehört sogar der HIV-Test immer noch zur Einstellungsuntersuchung, obwohl er rechtlich unzulässig und das Ergebnis für die Arbeit unerheblich ist.</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Der Diskriminierung zugrunde liegen dabei meist völlig veraltete Vorstellungen vom Leben mit HIV, irrationale Ängste vor einer Übertragung und unzulässige moralische Bewertungen.</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;"><strong>Akzeptanz ist gut für alle</strong></p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Die beteiligten Unternehmen begreifen die Deklaration sowohl als Frage individueller Rechte, als auch als Teil ihrer Diversity-Strategien. Sie wissen: Ausgrenzung und die Angst davor machen krank und schaden dem Unternehmen. Akzeptanz ist unerlässlich für ein produktives Betriebsklima.</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">„Wir haben keine Angst vor Vielfalt. Vielfalt ist für uns wichtig, denn Vielfalt bedeutet Innovation. HIV ist für uns eine von zahlreichen Facetten“, sagt<span class="Apple-converted-space"> </span><em>Dr. Ernesto Marinelli, Senior Vice President und Head of HR bei SAP.</em></p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Sein offen HIV-positiver Mitarbeiter<span class="Apple-converted-space"> </span><em>Jörg Beißel, Senior Facility Specialist</em>, berichtet:<em> </em>„Die Rückendeckung meiner Unternehmensführung bedeutet für mich ein proaktives Bekenntnis: Du bist genau so richtig, wie du bist. Ich finde es sehr gut, dass meine Firma diese Kampagne in dieser Form unterstützt und somit hilft, Aufklärungsdefizite zu beseitigen!“</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;"><em>Norbert Janzen, Personal-Geschäftsführer bei IBM</em><span class="Apple-converted-space"> </span>unterstreicht: „Es freut mich, dass wir heute diese Deklaration mitunterzeichnen können – ein wirkliches Highlight in unserer über 10-jährigen Partnerschaft mit der Deutschen Aidshilfe. Die Förderung des Einzelnen hat bei IBM eine über 100 Jahre lange Tradition, sie ist Leitmotiv unserer Firmenkultur. Die Individualität aller Mitarbeitenden als Basis für Innovation und Kundenorientierung ist für den Erfolg unseres Unternehmens auch in Zukunft unerlässlich.“</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;"><em>Axel Wedler, offen HIV-positiver Senior Manager bei IBM</em>, erklärt: „Das klare Bekenntnis meiner Füh­rungskräfte ermutigt mich, überall im Unternehmen weiter offen mit dem Thema umzugehen und anderen als An­sprechpartner zur Verfügung zu stehen. Das fördert Offenheit und Akzeptanz weit über das Thema HIV hinaus.“</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;"><strong>Gastgeberin Hamburg</strong></p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Für die gastgebende Stadt Hamburg nahm am Morgen<span class="Apple-converted-space"> </span><em>Arbeits- und Sozialsenatorin Melanie Leonhard</em><span class="Apple-converted-space"> </span>an der Pressekonferenz und Erstunterzeichnung teil. Sie sagte:</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">„Dass jeder Mensch in Hamburg frei von Vorurteilen und Benachteiligungen leben kann, ist ein Grundsatz unserer Stadt. Es ist ein ausdrücklicher Auftrag, unsere Arbeitswelt diskriminierungsfrei zu gestalten. Wir möchten daher ein Arbeitsklima schaffen, das uns alle für das Thema HIV sensibilisiert, damit den Betroffenen mit Respekt und Akzeptanz begegnet wird. Mit der Unterzeichnung der Deklaration setzen wir als große Hamburger Behörde ein deutliches Signal gegen die Diskriminierung von Menschen mit HIV im Arbeitsleben.