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	<title>Blickpunkt &#8211; proplusberlin e.V.</title>
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	<title>Blickpunkt &#8211; proplusberlin e.V.</title>
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		<title>Gemeinsam mehr erreichen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[wbppb]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 20:18:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
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					<description><![CDATA[pro plus berlin e.V. – Fruchtbares Mitgliederwochenende in Lutherstadt Wittenberg Mit Freude blicken wir auf unser kürzlich abgehaltenes Mitgliederwochenende zurück, das vom 21. bis zum 23. Februar 2025 in Lutherstadt Wittenberg stattfand. Die Wahl dieses Ortes ermöglichte eine erfreulich hohe Teilnahme von circa 20 Personen, von denen viele die gemeinschaftliche Anreise per Zug oder Auto nutzten. Das Wochenende bot eine produktive Plattform für den intensiven Austausch und die Entwicklung neuer Ideen zur zukünftigen Gestaltung unseres Vereinslebens von pro plus berlin e.V.. Ein wesentlicher Bestandteil waren die Überlegungen zum Welt-Aids-Tag 2025, dem Frauenfachtag sowie weitere Überlegungen zur Zukunft des Vereins. Die angenehme Atmosphäre des gewählten Hotels trug maßgeblich zum konstruktiven Dialog bei. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden im Rahmen einer einstündigen Führung die Gelegenheit, die historische Bedeutung und das kulturelle Erbe der Lutherstadt Wittenberg kennenzulernen. Die Abende standen im Zeichen des informellen Austauschs und der persönlichen Vernetzung der Mitglieder. Im Hinblick auf zukünftige Aktivitäten von pro plus berlin e.V. wurden unter anderem die Teilnahme am CSD und dem schwul-lesbischen Stadtfest, die alljährliche Fahrradtour und Floßfahrt, das schwul-lesbische Straßenfest sowie die regelmäßig stattfindenden Stammtische thematisiert. Es ist zudem beschlossen worden, einen zusätzlichen Stammtisch im Westen der Stadt zu etablieren, um die Erreichbarkeit für alle Mitglieder weiter zu optimieren. Der Sonntag stand dann im Zeichen der Verantwortung – es wurden neue Ämter im Vorstand und Beirat und unsere Frauenreferentin gewählt. Wir bedanken uns bei allen, die sich zur Wahl gestellt haben und freuen uns auf die frische Energie und die neuen Impulse! Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden für das konstruktive und engagierte Wochenende! Die bevorstehenden Aktivitäten werden mit dem gezeigten Engagement sicher erfolgreich und unseres Vereinsleben durch unsere Mitglieder aktiv mitgestaltet. Ihre Unterstützung ist uns wichtig!&#160; Der Vorstand bedankt sich herzlich bei allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern, die uns im vergangenen Jahr begleitet haben. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied und jede Spende. Für Spenden können wir selbstverständlich eine Spendenbescheinigung ausstellen.&#160; Kontakt:&#160;&#160; pro plus berlin e.V.&#160; Info@proplusberlin.com&#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"> <strong><em>pro plus berlin e.V.</em> –</strong> <strong>Fruchtbares Mitgliederwochenende in Lutherstadt Wittenberg</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Freude blicken wir auf unser kürzlich abgehaltenes Mitgliederwochenende zurück, das vom 21. bis zum 23. Februar 2025 in Lutherstadt Wittenberg stattfand. Die Wahl dieses Ortes ermöglichte eine erfreulich hohe Teilnahme von circa 20 Personen, von denen viele die gemeinschaftliche Anreise per Zug oder Auto nutzten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wochenende bot eine produktive Plattform für den intensiven Austausch und die Entwicklung neuer Ideen zur zukünftigen Gestaltung unseres Vereinslebens von <strong>pro plus berlin e.V.</strong>. Ein wesentlicher Bestandteil waren die Überlegungen zum Welt-Aids-Tag 2025, dem Frauenfachtag sowie weitere Überlegungen zur Zukunft des Vereins.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die angenehme Atmosphäre des gewählten Hotels trug maßgeblich zum konstruktiven Dialog bei. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden im Rahmen einer einstündigen Führung die Gelegenheit, die historische Bedeutung und das kulturelle Erbe der Lutherstadt Wittenberg kennenzulernen. Die Abende standen im Zeichen des informellen Austauschs und der persönlichen Vernetzung der Mitglieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Hinblick auf zukünftige Aktivitäten von <strong>pro plus berlin e.V.</strong> wurden unter anderem die Teilnahme am CSD und dem schwul-lesbischen Stadtfest, die alljährliche Fahrradtour und Floßfahrt, das schwul-lesbische Straßenfest sowie die regelmäßig stattfindenden Stammtische thematisiert. Es ist zudem beschlossen worden, einen zusätzlichen Stammtisch im Westen der Stadt zu etablieren, um die Erreichbarkeit für alle Mitglieder weiter zu optimieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sonntag stand dann im Zeichen der Verantwortung – es wurden neue Ämter im Vorstand und Beirat und unsere Frauenreferentin gewählt. Wir bedanken uns bei allen, die sich zur Wahl gestellt haben und freuen uns auf die frische Energie und die neuen Impulse!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden für das konstruktive und engagierte Wochenende! Die bevorstehenden Aktivitäten werden mit dem gezeigten Engagement sicher erfolgreich und unseres Vereinsleben durch unsere Mitglieder aktiv mitgestaltet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihre Unterstützung ist uns wichtig!</strong>&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorstand bedankt sich herzlich bei allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern, die uns im vergangenen Jahr begleitet haben. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied und jede Spende. Für Spenden können wir selbstverständlich eine Spendenbescheinigung ausstellen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kontakt:</strong>&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">pro plus berlin e.V.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="mailto:Info@proplusberliun.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Info@proplusberlin.com</a>&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr auf dem laufenden bleiben möchtet was unsere Veranstaltungen betrifft, abonniert doch am besten unseren Newsletter. Dort informieren wir euch immer als erstes sobald neue Veranstaltungen geplant sind bzw. sobald man sich dafür anmelden kann.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Welt-AIDS-Tag 2024</title>
		<link>https://proplusberlin.com/welt-aids-tag-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[proplusberlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2024 13:01:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[WAT 2024]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
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		<category><![CDATA[WeltAidsTag]]></category>
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					<description><![CDATA[von Wolfgang Bißdorf pro plus berlin e.V. – Gemeinsam stark mit HIV, das ganze Jahr über  Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember ist für uns Anlass, auf unsere kontinuierliche Arbeit zur Aufklärung über HIV und AIDS hinzuweisen. Denn für uns ist das ganze Jahr Welt-Aids-Tag.  Als pro plus berlin e.V. sind wir eine Anlaufstelle für alle, die sich zum Thema HIV austauschen oder informieren möchten. In unserem Verein finden Menschen mit HIV und deren Freunde Unterstützung, Austausch und Gemeinschaft.  Vielfältige Aktivitäten für ein aktives Vereinsleben&#160; Im vergangenen Jahr haben wir ein buntes Programm für unsere Mitglieder angeboten. Von einer gemeinsamen Fahrradtour über eine angeregte und entspannte Floßfahrt auf der Havel bis hin zum informativen Fachtag für Frauen im Oktober – bei uns ist für jeden etwas dabei. Unser monatlicher Stammtisch bietet zudem eine regelmäßige Gelegenheit zum Austausch. Durch diese vielfältigen Aktivitäten konnten wir in diesem Jahr zehn neue Mitglieder gewinnen. Ganz besonders freut uns, dass die meisten neuen Mitglieder weiblich sind und der Verein auf diese Weise einen neuen Drive bekommt.  Wir begrüßen auch herzlich die Kunstgruppe Rosa Reiter von und mit Menschen mit HIV in unseren Reihen, die in diesem Jahr ein neues Zuhause bei uns gefunden hat.   Zukunftspläne für ein noch stärkeres Netzwerk&#160; Im Februar planen wir ein spannendes Mitgliederwochenende, bei dem wir uns zu aktuellen Themen zu HIV austauschen und gemeinsam die Zukunft unseres Vereins gestalten wollen. Ideen und Anregungen aus den Reihen unserer Mitglieder und Unterstützer sind uns dabei sehr wichtig.&#160; An den Erfolg unseres ersten Fachtags für Frauen wollen wir direkt im April anknüpfen und ein zweites Treffen organisieren.  Ihre Unterstützung ist uns wichtig!&#160; Der Vorstand bedankt sich herzlich bei allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern, die uns im vergangenen Jahr begleitet haben. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied und jede Spende. Für Spenden können wir selbstverständlich eine Spendenbescheinigung ausstellen.&#160; Kontakt:&#160;&#160; pro plus berlin e.V.  Postfach 31 10 42   10640 Berlin&#160;&#160; Info@proplusberlin.com&#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">von Wolfgang Bißdorf</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>pro plus berlin e.V.</em> – Gemeinsam stark mit HIV, das ganze Jahr über</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember ist für uns Anlass, auf unsere kontinuierliche Arbeit zur Aufklärung über HIV und AIDS hinzuweisen. Denn für uns ist das ganze Jahr Welt-Aids-Tag. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als <strong><em>pro plus berlin e.V.</em></strong> sind wir eine Anlaufstelle für alle, die sich zum Thema HIV austauschen oder informieren möchten. In unserem Verein finden Menschen mit HIV und deren Freunde Unterstützung, Austausch und Gemeinschaft. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vielfältige Aktivitäten für ein aktives Vereinsleben</strong>&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im vergangenen Jahr haben wir ein buntes Programm für unsere Mitglieder angeboten. Von einer gemeinsamen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_aDvVclCXaw" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fahrradtour</a> über eine angeregte und entspannte <a href="https://www.youtube.com/watch?v=i3bGzuPtCjM" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Floßfahrt</a> auf der Havel bis hin zum informativen <a href="https://proplusberlin.com/fachtag-frauen/" data-type="post" data-id="6876" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fachtag für Frauen</a> im Oktober – bei uns ist für jeden etwas dabei. Unser monatlicher <a href="https://proplusberlin.com/veranstaltungen/stammtisch/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stammtisch</a> bietet zudem eine regelmäßige Gelegenheit zum Austausch. Durch diese vielfältigen Aktivitäten konnten wir in diesem Jahr zehn neue Mitglieder gewinnen. Ganz besonders freut uns, dass die meisten neuen Mitglieder weiblich sind und der Verein auf diese Weise einen neuen Drive bekommt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir begrüßen auch herzlich die <a href="https://proplusberlin.com/kunstgruppe-rosa-reiter/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kunstgruppe Rosa Reiter</a> von und mit Menschen mit HIV in unseren Reihen, die in diesem Jahr ein neues Zuhause bei uns gefunden hat.  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zukunftspläne für ein noch stärkeres Netzwerk</strong>&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar planen wir ein spannendes Mitgliederwochenende, bei dem wir uns zu aktuellen Themen zu HIV austauschen und gemeinsam die Zukunft unseres Vereins gestalten wollen. Ideen und Anregungen aus den Reihen unserer Mitglieder und Unterstützer sind uns dabei sehr wichtig.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Erfolg unseres ersten <a href="https://proplusberlin.com/fachtag-frauen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fachtags für Frauen</a> wollen wir direkt im April anknüpfen und ein zweites Treffen organisieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ihre Unterstützung ist uns wichtig!</strong>&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorstand bedankt sich herzlich bei allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern, die uns im vergangenen Jahr begleitet haben. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied und jede Spende. Für Spenden können wir selbstverständlich eine Spendenbescheinigung ausstellen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kontakt:</strong>&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">pro plus berlin e.V. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Postfach 31 10 42  </p>



<p class="wp-block-paragraph">10640 Berlin&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="mailto:Info@proplusberliun.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Info@proplusberlin.com</a>&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr auf dem laufenden bleiben möchtet was unsere Veranstaltungen betrifft, abonniert doch am besten unseren Newsletter. Dort informieren wir euch immer als erstes sobald neue Veranstaltungen geplant sind bzw. sobald man sich dafür anmelden kann.</p>



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		<title>Fast Track City Summit 2021</title>
		<link>https://proplusberlin.com/fast-track-city-summit-2021/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[proplusberlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Oct 2021 09:44:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[pro plus berlin e.V. bei...]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
