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Vorstand

Christoph Schreiber

Im Dezember 1985 in Rheinland-Pfalz geboren und in einem Dorf aufgewachsen habe ich 2005 mein positives Testergebnis bekommen. Seitdem sind viele Jahre und einige Quartalsbesuche bei meinem Schwerpunktarzt ins Land gezogen. 

Als ich 2011 aufgrund eines neuen Jobs nach Braunschweig gezogen bin, war ich im selben Jahr das erste Mal bei einem der Bundesweiten Positiventreffen in der Akademie Waldschlösschen bei Göttingen – der Anfang meines Engagement in der HIV-Selbsthilfe. 

In Braunschweig gründete ich recht schnell mit anderen zusammen die dortige Jungpositiven-Gruppe, engagierte mich in der Braunschweiger Aids-Hilfe (in der Betreuung von Insassen der Justizvollzugsanstalt), fing an mich beim Buddy-Projekt der Deutschen Aidshilfe zu engagieren und arbeitete bei dem Netzwerk Pro+ Niedersachsen mit. 2016 war ich Mitglied in der Vorbereitungsgruppe der Positiven Begegnung in Hamburg. Außerhalb des HIV-Kontextes habe ich in Braunschweig fünf Jahre schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche in der Einzelbetreuung begleitet. 

2016 zog es mich dann nach Berlin und ich wollte mein HIV-Engagement dort fortsetzen. So engagiere ich mich seit November 2016 bei manCheck Berlin und habe im März 2017 die Jungpositiven-Gruppe der Berliner Aids-Hilfe gegründet.
Ich wollte mich aber auch wieder in einem Netzwerk, ähnlich Pro+ Niedersachsen, engagieren. So etwas gab es bis dato in Berlin aber nicht.

Deshalb habe ich im August 2017 mit Freunden den Verein pro plus berlin e.V. gegründet.

2017 durfte ich dann auch eines der Gesichter der Welt-Aids-Tag Kampagne sein, deren Plakate in der ganzen Republik und im SocialMedia (u.a. Facebook) gezeigt wurden.
Der Kommentar „Nehmt doch mal richtige Positive und nicht immer irgendwelche Modells“ zur Kampagne hat mir gezeigt, dass noch sehr viel zu tun ist gibt.

Auch ein Grund, wieso mir persönlich die Gründung von pro plus berlin e.V. wichtig war.

Ich selbst bin ein recht gelassener Typ, treffe mich gerne mit Freunden, gehe gerne tauchen und bin auch gerne in der Szene unterwegs. Ich knüpfe gerne neue Kontakte, egal ob innerhalb oder außerhalb der HIV-Community.

Auch wenn ich selbst nicht so oft Diskriminierung erfahren habe weiß ich, dass es noch sehr viel zu tun gibt um Diskriminierung und Stigmatisierung zu bekämpfen. Dazu möchte ich das Bild von HIV in der Gesellschaft verändern – denn HIV bedeutet heute nicht mehr gleich den Tod!

Christoph Schaal-Breite

1977 im Rand-Ruhrgebiet geboren lebe ich seit 2000 in Berlin. Von der Profession bin ich Diplom-Pädagoge, vom Gefühl noch Kind. Ich interessiere mich für Essen, Filme / Kino, Serien, Musicals, die Werwölfe von Düsterwald und vieles mehr. Ich verbringe gerne Zeit mit Freunden und liebe meinen Mann. (Seit 2018 verheiratet, vorher seit 2015 verpartnert.) 

Seit einigen Jahren engagiere ich mich im Bereich HIV und Aids. Angefangen habe ich mit Workshops auf den Bundesweiten Positiventreffen in der Akademie Waldschlösschen und der Positiven Begegnung. Für den DÖAK 2017 (Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongress) habe ich im Community-Board gesessen. Im gleichen Jahr haben Freunden, Mitstreiter*innen und ich den Verein pro plus berlin e.V. gegründet. Wir setzen uns gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV ein. Wir wollen die Bilder von Menschen und dem Leben mit HIV der aktuellen Realität anpassen und somit Ängste, Schubladen und Vorurteile abbauen. Seit August 2018 bin ich auch in der Community-Vertretung der DAH (Deutschen Aidshilfe e.V.), den PositHIVen Gesichtern vertreten und seit November 2018 Buddy im Buddy-Projekt der DAH. 

Mich selbst definiere ich als schwulen Mann, denke aber nicht in strengen Klischee-Kategorien. Ich entdecke mich immer wieder neu und versuche einfach Ich zu sein – getreu nach Glora Gaynor: „I am what I am“! Ich bin gläubiger und praktizierender Christ und singe im Gottesdienst nicht nur im Gemeindechor, sondern spiele auch die Orgel. 

2004 habe ich mein positives Testergebnis bekommen. Das Ergebnis selbst hat mich nicht überrascht – ich wusste ja, wie ich gelebt habe. Und ich habe wahrlich mein Leben gelebt. Somit habe ich es ganz gefasst aufgenommen. Meine Familie und engen Freunde, nachdem ich ihnen nach der Blutabgabe schon gesagt habe, dass sie sich auf das „Schlimmste“ einstellen sollen, habe ich dann sofort informiert. Natürlich habe ich mich insbesondere bei meiner Mutter auf das Telefonat vorbereitet. Ich habe mir ganz genau überlegt, was ich ihr erzählen will – ich kann ganz normal weiterleben, es gibt Medikamente, ich kann mein Studium beenden und werde irgendwann alt sterben. Aber dann, als wir telefonierten, da brachen dann doch meine Emotionen aus mir raus. Denn auch wenn ich mich auf das Testergebnis eingestellt und ja damit gerechnet habe, es zu wissen ging dann doch nicht an mir vorbei. Aber dann, was hörte ich von meiner Mutter? Genau die Dinge, die ich ihr eigentlich sagen wollte… Von Anfang an hatte ich die Unterstützung meiner Familie. Und gerade in Zeiten, in denen es mir dann doch nicht gut ging, hat mir dies sehr geholfen. 

Denn nicht immer ging alles gut, nicht immer war alles „positiv“. Auch ich musste Erfahrungen machen, die nicht so schön waren. Aber trotz allem – ich lebe und all diese Erfahrungen haben mich zu dem gemacht was ich heute bin: ein stolzer HIVpositiver Mann!

Marcel Kröncke

– – – Text und Bild folgt in kürze – – –