“</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;"><a style="color: black;" href="https://bit.ly/2KbvAuc">Weitere Statements der Unterzeichnenden</a></p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;"><strong>Erstunterzeichnende der Deklaration „Für Respekt und Selbstverständlichkeit: Für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben“</strong></p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Accenture • Aperto • Agentur für Arbeit Hamburg • Arbeitskreis Jugend- und Drogenberatung im Kreis Warendorf e.V. • Architekturbüro Silke Anna Linnemann • art*design • Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg • Bochum • Bosch • Caritas Berlin • Daimler • DAK-Ge­sundheit • Deutsche Bahn • Deutsche Bank • Deutsche Druck und Verlagsgesellschaft • Deutsche Eiche / Joseph Sattler GmbH • Dortmund • Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK) •  DRK Kreisverband Wolfenbüttel • DRK-Landesverband Hamburg • DRK-Landesverband Niedersachsen • Drogenhilfe Schwaben • Elsevier • Flughafen Dortmund • Gasteig München GmbH • Fürth • GEW NRW • GSK • GLS Bank • IBM • IMAGE Ident GmbH • IT-Lorenz • Kare Design • Lyra Apo­theke • Münchener Kammerorchester • Norddeutscher Rundfunk (NDR) • Der Paritätische Berlin • Der Paritätische Gesamtverband • Der Paritätische Hamburg • PwC •<span class="Apple-converted-space"> </span>Reichshof Hamburg<span class="Apple-converted-space"> </span>Curio Collection by Hilton • SAP •  Schön Klinik Bad Bramststedt • Techniker Krankenkasse • Mannheim •<span class="Apple-converted-space"> </span>Megaherz<span class="Apple-converted-space"> </span>GmbH Film und Fernsehen • München • Nürnberg • Die Piratenpartei • Staatstheater am<span class="Apple-converted-space"> </span>Gärtnerplatz, München<span class="Apple-converted-space"> </span>• Stadtreklame Nürnberg • Tech Data • Vivantes • zahlreiche Aidshilfe-Organisationen<span class="Apple-converted-space"> </span><em>(Stand: 11.6.2019)</em></p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Digitale Pressemappe mit Deklarationstext, Hintergrundinformationen sowie Text- und Videostatements:<span class="Apple-converted-space"> </span><a style="color: black;" href="http://www.positiv-arbeiten.de/">www.positiv-arbeiten.de</a></p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Dort finden Sie in Kürze auch Pressefotos von der Unterzeichnung.</p>
<p style="padding-bottom: 1em; margin-top: 0px;">Soziale Medien: #positivarbeiten</p>
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		<title>AIDS Candlelight Memorial</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 May 2019 15:27:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit einiger Zeit gibt es immer wieder Veranstaltungen, in denen es um das Thema Erinnern geht. Heute fand zur Erinnerung an die Menschen mit HIV, die nicht mehr unter uns sind, das AIDS Candlelight Memorial auf dem Alten St.-Matthäus Kirchhof in Schöneberg statt. Seit Jahren ist es Bernard Butler ein Anliegen an liebe Menschen, die aufgrund von HIV schon verstorben sind, zu gedenken und zu erinnern. Diese Tradition des Candlelight Memorial brachte Bernard aus seiner amerikanischen Heimat mit und etabliert sie seit 2011 auch in Berlin. Beim heutigen Gedanken ging es unter anderem darum, was Erinnern bedeutet &#8211; und was es bedeuten kann. Erinnerungen sind Bilder. Und in Bildern erinnern wir uns. Und um Erinnern zu verstehen benutzen wir Bilder. Erinnerung ist individuell &#8211; mit und ohne Trauer. Erinnern hat sich in den letzten Jahren aber auch verändert. Wir sind nicht mehr in dem Maße mit dem Tod konfrontiert wie in den 1980er-Jahren. Trotzdem sterben auch heute noch Menschen an HIV. Und die Herausforderung des Erinnern ist es auch die junge Generation dabei abzuholen. Den HIV ist und bleibt ein Thema &#8211; und, da alles seine Zeit hat, damit verbunden auch der Tod. Wie, so die Herausforderung, kann aus Trauern der einzelnen Betroffenen ein gemeinschaftliches Erinnern werden? Auch wir von pro plus berlin e.V. waren auf dem heutigen AIDS Candlelight Memorial mit diesem &#8222;anderen Grußwort&#8220; vertreten: The glow of a candlelight Das Leuchten eines Kerzenlichtes &#8211; ist im Dunkeln besonders deutlich zu sehen. Hoffnung. Trost. Mut. Das Leuchten eines Kerzenlichtes &#8211; vertreibt das Dunkel. Von viel „Dunkel“ sind wir umgeben: Abschied, Verlust, Kampf, Diskriminierung, Stigmatisierung. &#8211; Abschied von Menschen, die wir durch HIV verloren haben. Verlust von Lebensqualität, weil uns diese wegen HIV abgesprochen wird. Kampf für Anerkennung, dass wir trotz HIV ein ganz normaler Teil der Gesellschaft sind. Diskriminierung, weil wir HIV haben. Stigmatisierung Vieles wurde in den letzten Jahrzehnten erkämpft. Erforscht. Unter anderem PrEP, n=n… Das haben wir