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					<description><![CDATA[von Christoph Schreiber Am 24. und 25.9.2021 fand im Roten Rathaus in Berlin zum ersten Mal der Berlin: Fast-Track City Summit (bisher: HIV im Dialog) statt. Die Fast-Track Cities Initiative der WHO/UNAIDS bedeutet übersetzt:&#160; Stadt auf der Überholspur.&#160; Das Land Berlin ist diesem Netzwerk im Jahr 2016 beigetreten. Weltweit haben sich über 300 Metropolen dem Ziel verpflichtet, bis spätestens zum Jahr 2030 auf das Ende von neuen Aids-Erkrankungen hinzuarbeiten.&#160; Schon 2019 konnte Berlin die erste 90 des Ziels 0-90-90-90 erreichen. Diese Zahlenkombination bedeutet:&#160; Null Stigmatisierung&#160;&#160; 90 % aller Menschen mit HIV wissen von ihrer Infektion&#160; von diesen sind 90 % in antiretroviraler Therapie&#160; von diesen Behandelten ist wiederum bei 90 % das Virus unter der Nachweisgrenze.&#160; Bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze ist die Weitergabe einer HIV-Infektion ausgeschlossen. Die entsprechende Erfolgskaskade für Berlin war Ende 2019: 0-90-96-96.&#160; Die Herausforderung für die nächste Zielsetzung 0-95-95-95 bis 2025 liegt in der Entstigmatisierung von HIV und Aids. Aufklärung und Information sind neben Testangeboten wichtige Bausteine.&#160; So gesehen haben wir in Berlin das Ziel 0-90-90-90 nur zu ¾ erreicht, denn an dem Ziel der Null Diskriminierung von HIV-positiven Menschen sind wir noch lange nicht angekommen! Auch beim medizinischen Personal muss die Existenz von HIV kontinuierlich im Bewusstsein bleiben. Zu häufig werden HIV-Infektionen immer noch nicht rechtzeitig erkannt, so dass aus einer HIV-Infektion eine lebensbedrohliche Aids-Erkrankung werden kann. So selbstverständlich wie heute auf SARS-CoV2 getestet wird, muss auch der HIV-Test weiter in den diagnostischen Blick genommen werden.&#160; Zusätzlich gilt es, Menschen für einen HIV-Test zu motivieren. Hierzu stehen neben Testangeboten des öffentlichen Gesundheitsdienstes und freier Träger seit langem auch Selbsttests für zu Hause zur Verfügung.&#160; Hier findest du eine HIV-Teststelle in deiner Nähe. Hier findest du Informationen über dem Heim-Test.&#160; Wie viel Diskrminierung HIV-positive Menschen erfahren trug Eléonore Willems der Deutschen Aidshilfe im Slot “Abbau von Stigmatisierung im Gesundheitswesen“ vor. Sie trug einige Ergebnisse der Umfrage positive Stimmen 2.0 vor, die 2020/2021 durchgeführt wurde. Die Befragung wurde zum einen in Peer-to-Peer Interviews durchgeführt und zum anderen in einer Online Befragung.&#160;Ausserdem wurde das Projekt wissenschaftlich vom IDZ, vom Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena, begleitet. 25% der Befragten geben zum Beispiel an, dass sie ihre HIV-Infektionen bei Ärzten ausserhalb der Schwerpunktpraxis nicht angeben. Grundsätzlich muss man seine HIV-Infektion beim Arzt nicht angeben und das ist auch richtig. Jede*r muss für sich selbst entscheiden, ob er*sie das möchte.&#160; Dabei kann es durchaus sehr wichtig sein, dass der*die behandelnde Arzt oder Ärztin von der Infektion weis. Gerade im Hinblick auf evtl. auftretenden Wechsel-/Nebenwirkungen von den im allgemeinen gut verträglichen HIV-Medikamenten mit anderen Medikamenten/Behandlungen. Natürlich treten solche Wechsel-/Nebenwirkungen nur sehr selten auf, im allerschlimmsten Fall können diese aber eben auftreten und sogar den Behandlungserfolg minimieren oder den eigenen Zustand gar verschlechtern. Wenn wir uns Kommentare von Befragten anschauen, wissen wir auch warum so viele Menschen ihre HIV-Infektion nicht immer angeben, bzw. angeben wollen. Eléonore Willem hat uns freundlicher weise Ihre Präsentation zur Verfügung gestellt. Die Präsentation könnt ihr hier einsehen.&#160; Die Gesamtergebnisse der positiven Stimmen 2.0 findet ihr hier.&#160; Wir haben also noch allerhand zu tun, erstrecht gegen Diskriminierung und Stigmatisierung von HIV-positiven Menschen Es liegt im Bereich des möglichen das wir alle zusammen die Ziele 95-95-95 bis 2025 erreichen werden. Die voran gestellte Null für Null Diskriminierung werden wir nach aktuellem Stand wohl auch bis ins Jahr 2025 nicht erreicht haben.   Es ging aber auch darum, wie man die aktuellen Teststrategien ändern muss um noch mehr Menschen die Möglichkeit zu eröffnen sich regelmäßig auf HIV und auch andere sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen zu können. Seit 2016 gibt es in Berlin auch eine Clearingstelle für Menschen ohne Krankenversicherung. Diese Stelle wird vom Senat für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung finanziert. Seit 2021 gibt es auch eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Clearingstelle und dem Checkpoint am Hermannplatz um Menschen ohne Versicherung den Zugang zu HIV-Medikamenten zu ermöglichen. Hier findet ihr noch das offizielle Programm der Fast Track City Veranstaltung um einzelne Programmpunkte nach zu lesen:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">v<em>on Christoph Schreiber</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 24. und 25.9.2021 fand im <a href="https://www.berlin.de/sehenswuerdigkeiten/3559880-3558930-rotes-rathaus.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Roten Rathaus</a> in Berlin zum ersten Mal der Berlin: <a rel="noreferrer noopener" href="https://fast-track-city-summit.berlin" target="_blank">Fast-Track City Summit</a> (bisher: HIV im Dialog) statt. Die <a href="https://www.unaids.org/en/cities" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fast-Track Cities Initiative der WHO/UNAIDS</a> bedeutet übersetzt:&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stadt auf der Überholspur.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Land Berlin ist diesem Netzwerk im Jahr 2016 beigetreten. Weltweit haben sich über 300 Metropolen dem Ziel verpflichtet, bis spätestens zum Jahr 2030 auf das Ende von neuen Aids-Erkrankungen hinzuarbeiten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon 2019 konnte Berlin die erste 90 des Ziels 0-90-90-90 erreichen. Diese Zahlenkombination bedeutet:&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Null Stigmatisierung&nbsp;&nbsp;</li><li>90 % aller Menschen mit HIV wissen von ihrer Infektion&nbsp;</li><li>von diesen sind 90 % in antiretroviraler Therapie&nbsp;</li><li>von diesen Behandelten ist wiederum bei 90 % das Virus unter der Nachweisgrenze.&nbsp;</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://magazin.hiv/magazin/praevention-wissen/die-fakten-hinter-uu/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze ist die Weitergabe einer HIV-Infektion ausgeschlossen.</a> Die entsprechende Erfolgskaskade für Berlin war Ende 2019: 0-90-96-96.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herausforderung für die nächste Zielsetzung 0-95-95-95 bis 2025 liegt in der Entstigmatisierung von HIV und Aids. Aufklärung und Information sind neben Testangeboten wichtige Bausteine.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">So gesehen haben wir in Berlin das Ziel 0-90-90-90 nur zu ¾ erreicht, denn an dem Ziel der Null Diskriminierung von HIV-positiven Menschen sind wir noch lange nicht angekommen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch beim medizinischen Personal muss die Existenz von HIV kontinuierlich im Bewusstsein bleiben. Zu häufig werden HIV-Infektionen immer noch nicht rechtzeitig erkannt, so dass aus einer HIV-Infektion eine lebensbedrohliche Aids-Erkrankung werden kann. So selbstverständlich wie heute auf SARS-CoV2 getestet wird, muss auch der HIV-Test weiter in den diagnostischen Blick genommen werden.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich gilt es, Menschen für einen HIV-Test zu motivieren. Hierzu stehen neben Testangeboten des öffentlichen Gesundheitsdienstes und freier Träger seit langem auch Selbsttests für zu Hause zur Verfügung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier findest du eine <a href="https://www.aidshilfe.de/wo-auf-hiv-testen#gesundheits-mter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">HIV-Teststelle</a> in deiner Nähe. Hier findest du Informationen über dem <a href="https://www.aidshilfe.de/hiv-selbsttest" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Heim-Test</a>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viel Diskrminierung HIV-positive Menschen erfahren trug Eléonore Willems der <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.aidshilfe.de" target="_blank">Deutschen Aidshilfe</a> im Slot “Abbau von Stigmatisierung im Gesundheitswesen“ vor. Sie trug einige Ergebnisse der Umfrage <a rel="noreferrer noopener" href="https://hiv-diskriminierung.de/ueber-das-projekt" target="_blank">positive Stimmen 2.0</a> vor, die 2020/2021 durchgeführt wurde. Die Befragung wurde zum einen in Peer-to-Peer Interviews durchgeführt und zum anderen in einer Online Befragung.&nbsp;Ausserdem wurde das Projekt wissenschaftlich vom IDZ, vom <a href="https://www.idz-jena.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft</a> in Jena, begleitet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">25% der Befragten geben zum Beispiel an, dass sie ihre HIV-Infektionen bei Ärzten ausserhalb der Schwerpunktpraxis nicht angeben. Grundsätzlich muss man seine HIV-Infektion beim Arzt nicht angeben und das ist auch richtig. Jede*r muss für sich selbst entscheiden, ob er*sie das möchte.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei kann es durchaus sehr wichtig sein, dass der*die behandelnde Arzt oder Ärztin von der Infektion weis. Gerade im Hinblick auf evtl. auftretenden Wechsel-/Nebenwirkungen von den im allgemeinen gut verträglichen HIV-Medikamenten mit anderen Medikamenten/Behandlungen. Natürlich treten solche Wechsel-/Nebenwirkungen nur sehr selten auf, im allerschlimmsten Fall können diese aber eben auftreten und sogar den Behandlungserfolg minimieren oder den eigenen Zustand gar verschlechtern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir uns Kommentare von Befragten anschauen, wissen wir auch warum so viele Menschen ihre HIV-Infektion nicht immer angeben, bzw. angeben wollen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eléonore Willem hat uns freundlicher weise Ihre Präsentation zur Verfügung gestellt. Die Präsentation könnt ihr hier einsehen.&nbsp;</p>



<div data-wp-interactive="core/file" class="wp-block-file"><object data-wp-bind--hidden="!state.hasPdfPreview" hidden class="wp-block-file__embed" data="https://proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/10/HIV-bezogene-Diskriminierung-im-Gesundheitswesen-Fast-Track-City-Summit.pdf" type="application/pdf" style="width:100%;height:600px" aria-label="Einbettung von Einbettung von Präsentation positive Stimmen 2.0.."></object><a id="wp-block-file--media-e53f7ce6-e63b-4cb7-9a33-34bb14211b22" href="https://proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/10/HIV-bezogene-Diskriminierung-im-Gesundheitswesen-Fast-Track-City-Summit.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Präsentation positive Stimmen 2.0</a></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gesamtergebnisse der positiven Stimmen 2.0 findet ihr <a rel="noreferrer noopener" href="https://hiv-diskriminierung.de/positive-stimmen.de/ergebnisse" target="_blank">hier</a>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben also noch allerhand zu tun, erstrecht gegen Diskriminierung und Stigmatisierung von HIV-positiven Menschen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es liegt im Bereich des möglichen das wir alle zusammen die Ziele 95-95-95 bis 2025 erreichen werden. Die voran gestellte Null für Null Diskriminierung werden wir nach aktuellem Stand wohl auch bis ins Jahr 2025 nicht erreicht haben.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ging aber auch darum, wie man die aktuellen Teststrategien ändern muss um noch mehr Menschen die Möglichkeit zu eröffnen sich regelmäßig auf HIV und auch andere sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen zu können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2016 gibt es in Berlin auch eine Clearingstelle für Menschen ohne Krankenversicherung. Diese Stelle wird vom <a href="https://www.berliner-stadtmission.de/clearingstellehttps://www.berliner-stadtmission.de/clearingstelle" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Senat für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung</a> finanziert. Seit 2021 gibt es auch eine Kooperationsvereinbarung zwischen der <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.berliner-stadtmission.de/clearingstelle" target="_blank">Clearingstelle</a> und dem <a rel="noreferrer noopener" href="https://checkpoint-bln.de" target="_blank">Checkpoint am Hermannplatz</a> um Menschen ohne Versicherung den Zugang zu HIV-Medikamenten zu ermöglichen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier findet ihr noch das offizielle Programm der Fast Track City Veranstaltung um einzelne Programmpunkte nach zu lesen: </p>



<div data-wp-interactive="core/file" class="wp-block-file"><object data-wp-bind--hidden="!state.hasPdfPreview" hidden class="wp-block-file__embed" data="https://proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/10/Programm-Fast-Track-City-Summit.pdf" type="application/pdf" style="width:100%;height:610px" aria-label="Einbettung von Einbettung von Programm-Fast-Track-City-Summit.."></object><a id="wp-block-file--media-cce70136-aea7-4f00-8ffa-dfd0ab44b936" href="https://proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/10/Programm-Fast-Track-City-Summit.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Programm-Fast-Track-City-Summit</a></div>
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		<title>Merkmal &#8222;ANST&#8220;; warum werden Menschen mit HIV bei der Polizei extra gekennzeichnet?</title>
		<link>https://proplusberlin.com/anst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[proplusberlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Sep 2021 16:27:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