den Aktivisten &#38; Aktivistinnen zu verdanken, die teils nicht mehr unter uns sind. Sie sind auf die Straße gegangen, haben ihre Stimmen erhoben, gekämpft und erlitten. Das haben wir aber auch den Menschen mit HIV zu verdanken. Sie haben gelitten und erlitten: Medikamente mit schwersten Nebenwirkungen, Hohn und Spott, Ausgrenzung, Diskriminierung und Stigmatisierung. Aber sie haben uns dorthin gebracht, wo wir heute stehen. Vieles gibt es aber noch zu erkämpfen. Noch immer wird uns Menschen mit HIV Leid zugefügt. Noch immer werden wir diskriminiert und stigmatisiert. Dagegen muss gekämpft werden &#8211; weiterhin. Heute wollen wir das Kerzenlicht leuchten lassen. Kerzenlichter. Für die, die schon von uns gegangen sind. Für die, die heute noch wegen ihrer HIV-Infektion leiden. Und für die, die noch immer aufstehen und ihre Stimmen erheben. Entzünden wir die Kerzen und erhellen die Dunkelheit &#8211; und vertreiben: Ignoranz, Unwissenheit, Angst, Einsamkeit, Diskriminierung und Stigmatisierung. Entzünden wir die Kerzen und erhellen die Dunkelheit &#8211; und verbreiten: Hoffnung und Liebe. 2021 begeht das AIDS Candlelight Memorial sein zehnjähriges Jubiläum. Für dieses Jubiläum wünscht sich Initiator Bernard Butler eine neue Form des Erinnerns &#8211; gemeinschaftlich. Wir von pro plus berlin e.V. unterstützen Bernard dabei sehr gerne!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" data-attachment-id="1176" data-permalink="https://proplusberlin.com/aids-candlelight-memorial/img_1811/" data-orig-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2019/05/img_1811.jpg?fit=2674%2C3564&amp;ssl=1" data-orig-size="2674,3564" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;1.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;iPhone 8&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1558274761&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;3.99&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;20&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0045045045045045&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="img_1811" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2019/05/img_1811.jpg?fit=768%2C1024&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2019/05/img_1811.jpg?resize=960%2C1280&#038;ssl=1" class="size-full wp-image-1176" width="960" height="1280" srcset="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2019/05/img_1811.jpg?w=2674&amp;ssl=1 2674w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2019/05/img_1811.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2019/05/img_1811.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2019/05/img_1811.jpg?resize=640%2C853&amp;ssl=1 640w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2019/05/img_1811.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" />Seit einiger Zeit gibt es immer wieder Veranstaltungen, in denen es um das Thema <em>Erinnern</em> geht. Heute fand zur Erinnerung an die Menschen mit HIV, die nicht mehr unter uns sind, das <strong>AIDS Candlelight Memorial</strong> auf dem Alten St.-Matthäus Kirchhof in Schöneberg statt.</p>
<p>Seit Jahren ist es Bernard Butler ein Anliegen an liebe Menschen, die aufgrund von HIV schon verstorben sind, zu gedenken und zu erinnern. Diese Tradition des Candlelight Memorial brachte Bernard aus seiner amerikanischen Heimat mit und etabliert sie seit 2011 auch in Berlin.</p>
<p>Beim heutigen Gedanken ging es unter anderem darum, was Erinnern bedeutet &#8211; und was es bedeuten kann. Erinnerungen sind Bilder. Und in Bildern erinnern wir uns. Und um Erinnern zu verstehen benutzen wir Bilder. Erinnerung ist individuell &#8211; mit und ohne Trauer. Erinnern hat sich in den letzten Jahren aber auch verändert. Wir sind nicht mehr in dem Maße mit dem Tod konfrontiert wie in den 1980er-Jahren. Trotzdem sterben auch heute noch Menschen an HIV. Und die Herausforderung des Erinnern ist es auch die junge Generation dabei abzuholen. Den HIV ist und bleibt ein Thema &#8211; und, da alles seine Zeit hat, damit verbunden auch der Tod. Wie, so die Herausforderung, kann aus Trauern der einzelnen Betroffenen ein gemeinschaftliches Erinnern werden?</p>