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					<description><![CDATA[von Christoph Schreiber In weniger als einem Monat findet die&#160;Bundestagswahl&#160;statt und zeitgleich bei uns hier in Berlin die&#160;Wahl&#160;zum&#160;Berliner Abgeordnetenhaus.&#160; Deswegen haben wir von&#160;pro plus berlin e.V.&#160;mal bei allen Parteien, welche sich zur Wahl in Berlin haben aufstellen lassen (Stand 29.07.2021), zum Thema ANST nachgefragt. Zur kurzen Erklärung: Mit dem Kürzel „ANST“ für Ansteckungsgefahr werden in Akten und in den elektronischen Datenbanken der deutschen Polizei (INPOL) Personen gekennzeichnet, die mit HIV, Hepatitis B oder Hepatitis C infiziert sind. Quelle: Wikipedia Hierzu muss man nicht mal straffällig werden. Es genügt schon „nur Verdächtige*r“ einer Straftat zu sein.&#160; Selbst wenn eine beschuldigte Person freigesprochen wird, diese Person also völlig zu Unrecht angeklagt und eines Verbrechens beschuldigt wurde, kann das Merkmal ANST weiterhin in den personenbezogenen Daten der Polizei gespeichert sein.&#160; Gespeichert wird das ganze in INPOL (Informationssystem der Polzei).&#160;Aber wer hat alles Zugriff auf diese Datenbank? Hierzu schreibt das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI): “Zugriff auf das System haben neben dem&#160;BKA&#160;die Landespolizeidienststellen, die Bundespolizei, die Polizei des deutschen Bundestags, die Zollbehörden und das Kraftfahrtbundesamt. Die angeschlossenen Behörden können auf personenbezogene Daten bereits wenige Sekunden nach der Erfassung zugreifen.“ Quelle:&#160;Internetseite BMI Dies kann bei einer Verkehrskontrolle dazu führen, dass Menschen die HIV-positiv sind, aufgrund vielleicht auch nicht selbstverschuldeter Ereignisse, von einem*einer Polizeibeamt*in seinen*ihren Führerschein mit Handschuhen zurückbekommt. Nur weil, warum auch immer, das Merkmal ANST in der Datenbank vorhanden ist.&#160; Das bei einer normalen Verkehrskontrolle nicht ausreichend Viren für eine HIV-, Hepatitis B- oder Hepatitis C-Infektion übertragen werden können, dürfte klar sein.&#160;(Quelle:&#160;Übertragungswege HIV,&#160;Übertragungswege Hepatitis B,&#160;Übertragungswege Hepatitis C). Viele finden das Speichern solcher Personenbezogener Daten und die damit einhergehende Diskriminierung für nicht gerechtfertigt.&#160; Aber was ist Diskriminierung? Diskriminierung im rechtlichen Sinne ist: Eine Diskriminierung im rechtlichen Sinne ist eine Ungleichbehandlung einer Person aufgrund einer (oder mehrerer) rechtlich geschützter Diskriminierungskategorien ohne einen sachlichen Grund, der die Ungleichbehandlung rechtfertigt. Die Benachteiligung kann ausgedrückt sein z. B. durch das Verhalten einer Person, durch eine Vorschrift oder eine Maßnahme. Quelle:&#160;Antidiskriminierungsstelle des Bundes Einige Parteien und alle öffentlichen Stellen berufen sich darauf, ihre Bediensteten vor einer Übertragung von HIV-, Hepatitis B- und Hepatitis C-Viren schützen zu wollen.&#160; Die Partei&#160;DIE LINKE im Bundestag&#160;hat schon am 12. November 2015 in einer kleinen Anfrage (Quelle:&#160;Drucksache 18/6755) die Frage „Zur Stigmatisierung HIV-positiver Menschen“ an die Bundesregierung gestellt.&#160; Dazu wird in Frage 20 auch auf das Merkmal ANST eingegangen: „Welche Fälle einer Übertragung von HIV oder Hepatitis an Polizeibeamte im Rahmen eines Polizeieinsatzes sind der Bundesregierung bekannt?“ Quelle:&#160;Drucksache 18/6755 Die Bundesregierung antwortete am 7. Dezember 2015 wie folgt auf diese Frage: Im Bundeskriminalamt (BKA) kam es bisher zu keiner HIV-/Hepatitis-Infektion im Rahmen eines Einsatzes. Es gab allerdings einzelne Verdachtsfälle, bei denen sodann entsprechende postexpositionelle Maßnahmen/Untersuchungen durchgeführt wurden. Bei der Bundespolizei sind ebenfalls keine Übertragungsfälle von Hepatitis B oder C oder HIV im Rahmen von Polizeieinsätzen bekannt. Quelle:&#160;Drucksache 18/6949 Hier geht es zwar in erster Linie bei der Anfrage um Polizeibeamt*innen der Bundespolizei, da die Landespolizeibeamt*innen aber auch Thema bei den Landtagswahlen sind, hier in Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus, haben wir von&#160;pro plus berlin e.V.&#160;den Parteien vier spezifische Fragen zum Thema ANST gestellt und möchten euch hier nun die Antworten präsentieren, die wir bisher erhalten haben. Hier findet ihr unsere Fragen die wir am 29. Juli 2021 per E-Mail an die Parteien gestellt haben. 1.&#160;&#160;&#160;&#160;Setzen Sie sich dafür ein, dass das Merkmal ANST bei Menschen mit HIV aus der polizeilichen Datenbank abgeschafft und vorhandene Vermerke gelöscht werden? &#8211; Falls Ja: Wie können Sie sich das vorstellen? &#8211; Falls Nein: Warum möchten Sie ANST weiterhin beibehalten, obwohl es keine wissenschaftlichen Gründe dafür gibt, diese Diskriminierung von Menschen mit HIV beizubehalten? &#160; 2.&#160;&#160;&#160;&#160;Werden Polizeischüler*innen in ihrer Ausbildung zum Polizeidienst auch zum Thema HIV aufgeklärt und wird ihnen vermittelt, dass von Menschen mit HIV generell keine Gefahr einer Übertragung von HIV im Alltag besteht? &#8211; Falls Ja: Wer unterrichtet dieses Thema? &#8211; Falls Nein: Warum wird dies nicht getan und setzen Sie sich dafür ein, dies zu ändern? &#160; 3.&#160;&#160;&#160;&#160;Unter ANST werden neben Menschen mit HIV auch Menschen gespeichert, die eine Hepatitis B oder C haben / hatten. Im Bereich Hepatitis konnten in den letzten Jahren enorme Erfolge in der Behandlung und Heilung erzielt werden. Gegen Hepatitis A &#38; B kann man sich unter anderem impfen lassen. Warum sollte ANST bei Infektionen, die sehr gut behandelbar sind, oder gegen die man sich heute impfen lassen kann weiter aufrecht erhalten bleiben? &#160; 4.&#160;&#160;&#160;&#160;Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit Infektionskrankheiten polizeilich erfasst werden? Quelle: Unsere Anfrage an die Parteien, 29.07.2021 Die Anfrage haben wir jeweils an die E-Mail Adressen der jeweiligen Parteien gesendet die auf deren Internetseiten frei zugänglich sind. Die Antworten, welche wir erhalten haben lassen sich dabei grundlegend in zwei Lager einteilen. Die Parteien, welche das Merkmal abschaffen wollen und die, welche das Merkmal beibehalten möchten. Im Lager &#8222;der Merkmal beibehalten&#8220; Parteien ist die Antwort der CDU Berlin zum Beispiel recht einfach und klar: Antwort zu Frage 1: Nein. [&#8230;]Quelle: Antwort auf unsere Wahlprüfsteine der CDU Etwas differenziert auseinandersetzen tut sich die LKR (Liberal-Konservative Reformer) Berlin in ihrer Antwort: Antwort zu Frage 1: Ich spreche mich gegen die Streichung des personengebundenen Hinweises(PHW) &#8222;ANST&#8220; aus und möchte dies auch begründen. Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass im Katalog von &#8222;INPOL-neu&#8220;(Anmerkung: Das System INPOL wurde bereits vor Jahren ersetzt) erfasste PHW auch immer wieder ergänzt, abgeändert oder entfernt werden. Hier folgen die betroffenen Behörden des Bundes (Bundeskriminalamt, Bundespolizei, Polizei des Deutschen Bundestages, Bundeszollverwaltung) und der Länder (Landespolizeien) auch der gesellschaftlichen Entwicklung sowie den soziologischen und medizinischen Erkenntnissen. Zu diesem Zwecke tagt mindestens einmal jährlich ein vom Bundeskriminalamt geführtes Gremium.Ich glaube auch, dass für Nicht-Polizeikräfte sehr schnell der falsche Eindruck entstehen kann, dass hier künstliche Vorurteile geschaffen werden. Vergessen wir aber nicht, dass der Staat in seiner Eigenschaft als Dienstherr seinen Beschäftigten gegenüber eine Fürsorgepflicht wahrzunehmen hat. Quelle: Antwort auf unsere Wahlprüfsteine der LKR Diese Antwort ist jedoch gegen unsere Überzeugung von keiner Diskriminierung von Menschen mit HIV und können wir dementsprechend nicht unterstützen. Auf der anderen Seite hingegen gibt es viel Unterstützung von Parteien das Merkmal abzuschaffen. Als eine guten Begründung sei beispielhaft auf die Antwort der Partei DIE LINKE verwiesen. Dort heißt es u.a.: Antwort zu Frage 3: Es ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, welchen konkreten Nutzen &#8211; auch und gerade zur Eigensicherung &#8211; der PHW &#8222;ANST&#8220; haben soll, da die Gefahr einer Ansteckung im Einsatzfall nahezu nur bei Personen besteht, die selber noch nicht wissen, dass sie mit einer entsprechenden Krankheit infiziert sind. Andere Maßnahmen der Eigensicherung erscheinen hier effektiver und nicht diskriminieren. Quelle: Antwort auf unsere Wahlprüfsteine von DIE LINKE Denn selbst die Bundesregierung sagt, dass dem BKA keine Übertragung von HI- oder Hepatitis-Viren bekannt sei (siehe weiter oben im Beitrag).&#160; Jeder Mensch kann selbst eine Auskunft beim Bundeskriminalamt beantragen und weis so welche Daten über einem selbst dort gespeichert sind. Wie das ganze funktioniert erfahrt ihr hier. Wieso also wird ANST nicht abgeschafft, denn offensichtlich gibt es nur einen einzigen Nutzen der Daten; Menschen einen Stempel der infektiösität aufzusetzen! Solltet ihr noch an weiteren Antworten der Parteien interessiert sein, dann könnt ihr hier die Antworten der Parteien die uns geantwortet haben im Wortlaut lesen: Partei Originalantwort (PDF) CDU Original Antwort SPD Original Antwort DIE LINKE Original Antwort FDP Original Antwort Bündnis 90/Die Grünen Original Antwort AFD noch keine Antwort erhalten NPD Zustellung der Frage nicht möglich da Postfach überfüllt ÖDP noch keine Antwort erhalten Die Grauen noch keine Antwort erhalten DKP noch keine Antwort erhalten SGP noch keine Antwort erhalten Piraten noch keine Antwort erhalten Graue Panther noch keine Antwort erhalten Die PARTEI noch keine Antwort erhalten VOLT Original Antwort Die Humanisten noch keine Antwort erhalten LD noch keine Antwort erhalten du. noch keine Antwort erhalten Freie Wähler noch keine Antwort erhalten Klimaliste Berlin noch keine Antwort erhalten B* noch keine Antwort erhalten Gesundheitsforschung Original Antwort Tierschutzpartei keine Zustellung möglich LKR Original Antwort Tierschutz hier! noch keine Antwort erhalten Mieterpartei noch keine Antwort erhalten Berlin bildet! noch keine Antwort erhalten dieBasis Original Antwort TEAM TODENHÖFER noch keine Antwort erhalten die pinken/Bündnis 21 noch keine Antwort erhalten Stand 09.09.2021]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>von Christoph Schreiber</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In weniger als einem Monat findet die&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.bundestagswahl-2021.de/" target="_blank">Bundestagswahl</a>&nbsp;statt und zeitgleich bei uns hier in Berlin die&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/berlin-2021/337701/fakten-zur-wahl" target="_blank">Wahl</a>&nbsp;zum&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.parlament-berlin.de/de/Startseite" target="_blank">Berliner Abgeordnetenhaus</a>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deswegen haben wir von&nbsp;<strong><em>pro plus berlin e.V.&nbsp;</em></strong>mal bei allen Parteien, welche sich zur Wahl in Berlin haben aufstellen lassen (Stand 29.07.2021), zum Thema ANST nachgefragt.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Zur kurzen Erklärung:</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-border-color has-vivid-red-border-color" style="border-radius:100px"><blockquote><p>Mit dem Kürzel „ANST“ für Ansteckungsgefahr werden in Akten und in den elektronischen Datenbanken der deutschen Polizei (INPOL) Personen gekennzeichnet, die mit HIV, Hepatitis B oder Hepatitis C infiziert sind.</p><cite>Quelle: <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/ANST_(Polizeik%C3%BCrzel)#cite_note-1" target="_blank">Wikipedia</a></cite></blockquote></figure>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph">Hierzu muss man nicht mal straffällig werden. Es genügt schon „nur Verdächtige*r“ einer Straftat zu sein.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst wenn eine beschuldigte Person freigesprochen wird, diese Person also völlig zu Unrecht angeklagt und eines Verbrechens beschuldigt wurde, kann das Merkmal ANST weiterhin in den personenbezogenen Daten der Polizei gespeichert sein.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gespeichert wird das ganze in INPOL (<a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/INPOL" target="_blank">Informationssystem der Polzei</a>).&nbsp;Aber wer hat alles Zugriff auf diese Datenbank?</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Hierzu schreibt das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI):</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-text-align-center has-border-color has-vivid-red-border-color" style="border-radius:100px"><blockquote><p>“Zugriff auf das System haben neben dem&nbsp;BKA&nbsp;die Landespolizeidienststellen, die Bundespolizei, die Polizei des deutschen Bundestags, die Zollbehörden und das Kraftfahrtbundesamt. Die angeschlossenen Behörden können auf personenbezogene Daten bereits wenige Sekunden nach der Erfassung zugreifen.“</p><cite>Quelle:&nbsp;<a href="https://www.bmi.bund.de/DE/themen/sicherheit/nationale-und-internationale-zusammenarbeit/polizeiliches-informationswesen/polizeiliches-informationswesen-node.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internetseite BMI</a></cite></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dies kann bei einer Verkehrskontrolle dazu führen, dass Menschen die HIV-positiv sind, aufgrund vielleicht auch nicht selbstverschuldeter Ereignisse, von einem*einer Polizeibeamt*in seinen*ihren Führerschein mit Handschuhen zurückbekommt. Nur weil, warum auch immer, das Merkmal ANST in der Datenbank vorhanden ist.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bei einer normalen Verkehrskontrolle nicht ausreichend Viren für eine HIV-, Hepatitis B- oder Hepatitis C-Infektion übertragen werden können, dürfte klar sein.&nbsp;(Quelle:&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HIV_AIDS.html;jsessionid=2EC92D3348142E5D53DD743C89FE38CA.internet072#doc2374480bodyText5" target="_blank">Übertragungswege HIV</a>,&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisB.html;jsessionid=4775F7E4EDEDD81DACA56FEFD4D462FB.internet122#doc2390050bodyText5" target="_blank">Übertragungswege Hepatitis B</a>,&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisC.html;jsessionid=9759427B10A2217CFA8CD350FF11D91F.internet071#doc2389942bodyText5" target="_blank">Übertragungswege Hepatitis C</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele finden das Speichern solcher Personenbezogener Daten und die damit einhergehende Diskriminierung für nicht gerechtfertigt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber was ist Diskriminierung?</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Diskriminierung im rechtlichen Sinne ist:</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-text-align-center has-border-color has-vivid-red-border-color" style="border-radius:100px"><blockquote><p>Eine Diskriminierung im rechtlichen Sinne ist eine Ungleichbehandlung einer Person aufgrund einer (oder mehrerer) rechtlich geschützter Diskriminierungskategorien ohne einen sachlichen Grund, der die Ungleichbehandlung rechtfertigt. Die Benachteiligung kann ausgedrückt sein z. B. durch das Verhalten einer Person, durch eine Vorschrift oder eine Maßnahme.</p><cite>Quelle:&nbsp;<a href="https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/Handbuch_Diskriminierungsschutz/Kapitel_2.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Antidiskriminierungsstelle des Bundes</a></cite></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Parteien und alle öffentlichen Stellen berufen sich darauf, ihre Bediensteten vor einer Übertragung von HIV-, Hepatitis B- und Hepatitis C-Viren schützen zu wollen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Partei&nbsp;<a href="https://www.linksfraktion.de/start/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">DIE LINKE im Bundestag</a>&nbsp;hat schon am 12. November 2015 in einer kleinen Anfrage (Quelle:&nbsp;<a href="https://dserver.bundestag.de/btd/18/067/1806755.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Drucksache 18/6755</a>) die Frage „Zur Stigmatisierung HIV-positiver Menschen“ an die Bundesregierung gestellt.&nbsp;</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Dazu wird in Frage 20 auch auf das Merkmal ANST eingegangen:</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-text-align-center has-border-color has-vivid-red-border-color" style="border-radius:100px"><blockquote><p>„Welche Fälle einer Übertragung von HIV oder Hepatitis an Polizeibeamte im Rahmen eines Polizeieinsatzes sind der Bundesregierung bekannt?“</p><cite>Quelle:&nbsp;<a href="https://dserver.bundestag.de/btd/18/067/1806755.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Drucksache 18/6755</a></cite></blockquote></figure>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Die Bundesregierung antwortete am 7. Dezember 2015 wie folgt auf diese Frage:</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-text-align-center has-border-color has-vivid-red-border-color" style="border-radius:100px"><blockquote><p>Im Bundeskriminalamt (BKA) kam es bisher zu keiner HIV-/Hepatitis-Infektion im Rahmen eines Einsatzes. Es gab allerdings einzelne Verdachtsfälle, bei denen sodann entsprechende postexpositionelle Maßnahmen/Untersuchungen durchgeführt wurden. Bei der Bundespolizei sind ebenfalls keine Übertragungsfälle von Hepatitis B oder C oder HIV im Rahmen von Polizeieinsätzen bekannt.</p><cite>Quelle:&nbsp;<a href="https://dserver.bundestag.de/btd/18/069/1806949.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Drucksache 18/6949</a></cite></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hier geht es zwar in erster Linie bei der Anfrage um Polizeibeamt*innen der Bundespolizei, da die Landespolizeibeamt*innen aber auch Thema bei den Landtagswahlen sind, hier in Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus, haben wir von&nbsp;<strong><em>pro plus berlin e.V.</em></strong>&nbsp;den Parteien vier spezifische Fragen zum Thema ANST gestellt und möchten euch hier nun die Antworten präsentieren, die wir bisher erhalten haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier findet ihr unsere Fragen die wir am 29. Juli 2021 per E-Mail an die Parteien gestellt haben.</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-border-color has-vivid-red-border-color has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background" style="border-radius:100px"><blockquote><p>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Setzen Sie sich dafür ein, dass das Merkmal ANST bei Menschen mit HIV aus der polizeilichen Datenbank abgeschafft und vorhandene Vermerke gelöscht werden?</p><p>&#8211; Falls Ja: Wie können Sie sich das vorstellen?</p><p>&#8211; Falls Nein: Warum möchten Sie ANST weiterhin beibehalten, obwohl es keine wissenschaftlichen Gründe dafür gibt, diese Diskriminierung von Menschen mit HIV beizubehalten?</p><p>&nbsp;</p><p>2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Werden Polizeischüler*innen in ihrer Ausbildung zum Polizeidienst auch zum Thema HIV aufgeklärt und wird ihnen vermittelt, dass von Menschen mit HIV generell keine Gefahr einer Übertragung von HIV im Alltag besteht?</p><p>&#8211; Falls Ja: Wer unterrichtet dieses Thema?</p><p>&#8211; Falls Nein: Warum wird dies nicht getan und setzen Sie sich dafür ein, dies zu ändern?</p><p>&nbsp;</p><p>3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Unter ANST werden neben Menschen mit HIV auch Menschen gespeichert, die eine Hepatitis B oder C haben / hatten. Im Bereich Hepatitis konnten in den letzten Jahren enorme Erfolge in der Behandlung und Heilung erzielt werden. Gegen Hepatitis A &amp; B kann man sich unter anderem impfen lassen.</p><p>Warum sollte ANST bei Infektionen, die sehr gut behandelbar sind, oder gegen die man sich heute impfen lassen kann weiter aufrecht erhalten bleiben?</p><p>&nbsp;</p><p>4.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit Infektionskrankheiten polizeilich erfasst werden?</p><cite>Quelle: <a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2vQe9_cUMB6ak68?e=d7wUH1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Unsere Anfrage an die Parteien, 29.07.2021</a></cite></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Anfrage haben wir jeweils an die E-Mail Adressen der jeweiligen Parteien gesendet die auf deren Internetseiten frei zugänglich sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Antworten, welche wir erhalten haben lassen sich dabei grundlegend in zwei Lager einteilen. Die Parteien, welche das Merkmal abschaffen wollen und die, welche das Merkmal beibehalten möchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Lager &#8222;der Merkmal beibehalten&#8220; Parteien ist die Antwort der <a href="https://cdu.berlin" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CDU Berlin</a> zum Beispiel recht einfach und klar:</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-border-color has-vivid-red-border-color" style="border-radius:100px"><blockquote><p>Antwort zu Frage 1:</p><p>Nein. </p>[&#8230;]<cite>Quelle: <a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2ULnlwNl5YXNCXV?e=6Qq2Sd" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Antwort auf unsere Wahlprüfsteine der CDU</a></cite></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas differenziert auseinandersetzen tut sich die LKR (<a href="https://be.lkr.de/start/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Liberal-Konservative Reformer</a>) Berlin in ihrer Antwort:</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-border-color has-vivid-red-border-color" style="border-radius:100px"><blockquote><p>Antwort zu Frage 1:</p><p>Ich spreche mich gegen die Streichung des personengebundenen Hinweises(PHW) &#8222;ANST&#8220; aus und möchte dies auch begründen. Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass im Katalog von &#8222;INPOL-neu&#8220;(Anmerkung: Das System INPOL wurde bereits vor Jahren ersetzt) erfasste PHW auch immer wieder ergänzt, abgeändert oder entfernt werden. Hier folgen die betroffenen Behörden des Bundes (Bundeskriminalamt, Bundespolizei, Polizei des Deutschen Bundestages, Bundeszollverwaltung) und der Länder (Landespolizeien) auch der gesellschaftlichen Entwicklung sowie den soziologischen und medizinischen Erkenntnissen. Zu diesem Zwecke tagt mindestens einmal jährlich ein vom Bundeskriminalamt geführtes Gremium.Ich glaube auch, dass für Nicht-Polizeikräfte sehr schnell der falsche Eindruck entstehen kann, dass hier künstliche Vorurteile geschaffen werden. Vergessen wir aber nicht, dass der Staat in seiner Eigenschaft als Dienstherr seinen Beschäftigten gegenüber eine Fürsorgepflicht wahrzunehmen hat.</p><cite>Quelle: <a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2ZY5WVZ5TtoYovj?e=2lFbEe" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Antwort auf unsere Wahlprüfsteine der LKR</a></cite></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Antwort ist jedoch gegen unsere Überzeugung von keiner Diskriminierung von Menschen mit HIV und können wir dementsprechend nicht unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der anderen Seite hingegen gibt es viel Unterstützung von Parteien das Merkmal abzuschaffen. Als eine guten Begründung sei beispielhaft auf die Antwort der Partei <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.linksfraktion.berlin/aktuelles/" target="_blank">DIE LINKE</a> verwiesen. Dort heißt es u.a.:</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-border-color has-vivid-red-border-color" style="border-radius:100px"><blockquote><p><span style="color: inherit;"></span></p><p>Antwort zu Frage 3:</p><p>Es ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, welchen konkreten Nutzen &#8211; auch und gerade zur Eigensicherung &#8211; der PHW &#8222;ANST&#8220; haben soll, da die Gefahr einer Ansteckung im Einsatzfall nahezu nur bei Personen besteht, die selber noch nicht wissen, dass sie mit einer entsprechenden Krankheit infiziert sind. Andere Maßnahmen der Eigensicherung erscheinen hier effektiver und nicht diskriminieren.</p><cite>Quelle: <a rel="noreferrer noopener" href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2ErNCawBu_1idov?e=jt2tbJ" target="_blank">A</a><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2ErNCawBu_1idov?e=GBNOH4" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ntwort auf unsere Wahlprüfsteine von DIE LINKE</a></cite></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Denn selbst die Bundesregierung sagt, dass dem BKA keine Übertragung von HI- oder Hepatitis-Viren bekannt sei (siehe weiter oben im Beitrag).&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder Mensch kann selbst eine Auskunft beim Bundeskriminalamt beantragen und weis so welche Daten über einem selbst dort gespeichert sind. Wie das ganze funktioniert erfahrt ihr <a href="https://www.bka.de/DE/KontaktAufnehmen/AnfragenAuskunftserteilung/AuskunftserteilungSpeicherungenInPolizeilichenDateien/auskunftserteilungspeicherungeninpolizeilichendateien_node.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieso also wird ANST nicht abgeschafft, denn offensichtlich gibt es nur einen einzigen Nutzen der Daten; Menschen einen Stempel der infektiösität aufzusetzen! </p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Solltet ihr noch an weiteren Antworten der Parteien interessiert sein, dann könnt ihr hier die Antworten der Parteien die uns geantwortet haben im Wortlaut lesen: </p>



<figure class="wp-block-table is-style-regular"><table><tbody><tr><td>Partei</td><td>Originalantwort (PDF)</td></tr><tr><td>CDU</td><td><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2ULnlwNl5YXNCXV?e=gzS9Gq" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Original Antwort</a></td></tr><tr><td>SPD</td><td><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn11MRatvYipyKqo1?e=DMHeEy" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Original Antwort</a></td></tr><tr><td>DIE LINKE</td><td><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2ErNCawBu_1idov?e=StSbQF" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Original Antwort</a></td></tr><tr><td>FDP</td><td><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn15spPTkSD21mmRj?e=7Efg8w" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Original Antwort</a></td></tr><tr><td>Bündnis 90/<br>Die Grünen</td><td><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2QCSdwHkQnjzrxj?e=vgBGGq" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Original Antwort</a></td></tr><tr><td>AFD</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>NPD</td><td><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2JVCYfYoMO95LNF?e=u2LkV4" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zustellung der Frage nicht möglich da Postfach überfüllt</a></td></tr><tr><td>ÖDP</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>Die Grauen</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>DKP</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>SGP</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>Piraten</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>Graue Panther</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>Die PARTEI</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>VOLT</td><td><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2DzxzOUFslHP3u1?e=fQ40JD" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Original Antwort</a></td></tr><tr><td>Die Humanisten</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>LD</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>du.</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>Freie Wähler</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>Klimaliste Berlin </td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>B*</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>Gesundheitsforschung</td><td><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn1-LerFPRH7oF9gb?e=WWqmDt" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Original Antwort</a></td></tr><tr><td>Tierschutzpartei</td><td><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2dzjgoMK-eGZslJ?e=IU7QXc" target="_blank" rel="noreferrer noopener">keine Zustellung möglich</a></td></tr><tr><td>LKR</td><td><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2ZY5WVZ5TtoYovj?e=hHTdrD" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Original Antwort</a></td></tr><tr><td>Tierschutz hier!</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>Mieterpartei</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>Berlin bildet!</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>dieBasis</td><td><a href="https://1drv.ms/b/s!AuEYK-pKrbtrn2h4qg_ETQTfFgSN?e=NiVnra" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Original Antwort</a></td></tr><tr><td>TEAM TODENHÖFER</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr><tr><td>die pinken/Bündnis 21</td><td>noch keine Antwort erhalten</td></tr></tbody></table><figcaption>Stand 09.09.2021</figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr auf dem laufenden bleiben möchtet was unsere Veranstaltungen betrifft, abonniert doch am besten unseren Newsletter. Dort informieren wir euch immer als erstes sobald neue Veranstaltungen geplant sind bzw. sobald man sich dafür anmelden kann.</p>



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</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">5063</post-id>	</item>
		<item>
		<title>SAVE OUR COMMUNITY &#8211; SAVE YOUR PRIDE</title>
		<link>https://proplusberlin.com/4949-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jul 2021 18:22:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[CSD]]></category>
		<category><![CDATA[Pride]]></category>
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					<description><![CDATA[- unter diesem Motto hat am vergangenen Wochenende nach einem Jahr Abstinenz der CSD Berlin (oder auch: Berlin Pride) stattgefunden. Und dieses Motto ist nach den vergangenen Monaten mehr als nötig.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>von Christoph Schaal-Breite</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8230; unter diesem Motto hat am vergangenen Wochenende nach einem Jahr Abstinenz der CSD Berlin (oder auch: Berlin Pride) stattgefunden. Und dieses Motto ist nach den vergangenen Monaten mehr als nötig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Beginn der Pandemie im März 2020 steht sich unsere Community besonderen Herausforderungen – nein, besonderen Belastungen ausgesetzt. Anlaufstellen, Veranstaltungen, Schutzräume – alles, was für unsere Community so wichtig ist wurden größtenteils geschlossen. Zwar wurde versucht neue Wege zu denken und auch unter Pandemiebedingungen etwas anzubieten, aber das war kein Ersatz für all das, was in den letzten Jahren erkämpft und aufgebaut wurde. Umso wichtiger ist es, dass wir auch in diesen Zeiten auf unsere Community und somit auf jeden einzelnen Menschen zu achten. Niemand darf allein oder zurückgelassen werden. Denn noch immer ist es teilweise schwer für uns offen und frei zu leben. Wir haben noch immer nicht in allen Bereichen die gleichen Rechte wie die binär-normativ-konservative Gesellschaft. Und noch immer wird in Teilen unsere Art zu leben und zu lieben nicht anerkannt. Unsere Community wird noch immer als „Minderheit“, als exotisch, als verrückt, aber auch als ekelig, unnormal, krank angesehen. Da ist nichts zu spüren von der Gleichheit aller Menschen…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber was ist eigentlich „unsere Community“?