<p>Auch wir von <strong><em>pro plus berlin e.V.</em></strong> waren auf dem heutigen <strong>AIDS Candlelight Memorial</strong> mit diesem &#8222;anderen Grußwort&#8220; vertreten:</p>
<p><em>The glow of a candlelight</em></p>
<p>Das Leuchten eines Kerzenlichtes &#8211; ist im Dunkeln besonders deutlich zu sehen. Hoffnung. Trost. Mut. Das Leuchten eines Kerzenlichtes &#8211; vertreibt das Dunkel.</p>
<p>Von viel „Dunkel“ sind wir umgeben: Abschied, Verlust, Kampf, Diskriminierung, Stigmatisierung. &#8211; Abschied von Menschen, die wir durch HIV verloren haben. Verlust von Lebensqualität, weil uns diese wegen HIV abgesprochen wird. Kampf für Anerkennung, dass wir trotz HIV ein ganz normaler Teil der Gesellschaft sind. Diskriminierung, weil wir HIV haben. Stigmatisierung</p>
<p>Vieles wurde in den letzten Jahrzehnten erkämpft. Erforscht. Unter anderem PrEP, n=n… Das haben wir den Aktivisten &amp; Aktivistinnen zu verdanken, die teils nicht mehr unter uns sind. Sie sind auf die Straße gegangen, haben ihre Stimmen erhoben, gekämpft und erlitten. Das haben wir aber auch den Menschen mit HIV zu verdanken. Sie haben gelitten und erlitten: Medikamente mit schwersten Nebenwirkungen, Hohn und Spott, Ausgrenzung, Diskriminierung und Stigmatisierung. Aber sie haben uns dorthin gebracht, wo wir heute stehen.</p>
<p>Vieles gibt es aber noch zu erkämpfen. Noch immer wird uns Menschen mit HIV Leid zugefügt. Noch immer werden wir diskriminiert und stigmatisiert. Dagegen muss gekämpft werden &#8211; weiterhin.</p>
<p>Heute wollen wir das Kerzenlicht leuchten lassen. Kerzenlichter. Für die, die schon von uns gegangen sind. Für die, die heute noch wegen ihrer HIV-Infektion leiden. Und für die, die noch immer aufstehen und ihre Stimmen erheben.</p>
<p>Entzünden wir die Kerzen und erhellen die Dunkelheit &#8211; und vertreiben: Ignoranz, Unwissenheit, Angst, Einsamkeit, Diskriminierung und Stigmatisierung.</p>
<p>Entzünden wir die Kerzen und erhellen die Dunkelheit &#8211; und verbreiten: Hoffnung und Liebe.</p>
<hr />
<p>2021 begeht das AIDS Candlelight Memorial sein zehnjähriges Jubiläum. Für dieses Jubiläum wünscht sich Initiator Bernard Butler eine neue Form des Erinnerns &#8211; gemeinschaftlich. Wir von <strong><em>pro plus berlin e.V.</em></strong> unterstützen Bernard dabei sehr gerne!</p>
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		<title>n=n &#8211; Gedanken zum 01.12.2018</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Dec 2018 11:04:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
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					<description><![CDATA[n=n &#8211; keine Illusion, sondern bewiesene Realität. Ein Fakt. Tatsache. Und die Botschaft gegen Diskriminierung und Stigmatisierung. Aber eine Botschaft, das begleitet werden muss. Die Botschaft der 1980/1990er-Jahre „Kondome schützen“ war eingängig, leicht verständlich. (Nicht umsonst sitzt sie so fest in den Köpfen der Gesellschaft.) n=n ist dagegen sperriger, nicht sofort verständlich, nicht so eingängig. Was bedeutet n=n? n=n ist die deutsche Version der weltweiten Botschaft u=u und steht für: undetectable = untransmittable &#8211; oder auf deutsch: nicht nachweisbar = nicht übertragbar. Das heißt, dass ein Menschen mit HIV, der dauerhaft seine HAART (Therapie) einnimmt und bei dem das HI-Virus im Blut nicht mehr nachweisbar ist in Bezug auf HIV nicht mehr ansteckend ist. Das Virus ist nicht mehr übertragbar. Eine Übertragung des Virus und somit eine Ansteckung ist also nicht mehr möglich. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wie es vielleicht auf dem ersten Blick erscheint. Schon die 2008 erschienene EKAF-Studie in der Schweiz sagt dies (wenn auch erst noch sehr vorsichtig) aus. Weitere Studien haben die Ergebnisse bestätigt und untermauert. Aber von der diesjährigen 22. Internationalen Aids-Konferenz im Juli in Amsterdam ging ein solch starker Impuls in Bezug auf die Nichtübertragbarkeit aus, dass sich dies nun in den Aidshilfen, den Selbsthilfen und bei den Aktivist*innen widerspiegelt. So beschäftigt sich die diesjährige Welt-Aidstags-Kampagne der DAH (Deutschen AIDS-Hilfe e.V.) genau mit diesem Thema. 