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ui, eine schwere Frage… Unsere Community ist so vielfältig und alles andere als homogen. Wir sind LGBTIQ*+ &#8211; und alles, was dazwischen, darüber, darunter, daneben liegt. Wir sind vielfältig und bunt. Wir sind Menschen, die auf ihre Weise leben und lieben. Das entspricht vielleicht keiner Binarität, nicht der bisher gewohnten Normativität. Aber Leben ist Bewegung. Leben ist Veränderung. Und ist es nicht schöner, statt zwei Farben viel mehr Farben auf der Palette des Lebens zu haben? Ich denke schon. Denn erst so wird das Miteinander in unserer Gesellschaft spannend und interessant. Hinzu kommen dann noch viele andere Communitys, die sich unter „unserer Community“ zusammenfinden – zum Beispiel wir als Verein, der auch zur HIV-Community gehört. „Unsere Community“ vereint das vielfältige und freie Leben, das freie und offene Leben – ohne Angst und Repressalien &#8211; und den Kampf gegen Ausgrenzung, Rassismus, Sexismus, Diskriminierung und Stigmatisierung – den Kampf, dass auch uns alle Menschenrechte zugestanden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie nötig dieser Kampf noch ist zeigt die mdr-Doku „Coming out“. Hier zeigen junge Menschen, wie sie sich in den letzten Jahren als homosexuell oder transgender geoutet haben. Und teilweise ist es kaum zu ertragen, was ihnen als Reaktion entgegenschlägt. Die Doku zeigt, dass auch im 21. Jahrhundert ein Coming out noch immer nicht einfach ist. Noch immer haben junge Menschen Angst sich zu outen. Sie denken sie seien falsch, nicht normal. Sie bekommen Depressionen, versuchen sich selbst umzubringen. Weil sie einfach meinen, so wie sie seien, dürften sie nicht sein. Und das tat mir beim Schauen der Doku sehr weh.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="960" height="590" data-attachment-id="4952" data-permalink="https://proplusberlin.com/4949-2/people-in-a-gay-pride-parade/" data-orig-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/07/AdobeStock_350866121-scaled.jpeg?fit=2560%2C1573&amp;ssl=1" data-orig-size="2560,1573" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;1.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Jacob Lund - stock.adobe.com&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon EOS 5DS R&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Rear view of people in the pride parade. Group of people on the city street with gay rainbow flag.&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1576335503&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;\u00a9Jacob Lund - stock.adobe.com&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;85&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;125&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.001&quot;,&quot;title&quot;:&quot;People in a gay pride parade&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="People in a gay pride parade" data-image-description="" data-image-caption="&lt;p&gt;Rear view of people in the pride parade. Group of people on the city street with gay rainbow flag.&lt;/p&gt;
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<p class="wp-block-paragraph">Ich habe in meinem Leben in diesem Bereich sehr viel Glück gehabt. Egal, ob ich mich als homosexuell oder HIV-positiv geoutet habe – nie habe ich negative Reaktionen erfahren müssen. Als sehr liebevolles Beispiel ist mir meine geliebte Großmutter in Erinnerung, die auf mein Outing als schwuler junger Menschen nur meinte: „Mein Lieber, ich werde zwar alt, aber blöd bin ich noch lange nicht!“ Und sie hat mich weiter geliebt wie bisher. Das änderte sich auch nicht, als ich HIV-positiv getestet wurde. Und auch in meiner Kirche war „mein Lebensstil“ nie ein Problem. Mein Mann und ich wurden sogar kirchlich getraut. Aber diese Doku hat mir gezeigt, dass solche Reaktionen nicht selbstverständlich sind. Auch nicht in der heutigen scheinbar so aufgeklärten Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück zeigt die Doku aber auch positive Beispiele, die Hoffnung machen. Die aber auch zeigen, dass wir weiter für unsere Anerkennung, für unsere Rechte, für ein freies und selbstverständliches Leben kämpfen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein junger Mann in der Doku bringt es so schön auf den Punkt. Er sagt (in meinen verkürzten Worten), dass wir uns nicht outen um unsere Familien, die Kirchen oder die homophoben Menschen zu provozieren – sondern weil wir frei leben und geliebt werden möchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn eigentlich, so denke ich, sollte ein Outing in einer Welt voll Anerkennung und Gleichberechtigung und Akzeptanz gar nicht mehr nötig sein. Denn es sollte allen egal sein, wie wir uns fühlen, welche geschlechtliche oder sexuelle Identität wir haben, wen wir lieben. Unsere Leben sollten nichts exotisches oder sensationelles mehr sein, keine Schlagzeilen mehr wert. Um es mit Gloria Gaynor zu sagen: „I am, what I am“ – und so wie ich bin sollte ich angenommen, respektiert und als ein Teil der Gesellschaft gesehen werden. Als ein „normaler“ Teil in einer vielfältigen Gesellschaft. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Bis dahin müssen noch einige Kämpfe geschlagen, viele Vorbehalte und veraltete Einstellungen / Ansichtsweisen aus dem Weg geräumt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb ist es egal, ob zum CSD Berlin / Berlin Pride in diesem Jahr „nur“ die angemeldeten 20.000 Teilnehmenden, oder 35.000 oder 65.000 waren. Jede einzelne Stimme, die sich für Gleichheit und Anerkennung einsetzt ist eine wichtige Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir brauchen doch nur nach Polen und Ungarn schauen, was dort an Gesetzen möglich ist. Schauen wir nach Russland. Menschenverachtende Gesetze auch in Ländern, die sich Demokratien nennen. 52 Jahre nach Stonewall ist es immer noch nötig auf die Straßen zu gehen, sich der Unterdrückung und Diskriminierung entgegen zu stämmen. Und die Menschen tun dies. Auch das haben wir am vergangenen Wochenende in Budapest gesehen. Trotz der Gefahr vor Gewalt und Repressalien sind die Menschen auf die Straße gegangen, haben sich gewehrt und für Akzeptanz und Respekt ihre Stimmen erhoben, Gesicht gezeigt. Denn wir sind bunt, wir sind vielfältig, wir sind manchmal auch schrill, Glitzer und Einhörner. Aber wir sind Menschen, und keine „Pädophilen“ (wie uns das Gesetz in Ungarn bezeichnet) – und als Menschen möchten wir auch geachtet werden!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wir brauchen gar nicht über die Landesgrenzen hinausschauen. Auch in Deutschland gibt es noch viel für was gekämpft und gestritten werden muss. Auch bei uns ist „homosexuell sein“, „trans / nonbinär sein“ nicht selbstverständlich. Auch hier erleben wir noch immer Diskriminierung und Stigmatisierung, psychische und physische Gewalt. Auch in der, wie es der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller sagte, Regenbogenstadt Berlin. Und wo stehen wir mit Anerkennung und Gleichstellung, wenn sich selbst auf einem CSD Teile der Community nicht so zeigen dürfen, wie sie sind? Da gibt es noch viel zu tun! Auch unter uns selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Unsere Community“ – sie ist queer. Und dies bedeutet, dass jede*r so sein kann wie Mensch möchte. Und gerade in den letzten Tagen geht mir dieser Begriff „queer“ immer wieder durch den Kopf. Ich selbst bezeichne mich als homosexuell. Als Cis-Mann. Aber ist das schon alles? Auch ich habe viele andere Anteile noch in mir. Und habe ich mich zu Beginn selbst gar nicht unter QUEER gesehen, tue ich dies immer mehr. Denn es beinhaltet viel mehr noch und, so empfinde ich es, grenzt nichts aus (– im Gegensatz zu den Querdenkenden). Und vielleicht war es schon ein Vorzeichen, wenn ich in meinem Beruf in Berichten an die zuständige Senatsverwaltung (ohne Absicht oder Hintergedanken) statt „quer“ immer „queer“ schrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr konnte wieder ein Neustart gemacht werden. Statt Partyumzug sollte es wieder eine Demonstration sein. Und ich denke, dies ist gelungen. Und Demonstrieren und gute Laune schließen sich ja auch nicht aus. Nur müssen wir unsere Stimmen erheben – es ist nötig und wieder Zeit! Zeigen wir uns und kämpfen wir – füreinander und miteinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Be loud, be proud, be pride!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="960" height="192" data-attachment-id="4953" data-permalink="https://proplusberlin.com/4949-2/colorful-heads-panorama-banner-community-team/" data-orig-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/07/AdobeStock_257890453-scaled.jpeg?fit=2560%2C512&amp;ssl=1" data-orig-size="2560,512" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Daniel Berkmann - stock.adobe.com&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1553677658&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;\u00a9Daniel Berkmann - stock.adobe.com&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Colorful heads panorama banner community team&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="Colorful heads panorama banner community team" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/07/AdobeStock_257890453-scaled.jpeg?fit=960%2C192&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/07/AdobeStock_257890453.jpeg?resize=960%2C192&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4953" srcset="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/07/AdobeStock_257890453-scaled.jpeg?resize=1024%2C205&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/07/AdobeStock_257890453-scaled.jpeg?resize=300%2C60&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/07/AdobeStock_257890453-scaled.jpeg?resize=768%2C154&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/07/AdobeStock_257890453-scaled.jpeg?resize=1536%2C307&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/07/AdobeStock_257890453-scaled.jpeg?resize=2048%2C410&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/07/AdobeStock_257890453-scaled.jpeg?resize=1160%2C232&amp;ssl=1 1160w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/07/AdobeStock_257890453-scaled.jpeg?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>
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		<title>DÖAK 2021 &#8211; ein kleiner Rückblick</title>
		<link>https://proplusberlin.com/doeak-2021-ein-kleiner-rueckblick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Mar 2021 16:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[DÖAK]]></category>
		<category><![CDATA[DÖAK2021]]></category>
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					<description><![CDATA[DÖAK 2021 - ein kleiner Rückblick]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="960" height="516" data-attachment-id="4606" data-permalink="https://proplusberlin.com/was-sind-das-fuer-zeiten-in-denen-wir-gerade-leben/bildschirmfoto-2021-03-25-um-13-29-57/" data-orig-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-25-um-13.29.57.png?fit=1102%2C592&amp;ssl=1" data-orig-size="1102,592" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Bildschirmfoto 2021-03-25 um 13.29.57" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-25-um-13.29.57.png?fit=960%2C516&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-25-um-13.29.57.png?resize=960%2C516&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4606" srcset="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-25-um-13.29.57.png?resize=1024%2C550&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-25-um-13.29.57.png?resize=300%2C161&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-25-um-13.29.57.png?resize=768%2C413&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-25-um-13.29.57.png?w=1102&amp;ssl=1 1102w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr hat der DÖAK (Deutsch-Österreichische-AIDS-Kongress) anders als gedacht stattfinden müssen. Ursprünglich wollten sich die Fachmenschen im Bereich HIV und Aids &#8211; Ärzt*innen, Forscher*innen, Aktivist*innen, Menschen mit HIV &#8211; in München treffen und sich austauschen. Doch SARS-CoV-2 hat dies nicht zugelassen, so dass sich die Teilnehmenden von Donnerstag bis heute digital getroffen und ausgetauscht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der herausfordernden Bedingungen des Kongressen waren diese drei Tage aber Tage, in denen sich in großen Teilen alle Fachmenschen auf Augenhöhe und gleichberechtigt begegnen sind. In Bezug auf die Abschaffung von Diskriminierung und Stigmatisierung, den intersektionalen Blick auf alle Menschen im Bereich HIV und Aids, unseren Einbezug in die medizinische Behandlung und Forschung und vieles mehr haben wir natürlich noch einige Arbeit vor uns. Aber, so mein Eindruck, in vielen Ärzt*innen scheinen wir Unterstützer*innen zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Indiz dafür ist das Interesse der Ärzteschaft an den Workshops, Campfire und Beiträgen der Community auf dem DÖAK. In allen Community-Workshops, an denen ich teilnehmen konnte, waren weit mehr als 80 Teilnehmende. Im Campfire &#8222;Trans&#8220;, geleitet von Alexander Hahne, wurden viele Fragen auch von Ärzt*innen gestellt. Es scheint also auch von Seiten der Wissenschaft Bedürfnisse an uns zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber trotz allen positiven Beiträgen wurden natürlich auch Defizite wieder deutlich. Wir alle, und damit meine ich nicht nur die Ärzt*innen und Forscher*innen, sondern auch uns als Gesamtheit der HIV-Community, müssen über unseren eigenen Tellerrand blicken. Wir müssen auch die Menschen, deren Community nicht so groß ist, mitnehmen und dürfen sie nicht vergessen. Und wir müssen mehr Offenheit zeigen &#8211; und Solidarität.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solidarität? Auch darüber ging es in einem der Community-Workshops. Leider nur am Rand, denn irgendwie hätten wir in allen Community-Veranstaltungen mehr Zeit gebrauchen können. Solidarität hat nichts mit &#8222;alle gleich machen&#8220; zu tun. Alle müssen das Gleiche machen, gleich handeln. Solidarität, so ist meine Definition nach diesem Workshop, ist, wenn jeder Mensch die eigenen Grenzen und Bedürfnisse wahrnimmt und innerhalb dieser handelt &#8211; und die Grenzen und Bedürfnisse des Gegenüber akzeptiert. Nur so können wir gemeinsam leben &#8211; und insbesondere durch diese Zeit der SARS-CoV-2-Pandemie kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten ist bei mir hängengeblieben, dass ich selbstverständlicher positiv leben möchte. Dass ich selbstverständlich als &#8222;er/ihn&#8220; leben will und mehr auf Gender achten möchte, gerade auch in meiner Sprache. Und ich weiter aktiv und aktivistisch tätig sein möchte. Schließlich haben wir, trotz der Errungenschaften der letzten Jahrzehnte, noch einiges an Arbeit vor uns&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und obwohl der DÖAK statt als Präsenzveranstaltung online stattfinden musste bin ich erstaunt, wie gut der Austausch gelungen ist. Und es war sehr schön einige Gesichter und Stimmen nach so langer Zeit mal wieder zu sehen und zu hören! 