10 Jahre nach EKAF wissen nur 10% von der Nichtübertragbarkeit. Dies soll sich mit dem #wissenverdoppeln ändern. Immer mehr Menschen sollen von der Nichtübertragbarkeit, also von n=n erfahren. Ebenso beschäftigt sich eine Themenwerkstatt der DAH bis zur nächsten PositivenBegegnung 2020 mit diesem Thema. All dies ist aber nur ein Auftakt und ein Anfang. Wie gesagt, n=n ist nicht unbedingt verständlich und eingängig. Deswegen muss diese Botschaft begleitet, der Gesellschaft &#8211; und zwar ALLEN Bereich der Gesellschaft, denn auch in der schwulen Community kommt es in Bezug auf HIV immer wieder zu Diskriminierung und Stigmatisierung &#8211; verständlich gemacht werden. Dabei geht es nicht nur darum, dass bei n=n HIV nicht mehr übertragbar ist, sondern es geht dabei auch und vielleicht sogar in erster Linie darum alte Bilder, Vorurteile und Ängste abzubauen. Denn diese herrschen leider immer noch vor. Mit n=n können die alten Bilder durch die aktuellen und neuen Bilder von Menschen mit HIV ausgetauscht, Vorurteile können beiseite gelegt und mittlerweile unbegründete Ängste abgebaut werden. Alte Schubladen können endlich endgültig geschlossen werden. Mit n=n haben die Aidshilfen, Selbsthilfen und Aktivist*innen nun ein Werkzeug, wenn nicht sogar das Werkzeug um etwas gegen Diskriminierung und Stigmatisierung zu unternehmen und bewirken zu können. Dazu kann die Angst und Scham auf Seiten der Menschen mit HIV mit dem Virus zu leben und somit Selbststigmatisierung abgebaut werden. Außerdem ist es eine Chance die Ziele der Fast-Track-City „0-90-90-90“ zu erreichen. Denn wenn die „0“ erreicht ist, Menschen mit HIV nicht mehr diskriminiert und stigmatisiert werden, kann dies Menschen dazu ermuntern sich 1. selbst auf HIV testen zu lassen und 2. eine entsprechende Therapie zu beginnen. Denn erst so können die anderen Ziele auch erreicht werden. Was mir n=n bedeutet? Es ist eine große Entlastung und Erleichterung für mich! Natürlich nehme ich die Therapie in erster Linie aus egoistischen Gründen, da ich gesund bleiben und lange leben, nicht an Aids erkranken möchte. Aber das „Nebenprodukt“ von n=n empfinde ich als sehr positive Nebenwirkung. Und dies fühlt sich für mich nicht nur entlastend, sondern sogar befreiend an. Ich mag kondomlosen Sex! Ich finde dies natürlicher und spontaner, entspannter. Und durch n=n kann ich mich wieder der Leidenschaft hingeben. Denn ich muss in Bezug auf HIV nicht mehr ans Kondom denken, weil: Ich bin nicht infektiös! Ich bin nicht ansteckend! Welch Befreiungsschlag! Welch Entlastung! Denn ich weiß, dass ich niemanden das HI-Virus weitergeben, es nicht mehr übertagen kann. Mit n=n hast Sex für mich wieder seine Natürlichkeit und seine entspannende Wirkung bekommen. Ich kann mich meinem Gegenüber wieder hingeben, den Kopf ausschalten und darf genießen &#8211; mit allen Sinnen. Natürlich bezieht sich n=n nur auf HIV. In Bezug auf STDs muss ich weiterhin aufpassen und mit mir und meinem Gegenüber verantwortungsbewusst umgehen (- wie früher, denn auch Kondome haben nie 100% vor STDs geschützt). Mit den nun angelaufenen verschiedenen Kampagnen der DAH und anderer Aidshilfen zu n=n ist der Diskriminierungs- und Stigmatisierungs-Drops natürlich noch nicht gelutscht. Es ist ein Anfang. Ein Anfang, der wahrscheinlich mit viel Einsatz, Kraft, Ausdauer, starken Nerven und Beharrlichkeit über die nächsten Monate, ja vielleicht sogar Jahre weitergeführt werden muss. Aber es lohnt sich! Und es geht dabei nicht nur um die gesellschaftliche Ebene, sondern auch auf politischer Ebene muss sich etwas tun. Nicht nur die Aids- und Selbsthilfen mit allen Aktivist*innen müssen sich zu der Realität n=n bekennen, sondern auch die Politik und das Gesundheitswesen. Und wie können wir dies erreichen? Gemeinsam und solidarisch!]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>n=n</strong> &#8211; keine Illusion, sondern bewiesene Realität. Ein Fakt. Tatsache. Und <strong>die</strong> Botschaft <strong>gegen Diskriminierung und Stigmatisierung</strong>. Aber eine Botschaft, das begleitet werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Botschaft der 1980/1990er-Jahre „Kondome schützen“ war eingängig, leicht verständlich. (Nicht umsonst sitzt sie so fest in den Köpfen der Gesellschaft.) <strong>n=n</strong> ist dagegen sperriger, nicht sofort verständlich, nicht so eingängig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bedeutet <strong>n=n</strong>?