🙂</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" data-attachment-id="4642" data-permalink="https://proplusberlin.com/doeak-2021-ein-kleiner-rueckblick/bildschirmfoto-2021-03-27-um-12-51-14/" data-orig-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?fit=2001%2C978&amp;ssl=1" data-orig-size="2001,978" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Bildschirmfoto 2021-03-27 um 12.51.14" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?fit=960%2C469&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=256%2C125&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4642" width="256" height="125" srcset="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=1024%2C500&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=300%2C147&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=768%2C375&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=1536%2C751&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?resize=1160%2C567&amp;ssl=1 1160w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?w=2001&amp;ssl=1 2001w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2021/03/Bildschirmfoto-2021-03-27-um-12.51.14.png?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein sehr guter Beitrag und als Beispiel für das, was noch an Arbeit vor uns liegt, war die Rede von Nicole Kamga in der Plenarveranstaltung am Samstag &#8211; die hier abschließend nun zu lesen ist:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;<strong>Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen, dass Sie mir heute morgen Ihre Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Ich möchte Ihnen Einblicke geben in das Problem der Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen der Migranten-Community, insbesondere der HIV-Positiven People of Color, denn ich bin Teil dieser Community.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich möchte mit Ihnen dieses Thema näher betrachten und über Lösungen nachdenken. Dabei werde ich von einem Projekt berichten, an dem ich teilgenommen habe: positive stimmen. Das Ziel dieses Projekts ist es, die unterschiedlichen Formen von Stigmatisierung und Diskriminierung zu erfassen, die Menschen mit HIV erleben. Dafür haben wir im vergangenen Jahr in ganz Deutschland Daten erhoben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Positive Stimmen ist ein partizipatives Projekt. Es wird hauptsächlich von Menschen mit HIV getragen und umgesetzt. Durch die Beteiligung von Menschen mit HIV lässt sich besser herausfinden, in welchen Bereichen die Integration von Menschen mit HIV nicht gelingt und was die Gesellschaft falsch macht.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diese Erfassung wird hoffentlich einige Verbesserungen des Systems ermöglichen. Vielleicht wird das Bild dekonstruiert, wonach HIV Angst oder sogar Ekel hervorruft. Denn solche Bilder zerstören uns!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Es kostete mir viel Mut, an diesem Projekt teilzunehmen. Auch ich selbst bin erst seit 2017 HIV-positiv. Aber ich habe es geschafft. Ich wurde als Interviewerin geschult und habe 30 Personen interviewt, darunter viele Migranten. Den Mut, den ich brauchte um bei den Positiven Stimmen mitzuwirken brauche ich auch heute, um vor Ihnen zu sprechen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aber durch die Interviews habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sehr vielen Menschen nicht so geht wie mir. Sie reden nicht über HIV. Viele tun sich sehr schwer damit, mit ihrer Familie über ihre HIV-Infektion zu sprechen, und noch mehr mit Freunden selbst innerhalb der Migranten-Community. Der Grund, warum sie sich bei mir geöffnet haben, ist, dass ich selber positiv bin, und zwar im doppelten Sinne!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich möchte mit Ihnen über Migranten in Deutschland sprechen. In meinen Interviews ist mir aufgefallen, dass es für sie noch viel schwieriger ist, über HIV zu reden. Sie ziehen sich oft zurück und tun alles was sie können, um ihr Status vor Anderen so lange wie möglich geheim zu halten. Sie wollen mit niemanden darüber sprechen, erst recht nicht in der Öffentlichkeit. An erster Stelle haben sie Angst vor der Reaktion der Familie. An zweiter Stelle fürchten sie die Reaktion der Mitglieder der eigenen Community. Sie haben Schuldgefühle,&nbsp;&nbsp;Angst vor Ausgrenzung und manchmal sogar Ekel.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich habe das Glück eine Familie zu haben, die für mich da ist – sei es in Deutschland oder in meinem Heimatland Kamerun. Das ist aber nicht für alle der Fall. Viele HIV-positive Migranten sind einsam.Sie sprechen oft kein Deutsch. Sie haben es schwer sich auszudrücken und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Für sie ist es noch schwerer, die neueLebensbedingung „HIV“ zu bewältigen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Frau, die ich interviewt habe, hat mir erzählt, dass sie bei der Geburt ihrer Tochter vom medizinischen Personal wegen ihrem HIV-Status in Quarantäne gestellt wurde. Sie wurde komplett isoliert. Die Ärzte oder Schwestern, die sie in ihr Zimmer besuchten, hatten einen Ganzkörper-Schutzanzug an. Stellen Sie sich vor, wie eine solche Erfahrung sich für Menschen anfühlt, die die Sprache des Landes nicht sprechen aber denken, sie wären in einem modernen und entwickelten Land!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einerseits wird uns durch die erfolgreiche Therapie ein „normales“ Leben ermöglicht…Aber andererseits passieren solche Dinge, die alles andere als „normal“ sind. Solche Geschichten machen z.B. Menschen wie mir Angst, Kinder zu bekommen. Wann wird es enden?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Trotz den wissenschaftlichen Fortschritten, der Lebenserfahrung und der inzwischen guten Gesundheit von Menschen mit HIV haben die deutsche Bevölkerung und das deutsche Gesundheitspersonal Vorurteile.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Bereich Gesundheit und ist für alle Menschen wichtig, aber für chronisch Kranke ganz besonders. Doch das Gesundheitswesen ist der Bereich, wo die meisten Diskriminierungen von Menschen mit HIV berichtet werden. Das führt bei vielen Personen dazu, dass sie ihr HIV-Status im Gesundheitswesen nicht mehr preisgeben. Genau das haben wir bei Positive Stimmen abgefragt.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das Ergebnis : jede vierte Person hat geantwortet, dass sie ihr HIV-Status grundsätzlich&nbsp;nicht&nbsp;offenlegt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kann das die Lösung sein? Sicher nicht! Aber es ist eine verständliche Reaktion, wenn Menschen immer wieder schlechte Erfahrungen machen und handfeste Diskriminierung im Gesundheitswesen erleben.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diese Erfahrungen führen zu schweigen aber nicht nur im Gesundheitswesen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Viele Menschen mit HIV – auch weiße und Deutsche – trauen sich nicht, über ihre HIV-Infektion zu sprechen. Unter den Befragten der Peer-To-Peer Befragung Positive Stimmen sagen 70% „Es ist schwierig, anderen von meiner HIV-Infektion zu erzählen“ und 63% verstecken ihr Status grundsätzlich vor anderen.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie kann man all das erklären? Was können wir tun, um es zu ändern? Durch welche politischen Maßnahmen kann mehr Akzeptanz erreicht werden? Das sind die Fragen, die ich mir stelle und die ich Ihnen stelle…&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Lösungsansatz ist vielleicht die Geduld. Bei vielen Menschen mit HIV, gerade bei Migranten, ist der Arzt oder die Ärztin die einzige Person, mit der sie über HIV sprechen können. Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass die Ärzte ihren Patienten&nbsp;Zeit&nbsp;geben. Menschen müssen spüren, dass hier ein Ort ist, wo sie ohne Druck ihre Fragen und Zweifel über die Infektion loswerden können.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Außerdem wünsche ich mir mehr Räume für Menschen mit HIV, insbesondere Migranten. Damit meine ich Räume für Austausch und Vernetzung. Denn wie wir wissen: nur wenn wir uns frei fühlen, darüber zu sprechen, können wir diese Erfahrung zu bewältigen! Und zwar Räume nach unserer Art. Damit meine ich nicht nur das Essen und die Stimmung, die bei uns eine Voraussetzung für ein gelungenes Treffen sind.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Migranten sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Macht nicht Dinge für uns, sondern lasst uns in eure Strukturen rein, damit&nbsp;wir&nbsp;Dinge&nbsp;für uns&nbsp;tun. Genauso wie bei den positive stimmen Positive Positive befragen. Wir müssen in die Strukturen mit reingenommen werden. Es reicht nicht zu sagen „Wir haben für euch was geplant“, wir wollen Teil des Aidshilfe-Systems sein!&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ich bin eine schwarze Frau und habe meine Diagnose im Jahre 2017 bekommen, als ich schon seit 3 Jahren in Deutschland lebte. Die Anfänge waren sehr schwer, weil ich mich schämte und Angst vor der Reaktion der Leute hatte.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aber dank der Treffen, an denen ich teilgenommen habe, (insbesondere bei Pro-Plus-Hessen)habe ich die Kraft und den Mut gefunden, mit meiner Familie und meinen Freunden über meine HIV-Infektion zu sprechen. Dieses „Coming Out“ war bei mir keine schlechte Erfahrung, im Unterschied zu manchen Anderen, die nach ihrem Outing ausgegrenzt werden. Ich bin zwar noch nicht so weit, dass ich in meiner Community lautstark verkünde, dass ich mit HIV lebe. Aber ich sage es jeder Person, die bereit ist, mir zuzuhören, ob sie aus meiner Community kommt oder nicht.&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Heute kann ich sagen, ich lebe gut mit meinem Status. Ich möchte die Anderen ermutigen, wie ich zu leben – selbstbewusst und mutig.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aber ich möchte vor allem von der Gesellschaft 3 Dinge fordern:&nbsp;<br>&#8211; Mehr Austausch- und Community-Räume für Menschen aus unterschiedlichen Gruppen<br>&#8211; Mehr Geduld und Zuhören seitens des Medizinpersonals<br>&#8211; Mehr Bildung und Aufklärung, insbesondere zu HIV und die Nicht-Übertragbarkeit, in der Allgemeinbevölkerung aber auch, noch wichtiger, im Gesundheitswesen.</strong>&#8222;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem ist nichts mehr hinzuzufügen&#8230;</p>
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		<title>Schauen, was die Zukunft bringt…</title>
		<link>https://proplusberlin.com/schauen-was-die-zukunft-bringt-jugendgegenaids/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[proplusberlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2020 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Verein]]></category>
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		<category><![CDATA[jugend gegen aids]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer wieder, auf den unterschiedlichen Veranstaltungen im Bereich HIV und in Begegnungen von Aktivist*innen gab es ein Thema - Jugend gegen Aids (JgA). Immer wieder gab es Versuche verschiedenster Menschen mit den Verantwortlichen bei JgA ins Gespräch zu kommen, gemeinsam vielleicht an Projekten zu starten oder sich auch einfach nur einmal über das Thema HIV und Prävention auszutauschen. Aber alle Versuche verliefen im Sande. Entweder wurde irgendwann nicht mehr geantwortet oder in der persönlichen Begegnung waren die entsprechenden Personen plötzlich weg. Und dann gab es einen Brief...]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Austausch mit Jugend gegen Aids</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ein Brief doch auslösen kann…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder, auf den unterschiedlichen Veranstaltungen im Bereich HIV und in Begegnungen von Aktivist*innen gab es ein Thema &#8211; Jugend gegen Aids (JgA). Und immer wieder drehten sich die Diskussionen und Auseinandersetzungen um die gleichen Inhalte:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>JgA setzt allein auf das Kondom als Präventionsstrategie</li><li>JgA grenzt Menschen mit HIV aus</li><li>JgA möchte mit der HIV &#8211; (Aktivist*innen) &#8211; Community nichts zu tun haben</li><li>JgA veröffentlich weder ihre Satzung, noch ihr Curriculum</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder gab es Versuche verschiedenster Menschen mit den Verantwortlichen bei JgA ins Gespräch zu kommen, gemeinsam vielleicht an Projekten zu starten oder sich auch einfach nur einmal über das Thema HIV und Prävention auszutauschen. Aber alle Versuche verliefen im Sande. Entweder wurde irgendwann nicht mehr geantwortet oder in der persönlichen Begegnung waren die entsprechenden Personen plötzlich weg. Mensch kam einfach nicht ran an die Organisation, die so präsent ist, namhafte Unterstützer hat und sich um Geld wahrlich keine Gedanken machen muss. Aber Menschen mit HIV, die Fachmenschen überhaupt in diesem Bereich, die gibt es bei JgA nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das frustriert. Das macht wütend. Das macht sauer. Denn es gibt das Gefühl, dass es nur um Prestige und Geld geht. Dass sie mit Menschen mit HIV nichts zu tun haben wollen und diese ausgrenzen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="960" height="354" data-attachment-id="4288" data-permalink="https://proplusberlin.com/schauen-was-die-zukunft-bringt-jugendgegenaids/logo/" data-orig-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/LOGO.png?fit=2152%2C795&amp;ssl=1" data-orig-size="2152,795" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="LOGO" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/LOGO.png?fit=960%2C354&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/LOGO.png?resize=960%2C354&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4288" srcset="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/LOGO.png?resize=1024%2C378&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/LOGO.png?resize=300%2C111&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/LOGO.png?resize=768%2C284&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/LOGO.png?resize=1536%2C567&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/LOGO.png?resize=2048%2C757&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/LOGO.png?resize=1160%2C429&amp;ssl=1 1160w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/LOGO.png?w=1920&amp;ssl=1 1920w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch auf dem Netzwerketreffen 2019 in Berlin, das wir als <strong><em>pro plus berlin e.V.</em></strong> ausrichten durften, war JgA Thema. Und die Teilnehmenden entwickelten einen Plan, um an die Verantwortlichen ran zu kommen. Und wenn sich der Vorstand schon nicht kontaktieren lässt, dann sollte der gesamte Beirat kontaktiert und nach seiner Motivation zur Unterstützung gefragt werden. So wurde ein gemeinsamer Brief erarbeitet und von verschiedenen Organisationen, die alle auch über AktHIV.de miteinander vernetzt sind, im gleichen Zeitraum an alle Beirats-Mitglieder verschickt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gab es Reaktionen? Ja. Zum einem meldete sich Johannes Kahrs, zu dieser Zeit Mitglied des Bundestages. Er lud in seinem Antwortschreiben zu einem Austausch ein. (Leider hat er auf die entsprechende Email bis heute nicht reagiert&#8230;) Aber auch das Bundespräsendialamt meldete sich per Schreiben. Sie wiesen darauf hin, dass der Bundespräsident die Arbeit von JgA unterstütze, aber nie eine Position im Beirat übernommen habe. Dies, so das Bundespräsendialamt weiter, wollten sie auch JgA selbst schriftlich mitteilen. Und dies scheint auch geschehen zu sein&#8230; Denn kurze Zeit später war die Rubrik „Beirat“ auf der Homepage von JgA nicht mehr aufrufbar. Einige Wochen war diese offline. Und dann, als sie wieder aufrufbar war &#8211; der Bundespräsident war plötzlich verschwunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Aktion hatte zwar keinen Austausch und keinen wirklichen Kontakt hergestellt, aber trotzdem hat er etwas bewegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir von <strong><em>pro plus berlin e.V.