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>n=n</strong> ist die deutsche Version der weltweiten Botschaft <strong>u=u</strong> und steht für: <strong>u</strong>ndetectable = <strong>u</strong>ntransmittable &#8211; oder auf deutsch: <strong>n</strong>icht nachweisbar = <strong>n</strong>icht übertragbar. Das heißt, dass ein Menschen mit HIV, der dauerhaft seine HAART (Therapie) einnimmt und bei dem das HI-Virus im Blut nicht mehr nachweisbar ist in Bezug auf HIV <strong>nicht mehr ansteckend</strong> ist. Das Virus ist <strong>nicht mehr übertragbar</strong>. Eine <strong>Übertragung</strong> des Virus und somit eine <strong>Ansteckung</strong> ist also <strong>nicht mehr möglich</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Erkenntnis ist nicht neu, wie es vielleicht auf dem ersten Blick erscheint. Schon die 2008 erschienene EKAF-Studie in der Schweiz sagt dies (wenn auch erst noch sehr vorsichtig) aus. Weitere Studien haben die Ergebnisse bestätigt und untermauert. Aber von der diesjährigen 22. Internationalen Aids-Konferenz im Juli in Amsterdam ging ein solch starker Impuls in Bezug auf die <strong>Nichtübertragbarkeit</strong> aus, dass sich dies nun in den Aidshilfen, den Selbsthilfen und bei den Aktivist*innen widerspiegelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So beschäftigt sich die diesjährige Welt-Aidstags-Kampagne der DAH (Deutschen AIDS-Hilfe e.V.) genau mit diesem Thema. 10 Jahre nach EKAF wissen nur 10% von der Nichtübertragbarkeit. Dies soll sich mit dem <strong>#wissenverdoppeln</strong> ändern. Immer mehr Menschen sollen von der <strong>Nichtübertragbarkeit</strong>, also von <strong>n=n</strong> erfahren. Ebenso beschäftigt sich eine Themenwerkstatt der DAH bis zur nächsten PositivenBegegnung 2020 mit diesem Thema. All dies ist aber nur ein Auftakt und ein Anfang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie gesagt, <strong>n=n</strong> ist nicht unbedingt verständlich und eingängig. Deswegen muss diese Botschaft begleitet, der Gesellschaft &#8211; und zwar ALLEN Bereich der Gesellschaft, denn auch in der schwulen Community kommt es in Bezug auf HIV immer wieder zu Diskriminierung und Stigmatisierung &#8211; verständlich gemacht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei geht es nicht nur darum, dass bei <strong>n=n</strong> HIV nicht mehr übertragbar ist, sondern es geht dabei auch und vielleicht sogar in erster Linie darum alte Bilder, Vorurteile und Ängste abzubauen. Denn diese herrschen leider immer noch vor. Mit <strong>n=n</strong> können die alten Bilder durch die aktuellen und neuen Bilder von Menschen mit HIV ausgetauscht, Vorurteile können beiseite gelegt und mittlerweile unbegründete Ängste abgebaut werden. Alte Schubladen können endlich endgültig geschlossen werden. Mit <strong>n=n</strong> haben die Aidshilfen, Selbsthilfen und Aktivist*innen nun ein Werkzeug, wenn nicht sogar <strong>das</strong> Werkzeug um etwas <strong>gegen Diskriminierung und Stigmatisierung</strong> zu unternehmen und bewirken zu können. Dazu kann die Angst und Scham auf Seiten der Menschen mit HIV mit dem Virus zu leben und somit Selbststigmatisierung abgebaut werden. Außerdem ist es eine Chance die Ziele der Fast-Track-City „0-90-90-90“ zu erreichen. Denn wenn die „0“ erreicht ist, Menschen mit HIV nicht mehr diskriminiert und stigmatisiert werden, kann dies Menschen dazu ermuntern sich 1. selbst auf HIV testen zu lassen und 2. eine entsprechende Therapie zu beginnen. Denn erst so können die anderen Ziele auch erreicht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mir <strong>n=n</strong> bedeutet?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine große Entlastung und Erleichterung für mich! Natürlich nehme ich die Therapie in erster Linie aus egoistischen Gründen, da ich gesund bleiben und lange leben, nicht an Aids erkranken möchte. Aber das „Nebenprodukt“ von n=n empfinde ich als sehr positive Nebenwirkung. Und dies fühlt sich für mich nicht nur entlastend, sondern sogar befreiend an. Ich mag kondomlosen Sex! Ich finde dies natürlicher und spontaner, entspannter. Und durch n=n kann ich mich wieder der Leidenschaft hingeben. Denn ich muss in Bezug auf HIV nicht mehr ans Kondom denken, weil: <strong>Ich bin nicht infektiös! Ich bin nicht ansteckend!</strong> Welch Befreiungsschlag! Welch Entlastung! Denn ich weiß, dass ich niemanden das HI-Virus weitergeben, es nicht mehr übertagen kann. Mit <strong>n=n</strong> hast Sex für mich wieder seine Natürlichkeit und seine entspannende Wirkung bekommen. Ich kann mich meinem Gegenüber wieder hingeben, den Kopf ausschalten und darf genießen &#8211; mit allen Sinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich bezieht sich <strong>n=n</strong> nur auf HIV. In Bezug auf STDs muss ich weiterhin aufpassen und mit mir und meinem Gegenüber verantwortungsbewusst umgehen (- wie früher, denn auch Kondome haben nie 100% vor STDs geschützt).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den nun angelaufenen verschiedenen Kampagnen der DAH und anderer Aidshilfen zu <strong>n=n</strong> ist der Diskriminierungs- und Stigmatisierungs-Drops natürlich noch nicht gelutscht. Es ist ein Anfang. Ein Anfang, der wahrscheinlich mit viel Einsatz, Kraft, Ausdauer, starken Nerven und Beharrlichkeit über die nächsten Monate, ja vielleicht sogar Jahre weitergeführt werden muss. <strong>Aber es lohnt sich! </strong>Und es geht dabei nicht nur um die gesellschaftliche Ebene, sondern auch auf politischer Ebene muss sich etwas tun. Nicht nur die Aids- und Selbsthilfen mit allen Aktivist*innen müssen sich zu der Realität <strong>n=n</strong> bekennen, sondern auch die Politik und das Gesundheitswesen. Und wie können wir dies erreichen? <strong>Gemeinsam und solidarisch!</strong></p>
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		<title>Der Löwe brüllt: ZERO DISCRIMINATION</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Nov 2018 07:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Löwe, Braunschweigs Wappentier, steht für Stärke. Mut und ein lautes Brüllen. Eigenschaften, die auch im Kampf gegen Diskriminierung benötigt werden. ]]></description>
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<figure class="wp-block-image"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="636" height="480" data-attachment-id="823" data-permalink="https://proplusberlin.com/der-loewe-bruellt-zero-discrimination/loewe-2/" data-orig-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2018/11/L%C3%96WE-1.jpg?fit=636%2C480&amp;ssl=1" data-orig-size="636,480" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;7.1&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;NIKON D7200&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;300&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;1600&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.000625&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="LÖWE" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2018/11/L%C3%96WE-1.jpg?fit=636%2C480&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2018/11/L%C3%96WE-1.jpg?resize=636%2C480" alt="" class="wp-image-823" srcset="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2018/11/L%C3%96WE-1.jpg?w=636&amp;ssl=1 636w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2018/11/L%C3%96WE-1.jpg?resize=300%2C226&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 636px) 100vw, 636px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Löwe, Braunschweigs Wappentier, steht für Stärke. Mut und ein lautes Brüllen. Eigenschaften, die auch im Kampf gegen Diskriminierung benötigt werden. So ein Gedanke, der mir nach dem Fachtag ZERO DISCRIMINATION der Deutschen AIDS-Hilfe am vergangenen Freitag und Samstag in Braunschweig hängengeblieben ist. Die DAH hat zu diesem Thema Aidshilfen und Selbsthilfen / Vereine eingeladen, um sich gemeinsam zum Thema HIVbezogene Diskriminierung und die Arbeit / den Umgang damit auseinander zu setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Janine Dieckmann begann (nach der Eröffnung durch den DAH-Vorstand und ein Grußwort des gastgebenden Hotels) mit der Auseinandersetzung, was Diskriminierung ist. Zusammenfassend lässt sich