</em></strong> gingen dann sogar noch einen Schritt weiter. Wir kontaktieren alle Spender*innen und Unterstützer*innen von JgA und hinterfragten auch bei diesen ihre Motivation zur Unterstützung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, man kann dieses Vorgehen fraglich finden. Wir haben nicht mehr, nach einigen vergebenen Versuche, den direkten Kontakt zu JgA gesucht, sondern haben den Umweg „hinten rum“ gewählt. Nicht ganz schön, aber &#8211; was sollen wir schreiben &#8211; wir hatten Erfolg. Denn plötzlich bekamen wir ein Schreiben direkt von JgA &#8211; und mit diesem Schreiben eine Einladung zum persönlichen Kennenlernen und Austausch.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="400" height="400" data-attachment-id="4289" data-permalink="https://proplusberlin.com/schauen-was-die-zukunft-bringt-jugendgegenaids/jga/" data-orig-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/JgA.jpg?fit=400%2C400&amp;ssl=1" data-orig-size="400,400" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="JgA" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/JgA.jpg?fit=400%2C400&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/JgA.jpg?resize=400%2C400&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-4289" srcset="https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/JgA.jpg?w=400&amp;ssl=1 400w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/JgA.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/JgA.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/proplusberlin.com/wp-content/uploads/2020/08/JgA.jpg?resize=75%2C75&amp;ssl=1 75w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">So kam es, dass sich Roman Malessa für Jugend gegen Aids und Christoph Schaal-Breite für <strong><em>pro plus berlin e.V.</em></strong> am 22.07.2020 zu einem virtuellen Austausch trafen. Ein erster Schritt. Deswegen hatten wir uns auch vorgenommen möglichst offen und ohne Vorwürfe in dieses Gespräch zu gehen. Wir wollten mal schauen, worüber man sich mit JgA austauschen kann. Aber natürlich wollten wir Missstände offen und ehrlich ansprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Beginn des knapp über eine Stunde gehenden Gespräches stellte Roman Malessa noch einmal kurz die Arbeit und die Motivation von JgA vor. Dabei wurde dargestellt, dass sich die Motivation darin gründet, dass viele Jugendliche meinen, dass HIV für sie nicht relevant sei; durch Aufklärung die Stigmatisierung verringert werden soll; die „generell youth“ die Zielgruppe ist; es nicht nur um HIV, sondern um die allgemeine sexuelle Gesundheit geht („Du bist gut, wie du bist!“). Roman Malessa betonte auch, dass es sich bei JgA um ein Peer-to-Peer-Projekt handelt, dass sich mit Organisationen und Menschen mit HIV austausche. Danach gingen wir in den Austausch und die Diskussion. Dies alles nun detailliert wiederzugeben wäre ein wenig mühsam und würden diesen Rahmen sprengen. Deswegen soll hier nur auf die wichtigsten Themen, über die sich ausgetauscht und über die diskutiert wurde, kurz eingegangen werden:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><em>Ausgrenzung von Menschen mit HIV:</em> Christoph wies darauf hin, dass WIR („die Community“ / die Aktivist*innen im Bereich HIV) den Eindruck haben, dass JgA nichts mit Menschen mit HIV und den Aktivist*innen zu tun haben möchte. Alle Kontaktversuche wurden entweder nicht beantwortet, abgeblockt und verliefen im Sande. Da fragen WIR uns: Wieso? Schließlich, so Christoph weiter, gibt es das GIPA-Prinzip. Roman Malessa entschuldigte sich, falls Kontaktversuche nicht beantwortet wurden oder im Sande verliefen. Er selbst könne dies gerade nicht nachvollziehen, aber dies ist nicht die Einstellung und die Art und Weise wie JgA arbeiten und nach außen wirken will. Hier wünscht er sich eine Veränderung für die Zukunft. Bezüglich der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Menschen mit HIV entgegnete er, dass dies schon geschehe. In der Präsentation und im Austausch konnte Christoph dies aber nur für Projekte im Ausland, nicht innerhalb Deutschlands wahrnehmen.</li><li><em>Zielgruppe</em>: Roman Malessa wies mehrere Mal darauf hin, dass es sich bei JgA um ein Peer-to-Peer-Projekt handelt. Dessen, so Christoph, sind sich alle Aktivist*innen wohl bewusst. Aber zum einem gibt es ja auch Organisationen, die sich an Jugendliche wenden. Und zum anderen kann und sollte ein Austausch ja trotzdem möglich sein, auch wenn man nicht die gleiche Zielgruppe hat. Denn gemeinsam könnten wir vielleicht nicht nur mehr erreichen, sondern im Austausch könnten wir auch voneinander partizipieren. Denn auch JgA könnte von UNS profitieren, da wir die Fachmenschen sind, die im Bereich HIV nicht nur aktiv sind, sondern die auch größtenteils mit HIV leben. Wir sind die Expert*innen, die Diskriminierung und Stigmatisierung erfahren. Dies alles ist für JgA nur Theorie, weswegen ein Austausch unumgänglich ist.</li><li>Guter und schlechter Sex: Christoph sprach außerdem an, dass beim Lesen der Homepage der Eindruck entsteht, dass JgA in „guten (mit Kondom)“ und „schlechten Sex (ohne Kondom)“ unterscheidet. Dem, so Roman Malesse, sei nicht so. Schließlich, so Roman Malessa weiter, gehe es JgA um eine positive Einstellung gegenüber den eigenen Körper und der eigenen Sexualität. Und da soll nicht gewertet werden. Es soll aber ein Verantwortungsbewusstsein für das eigene Handeln geweckt werden.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Der größte Vorwurf, der JgA unsererseits gemacht wird ist ja, dass sie so den Fokus auf das Kondom legen. Wieso? Dies kann man (nach den Äußerungen von Roman Malessa) in folgenden Schlagworten wiedergeben:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>für die Jugendliche ist das Kondom näher an ihrer Lebenswelt als die PrEP oder die TasP;</li><li>Schutz vor weiteren Geschlechtskrankheiten;</li><li>die Jugendlichen haben viel punktueller Sex, wobei das Kondom praktikabler ist und</li><li>auf Festivals, Veranstaltungen etc. lässt sich das Kondom leichter verteilen.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Christoph wies dabei immer wieder darauf hin, dass auch Kondome keinen 100%igen Schutz vor Geschlechtskrankheiten bieten. Dessen ist sich JgA bewusst, weswegen es ihnen mittlerweile (nach dem Start mit HIV) um sexuelle Gesundheit /„selfcarness“ geht. Die Jugendlichen sollen für eine Achtsamkeit sich selbst und ihrer Gesundheit gegenüber sensibilisiert werden. Dafür, so Roman Malessa, werden auch die anderen zwei Präventionsstrategien sowohl auf der Homepage wie auch in dem von JgA veröffentlichten Buch erwähnt. Außerdem sind sie vor kurzem der „U=U-Bewegung“ beigetreten. Die Jugendlichen, so Roman Malessa weiter, sollen für sich selbst wählen, wie sie auf sich achtsam sein wollen. Eine immer wiederkehrende Botschaft aber sein, sich regelmäßig testen zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">JgA ist sich bewusst, dass gerade die Fokussierung auf das Kondom immer wieder Fragen aufwirft, aber (laut eigener Aussage in Absprache mit UNAids, der WHO und dem BMG) wurde sich für das Kondom als passendere Möglichkeit für Jugendliche in Deutschland für die Prävention entschieden. Und solch eine Fokussierung, so erwiderte Christoph, muss ja auch nicht schlecht sein. (Andere Gruppen, wie zum Beispiel die PrEPster*innen, fokussieren sich ja auch.) Aber es geht um die Außenwirkung, welche JgA gegenüber der Community und den Aktivist*innen hat und die Möglichkeit sich über Themen und Strategien kritisch auszutauschen, Dinge hinterfragen und miteinander diskutieren zu können. Dem hat sich JgA bisher gänzlich entzogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt war es ein freundlicher und wertschätzender Austausch. In dem auch die Frage diskutiert wurde, wieso der Austausch oder eine Kooperation (wo sie möglich und sinnvoll ist) nicht geschieht. Derzeit ist dies aufgrund des Grabens, der vermutlich von beiden Seiten wahrgenommen wird und an dem aber auch (wenn man es ehrlich betrachtet) beide Seiten mitgebaut haben, nicht möglich. Dieser soll aber, so der Wunsch sowohl von Roman Malessa wie auch von Christoph, durch den nun begonnenen Austausch und den aufgenommenen Kontakt zukünftig überwunden werden. So kann sich Roman Malessa beispielsweise vorstellen in die Ausbildung der Teamer*innen neben dem wissenschaftlichen Fachpersonal auch Menschen mit HIV einzubeziehen. Dieses Gespräch kann dafür aber nur ein Anfang sein. Roman Malessa und Christoph wollen in Kontakt bleiben und bei allem, was war, in die Zukunft schauen. Andere Aktivist*innen können gerne den Kontakt zu JgA aufnehmen, denn der Austausch soll nun weitergeführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob dies alles nun umgesetzt wird oder nur Lippenbekenntnisse sind ist abzuwarten. Wir können und wollen ja auch JgA nicht ändern. Wir müssen sie akzeptieren wie sie sind. Aber wir können versuchen im Gespräch zu bleiben. Und gegebenenfalls können wir weiterhin unsere Stimmen erheben und Missstände ansprechen und kritisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ein Brief doch auslösen kann…</p>
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		<title>„Was sind das für Zeiten…“</title>
		<link>https://proplusberlin.com/was-sind-das-fuer-zeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2020 07:59:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[CSD Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[CSD2020]]></category>
		<category><![CDATA[FlaggeZeigen]]></category>
		<category><![CDATA[Pride]]></category>
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					<description><![CDATA[Was sind das für Zeiten, in denen wir gerade leben!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">     Was sind das für Zeiten, in denen wir gerade leben!</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Dezember 2019 &#8211; ein Virus kommt in China auf. Weit weg. Ich fragte mich, was mich das tangiert. Und dann, Mitte März 2020 &#8211; Lockdown. Der Virus mit Namen COVID-19 ist nun auch in Deutschland angekommen. Und alles wird dicht gemacht und runtergefahren. Geschäfte müssen schließen, nur die lebensnotwendigen bleiben mit Auflagen geöffnet. Kindergärten, Schulen, Theater, Kinos, Restaurants, Fitnessstudios und vieles vieles mehr &#8211; geschlossen. Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen. Die Straßen sind fast wie ausgestorben. Ich erinnere mich, dass (als kurze Aufenthalte draußen erlaubt wurden) ich mit meinem Mann mit den Rädern durch Berlin gefahren bin. Wir waren am Brandenburger Tor &#8211; und wir waren die einzigen Menschen dort. Was für ein Gefühl &#8211; herrlich und beängstigend. Das Brandenburger Tor so leer? Ja, Reisen sind auch nicht mehr möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Aber nicht nur das öffentliche, auch das aktivistische Leben kommt größtenteils zum Erliegen. Unseren Stammtisch mussten wir absagen. Unsere Mitgliederversammlung konnten wir nicht durchführen. Veranstaltungen und Kongresse (wie die PoBe) fielen und fallen aus. Alles fiel irgendwie in den Dornröschen-Schlaf. Nichts mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Nichts mehr? Vieles kam zwar zum Erliegen und konnte / kann nicht stattfinden, aber so ganz aktivistisch untätig waren wir von <strong><em>pro plus berlin e.V.</em></strong> seit März nicht. So haben wir weiter mit an der Zukunft von AktHIV.de gearbeitet. Wir konnten die medizinischen Infoveranstaltungen, die für das Frühjahr angedacht waren, für den 24.10. und 29.11. weiter planen und festmachen. Über die jährliche Fahrradtour am 19.09. wurde sich Gedanken gemacht. Der Welt-Aids-Tag konnte auch wieder im Chamäleon festgemacht werden. Und noch manch „Großes“ mehr konnten wir bewegen, über das wir zu gegebener Zeit berichten werden. Nichts mehr? Ihr seht, so ganz stimmt das für uns nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Und zum Glück ändern sich die Zeiten ja auch wieder. Mehr und mehr werden Auflagen gelockert und öffentliches wie aktivistisches Leben wieder mehr und mehr möglich. So kann seit dem 09.06. unser Stammtisch im Kurhaus Korsakow mit gebührenden Abstand (von 1,5m) wieder stattfinden. Nach aktueller Lage können wir eben die Fahrradtour wie auch die medizinische Infoveranstaltung durchführen. Und zum 3. Netzwerketreffen im Oktober in München sind wir auch schon angemeldet. Langsam, aber sicher, werden wir wieder aktiver.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Und das ist auch gut so und notwendig &#8211; denn noch immer ist der Kampf gegen Diskriminierung und Stigmatisierung nötig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Aber nicht nur Covid-19 hielt in dem ersten Halbjahr des Jahres die Welt im Griff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Am 25.05.2020 starb George Floyd unter grausamen und rassistischen Umständen und der Welt wurde deutlich &#8211; neben Diskriminierung und Stigmatisierung ist auch Rassismus ein großes Problem, auch in unserer Gesellschaft noch. Wenn man COVID-19 etwas Gutes abgewinnen will, dann hat es Menschen trotz SocialDistancing und Abstandsregeln näher zusammengebracht. Nachbarn kümmerten und interessierten sich plötzlich füreinander, Freundschaften und Kontakte wurden gewissenhafter gepflegt. Aber Rassismus, er will spalten. Er will Menschen einteilen &#8211; in gut und schlecht. Er will ausgrenzen und, im extremsten Fall, vernichten. Er löscht Leben aus &#8211; wie das von George Floyd.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; In unserer Satzung steht zwar, dass unser Hauptziel die Verringerung von Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV ist. Aber bei Rassismus sollten und können wir die Augen nicht verschließen. Und wir als <strong><em>pro plus berlin e.V.