verkürzen, dass Diskriminierung ein Machtverhältnis einer Gruppe gegenüber einer anderen Gruppe, die in eine zugeschriebene Kategorie geschoben wird, aufrecht erhält und legitimiert. Und dies durch eine illegitime Ungleichbehandlung &#8211; durch Herabsetzung und Ausgrenzung. Diskriminierung ist gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Umso wichtiger ist es, so die (Auf)Forderung von Dr. Diekmann, dass Diskriminierung wieder benannt wird, Betroffene für Diskriminierung sensibilisiert werden (und diese nicht einfach als dumme Äußerung oder ähnliches ab tun) und Fälle aufgezeigt und dokumentiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend wurde sich in einer Expert*innenrunde über die Dimensionen der Antidiskriminierungsarbeit von Aidshilfen ausgetauscht. Deutlich wurde, dass es insbesondere im Gesundheitswesen zu vielen Fällen von Diskriminierung kommt. Aber nicht nur dort. Und viele Menschen mit HIV wissen gar nichts über ihre Rechte und Möglichkeiten bei Diskriminierung.  Hier bedarf es der Aufklärung und Begleitung &#8211; sowohl auf Seiten der Betroffenen, wie auch auf Seiten beispielsweise von Krankenhäusern etc.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach ging es in die Arbeit für alle Teilnehmer*innen. In vier Arbeitsgruppen wurde sich zu unterschiedlichen Aspekte aus den Bereichen Gesundheitswesen, Arbeit und Recht auseinandergesetzt. Im Bereich Arbeit wurden dabei die Projekte &#8222;30 Jahre &#8211; 30 Partner&#8220; aus Braunschweig und &#8222;Ade zur Diskriminierung am Arbeitsplatz&#8220; aus Hamburg vorgestellt. Ebenso wurde über die Arbeitgeber-Deklaration, die von der DAH und Arbeitgebern ausgearbeitet wurde, und deren Möglichkeiten gesprochen. Thema war dabei auch die oft fehlenden Ressourcen, um wirkungsvolle Projekte durchzuführen. Allerdings wurde im Gespräch miteinander auch deutlich, dass es nicht immer nur &#8222;große Würfe&#8220; sein müssen, sondern auch kleine Schritte ihren Teil zur Antidiskriminierungsarbeit beitragen. Aus dem Bereich Recht wurde deutlich betont, dass die neue Datenschutzverordnung unser Freund ist und viel zur Antidiskriminierungsarbeit, zum Beispiel bestimmte Markierungen oder die Weitergabe von HIVbezogenen Informationen zu verhindern, beitragen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend lud die Braunschweiger AIDS-Hilfe die interessierten Teilnehmer*innen des Fachtages in ihre Räumlichkeiten zu einem Get Together ein, was auf große Resonanz traf. Bei Getränken und Snacks wurde weiter diskutiert, sich ausgetauscht und geredet. Die herzliche Atmosphäre der Gastgeber*innen trug dazu einen großen Anteil bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am zweiten Tag des Fachtages ging es um die Qualitätsstandards der Antidiskriminierungsarbeit in den Aidshilfen und die Zusammenarbeit zwischen Aidshilfen und Selbsthilfen / Vereine. Dabei wurde sehr deutlich, dass es auch um die Sensibilität in Bezug auf Diskriminierung in den Aids- / Selbsthilfen / Vereinen und um fast schon selbstverständlich gewordene Alltagsdiskriminierung geht. Keine Form der Diskriminierung darf hingenommen werden!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der abschließenden Podiumsdiskussion ging es um ein Fazit des Fachtages. Dieses möchte ich wie folgt zusammenfassen: Diskriminierung findet auf unterschiedlichen Ebenen statt und muss auf unterschiedlichen Ebenen / in unterschiedlichen Bereichen bearbeitet und besprochen werden &#8211; lautstark und immer und immer wieder. Diskriminierung darf keinen Raum mehr bekommen, was auch durch kleine Schritte erreicht werden kann. Beispielsweise, wenn jeder bei sich selbst anfängt und auf sich, seine Äußerungen und sein Verhalten achtet. Dabei müssen Solidarität, Respekt und insbesondere (Mit)Menschlichkeit wieder die gesellschaftlichen Leitgedanken werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wir bei<strong><em> pro plus berlin e.V.</em></strong> setzen uns gegen Diskriminierung ein. Aber ich denke, dass wir noch eine Menge (in kleinen Schritten) tun können. Neue Ideen und Vorschläge sind gerne gesehen und werden gerade schon entwickelt!</p>
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