</em></strong> stehen natürlich hinter unserem Hauptziel, aber wir stellen uns auch gegen jegliche andere Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen und gegen Rassismus! Wir sind alles Menschen mit gleichen Rechten und Pflichten! Und niemand ist besser oder schlechter als ein anderer Mensch! Ich halte es da mit Sebastian Pufpaff: Es gibt nur zwei Sorten von Menschen &#8211; Menschen und Arschlöcher. Und, meine persönliche Meinung, damit hat er recht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Derzeit gibt es ja auch in unserer Berliner Szene eine Auseinandersetzung mit verstörenden Äußerungen. Die eine Seite sagt es ist Satire und künstlerische Freiheit, die andere Seite nennt es Rassismus. Und wieder wäre zu diskutieren, ob Satire alles darf…</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Meine Meinung dazu ist, dass man in diesen Zeiten, in denen sich Menschen, die offensichtlich immer wieder hinter „missverstandenen Äußerungen“ verstecken, diese dazu nutzen ihren Hass, ihren Rassismus und auch Sexismus einfach nur zu verbreiten, die Menschen spalten und nieder machen wollen, auch in der Satire &#8211; oder in welcher Form auch immer &#8211; seine Worte gut wählen muss. Denn Menschen, die eh schon Rassisten etc. sind, werden dies als Bestätigung sehen. Und manchmal ist es besser seine Meinung nicht zu verklausulieren, sondern mit direkten und einfachen Worten Diskriminierung, Stigmatisierung, Rassismus und Sexismus zu benennen. Dem Hass und dem negativem (braunen) Gedankengut klar und deutlich etwas entgegenstellen &#8211; deutlich und unmissverständlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Und ich glaube, es würde sich lohnen auch mal über Diskriminierung, Stigmatisierung, Rassismus und Sexismus innerhalb unserer eigenen Community zu sprechen…</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Diese Diskussion hängt nun aber auch über dem CSD, der am heutigen Tag durch die Straßen Berlins ziehen sollte und nun digital stattfinden wird. &#8211; „Don’t hide your Pride“ &#8211; ein Motte, dass zweifach zu verstehen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Trotz aller auch positiven Veränderungen für die Community ist es auch 2020 noch wichtig Flagge zu bekennen und Missstände anzusprechen. Noch immer gibt es homophobe Übergriffe. Noch immer ist ein homosexuelles Leben nicht von allen Menschen akzeptiert und wird nicht als selbstverständlich angesehen. Noch immer müssen wir für Anerkennung und Gleichberechtigung kämpfen. Und nicht nur wir Homosexuellen. Dazu kommen all die Menschen und ihre Bedürfnisse, die auch zu den Farben des Regenbogen gehören: Trans*Menschen, homosexuelle Lehrer*innen, Sexarbeiter*innen, dazu die Abschaffung von Markierungen des HIV-Status beispielsweise in Krankenakten, queere Familien und und und… Deswegen müssen wir auch 2020 noch auf die Straße gehen und dürfen unseren „Pride“ (CSD) nicht verstecken! Natürlich, digital hat es keine so große Wirkung als wie wenn tausende von bunten Menschen durch die Straßen ziehen. Aber digital ist besser als gar nichts zu machen. Und es ist ja auch nicht so, dass gar nichts stattfindet. Schon am 27.06. fand ein alternativer CSD auf den Straßen Berlins statt. Und heute geht der Dyke March auch in der realen Welt durch die Straßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Aber nicht nur unseren „Pride“, sondern auch unseren Stolz dürfen wir nicht verstecken! Denn egal wer oder was oder wie wir sind, so wie wir sind, in all unserer Verschiedenheit, in all den Farben und deren Nuancen des Regenbogens, sind wir gut! Sind wir wertvoll! Sind wir Menschen! Und wir dürfen stolz darauf sein wer oder was oder wie wir sind! &#8211; Und ist es nicht viel schöner in einer bunten Welt zu leben als in einer Welt von schwarz / weiß (oder noch schlimmer: braun)?</p>



<p class="wp-block-paragraph">     „Don’t hide your Pride“ &#8211; verstecken wir uns also nicht und sind stolz auf unsere Vielfalt!</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp; &nbsp; Was sind das für Zeiten, in denen wir gerade leben!</p>



<p class="wp-block-paragraph">     Mal schauen, was 2020 noch bringen wird. Aber egal was da kommen wird, lasst uns dabei weiter aufmerksam sein, aufeinander achten und wachsam sein. Zum einem, weil trotz aller Lockerungen, die Pandemie noch nicht vorbei ist. Zum anderen, damit wir Diskriminierung, Stigmatisierung, Rassismus und Sexismus keinen Raum geben und entschieden etwas dagegen stellen &#8211;<strong> „DON’T HIDE AND TAKE AWAY OUR HUMAN RIGHTS!“</strong></p>
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		<title>Wie eine Netflix Serie ein gutes Beispiel für HIV Aufklärung hätte sein können, aber es komplett versaut hat!</title>
		<link>https://proplusberlin.com/wie-eine-netflix-serie-ein-gutes-beispiel-fuer-hiv-aufklaerung-haette-sein-koennen-aber-es-komplett-versaut-hat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[proplusberlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2020 13:31:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich werde mich in diesem persönlichen Kommentar auf die Handlung der letzten Folge, der Netflix Serie „13 Reasons Why“ beziehen. Dies bedeutet Spoiler und falls mensch die Serie noch schauen möchte, sollte er*sie hier stoppen zu lesen. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Liebe Lesende,</p>



<p class="wp-block-paragraph">ein paar Erklärungen vorab. Ich werde mich in diesem persönlichen Kommentar auf die Handlung der letzten Folge, der Netflix Serie „13 Reasons Why“ beziehen. Dies bedeutet Spoiler und falls mensch die Serie noch schauen möchte, sollte er*sie hier stoppen zu lesen. Weiterhin sei geschrieben, dass ich nicht die gesamte Serie gesehen habe, sondern nur die ersten 40 Minuten der letzten Folge. Dementsprechend kann ich keine akkuraten Aussagen zu der gesamten Serie und den Charakteren machen. Ich habe versucht mich soweit wie möglich über die Handlung der Serie und deren Charaktere aufzuklären und habe selbst auch das Buch, auf welchem die Serie basiert, gelesen. Falls es jedoch zu Fehlern kommen sollte, möchte ich diese hiermit entschuldigen und bitten mich auf diese aufmerksam zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesen Erklärungen vorab, nun zum eigentlichen Kommentar:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 5.Juni 2020 wurde die vierte und letzte Staffel der Serie „13 Reasons Why“ veröffentlicht. Schon in den vergangenen Staffeln hat sich die Serie mit schockierenden Themen auseinandergesetzt und ist dabei oftmals übers eigene Ziel der Aufklärung hinausgeschossen was Kritik nach sich zog. In der vierten Staffel brauchte es solch ein schockierendes Thema nun ebenfalls, verbunden mit dem Tod eines weiteren Charakters. Nach Selbstmord, Vergewaltigung und Mord, sollte es dieses Mal nun also HIV und AIDS als das schockierende Thema sein, welches die Autor*innen der Serie auserkoren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende der vorletzten Folge der Serie bricht der Charakter Justin Foley auf dem Abschlussball überraschend zusammen und in der anschließenden letzten Folge erfahren wir über seine HIV und AIDS Diagnose. Bis hierhin ist für mich erst einmal alles in Ordnung. Ich finde es mutig und sogar sehr richtig von den Autor*innen das Thema HIV und AIDS in einer Jugendserie zum Thema zu machen und damit potenziell zu sensibilisieren. Nur leider ist das was auf die Diagnose und den Zusammenbruch folgt, weder nah an der heutigen Realität von Menschen mit HIV dran noch ist die Darstellung der Krankheit und der Verlauf angepasst an die heutige Zeit. Die Autor*innen lassen einen Charakter innerhalb von nur! 40 Minuten an HIV und AIDS sterben und unterlegen dies mit mehrfacher trauriger und dramatisierender Musik, sowie einem rapiden körperlichen Verfall, den die Medizin so wahrscheinlich noch nicht gesehen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Muss es diese Symbolik im Jahr 2020 zum Thema HIV und AIDS noch geben?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, auch heute sterben noch Menschen durch AIDS bezogene Komplikationen, aber dies ist glücklicherweise in der westlichen Welt heutzutage nicht mehr die Regel, sondern die Ausnahme! Die Serie wird vor allem von jungen Menschen geschaut, welche wir als Selbsthilfegruppen oftmals nur schwer erreichen können. Die aber die wichtigste Zielgruppe sind, da sie die junge Generation sind, welche das Stigma verknüpft mit HIV überwinden könnten und wenn nicht, es noch am Längsten von allen weitertragen werden. Warum vergeudet eine Serie solch ein Potenzial und nimmt HIV und AIDS nur mal wieder als eine Sensationsmeldung mit schrecklichem Ausgang? Was soll uns das beibringen in Bezug auf diese Krankheit? Es ist schrecklich und beschämend das Autor*innen sich nicht bewusster ihrer Verantwortung, aber auch der Tragweite der Dinge sind, die sie in ihre Drehbücher schreiben. Warum müssen für einen sensationellen Plot Twist sowieso schon stigmatisierte Krankheiten herhalten, welche damit zu kämpfen haben, diese abzubauen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu alledem, haben die Autor*innen aber außerdem noch einen Charakter gewählt, welcher Charakterentwicklungen hinter sich hat, die mensch als typische Voraussetzungen von HIV und AIDS verstehen kann, wenn er*sie denn so möchte. Justin Foley hatte sowohl Geschichten zu Konsum von Drogen als auch Obdachlosigkeit und Sexarbeit in sich vereint, sodass hier eine bereits stigmatisierte Krankheit mit anderen stigmatisierten Lebensgeschichten verknüpft wird. Diese Verknüpfungen sind nicht neu und ja, Menschen mit dem Konsum von ‚harten‘ Drogen und Menschen die Sexarbeit als Beruf nachgehen, haben eine statistische höhere Wahrscheinlichkeit sich mit HIV anzustecken. Aber müssen wir diese bereits bekannten und ausgelatschten Stereotype noch weiter im Jahr 2020 austreten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum musste der Charakter also am Ende sterben und warum konnte er seine HIV Infektion nicht überleben und ein relativ normales Leben damit führen, wie auch ich und viele meiner Freund*innen in der Community es tun? Wo ist unsere Repräsentanz in dieser Geschichte? Die Aussage, dass der Tod von Justin Foley notwendig war, um die tragische und traurige Geschichte stärker und emotionaler zu machen, lasse ich nicht gelten. Wäre es nicht viel befreiender gewesen, wenn Justin eben gerade überlebt hätte und die Serie Menschen gezeigt hätte, dass widrige Umstände eben nicht das Todesurteil bedeuten, welches oftmals noch mit HIV und AIDS in Verbindung gebracht wird? Das sich hierbei nicht nur die Autor*innen für den Tod den entschieden haben, sondern auch der Cast sich dafür ausgesprochen hat, macht diese Geschichte nur noch trauriger und zeigt wie viel fehlendes Bewusstsein es anscheinend in der gesamten Produktion dieser Serie gab und noch gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Serie und auch Netflix hätten HIV und AIDS einen riesigen Dienst erweisen können, indem sie zeigen, wie anders das Bild von HIV und AIDS heute ist. Stattdessen hat sie sich aber nur selbst einen Bärendienst erwiesen, um mit Sensation und „schrecklichen Bildern“ im Gespräch zu bleiben. Ich möchte solch ein Verhalten im Jahr 2020 nicht mehr toleriert wissen und sehen. Es ist zum Weinen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiterführende Links zum Thema:</p>



<p class="wp-block-paragraph">“13 Reasons Why” Ends on a “Potentially Traumatic” HIV Twist: <a href="https://www.poz.com/article/13-reason-ends-lazy-potential-traumatic-hiv-twist">https://www.poz.com/article/13-reason-ends-lazy-potential-traumatic-hiv-twist</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dylan Minnette on 13 Reasons Why ending and that &#8218;devastating&#8216; death: <a href="https://ew.com/tv/dylan-minnette-13-reasons-why-ending-justin-death/">https://ew.com/tv/dylan-minnette-13-reasons-why-ending-justin-death/</a></p>
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		<title>„Ich bin HIV-positiv und kann Sex ohne Kondom haben.“</title>
		<link>https://proplusberlin.com/ich-bin-hiv-positiv-und-kann-sex-ohne-kondom-haben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andy Bartsch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2019 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[#wissenverdoppeln]]></category>
		<category><![CDATA[01.12.]]></category>
		<category><![CDATA[WAT]]></category>
		<category><![CDATA[WeltAidsTag]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ich bin HIV-positiv und kann Sex ohne Kondom haben.“ Kann man das sagen? Was ist das für ein Unsinn? Ist das nicht fahrlässig und unverantwortlich? Um es kurz zu machen: Ja, das kann man sagen! Es ist kein Unsinn! Und es ist weder fahrlässig noch unverantwortlich - denn Schutz durch Therapie ist eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache! Und ich stehe zu diesem Satz - denn ich habe ihn gesagt.
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Kann man das sagen? Was ist das für ein Unsinn? Ist das nicht fahrlässig und unverantwortlich?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um es kurz zu machen: Ja, das kann man sagen! Es ist kein Unsinn! Und es ist weder fahrlässig noch unverantwortlich &#8211; denn Schutz durch Therapie ist eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache! Und ich stehe zu diesem Satz &#8211; denn ich habe ihn gesagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie kam es zu diesem Satz?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe in diesem Jahr die Ehre zum heutigen Welt-Aids-Tag eins der vier neuen Kampagnenmodelle für #wissenverdoppeln zu sein. 2018 startete die Kampagne und wurde so gut angenommen, dass sie in diesem Jahr fortgesetzt wird. Und ich habe mich mit meiner Geschichte dafür zur Verfügung gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was will #wissenverdoppeln? Welches Wissen soll verdoppelt werden? Es geht darum, dass die Botschaft, dass HIV unter Therapie NICHT übertragbar ist, weiter gesagt wird. Denn leider wissen nur circa 10% der Menschen in Deutschland davon. Und das wollen wir (die Deutsche Aidshilfe und wir Kampagnenmodelle) ändern. Aus 10% sollen 20% werden &#8211; eine Verdoppelung. Und aus 40% dann 80% &#8211; bis es alle Menschen wissen: HIV-Medikamente verhindern die HIV-Übertragung. Denn wenn das Virus unter einer erfolgreichen HIV-Therapie nicht mehr im Blut nachweisbar ist, dann ist es auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragbar. Und das ist kein Wunschdenken, das ist wissenschaftlich erwiesen. Und dieses Wissen bedeutet eine Erleichterung für Menschen mit HIV und ihre Partner*innen und hilft nicht nur unbegründete Ängste, sondern auch Zurückweisung und Diskriminierung abzubauen. Umso wichtiger ist es, dass sich das Wissen um die Nichtübertragbarkeit mehr und mehr verdoppelt! Und ich trage meinen Teil dazu bei!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ist der Satz „… und kann Sex ohne Kondom haben“ nicht zu provokativ?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, ob man den Satz so nehmen und ohne weitere Erläuterung stehen lassen kann. Denn ich weiß, dass ich damit nicht nur etwas intimes von mir preisgebe, sondern auch Menschen unter Umständen provoziere. Ich gebe preis, dass ich Sex ohne Kondom bevorzuge. Ich liebe es leidenschaftlich und mein Gegenüber mit jedem Zentimeter des Körpers zu spüren &#8211; ohne etwas materielles dazwischen. Aber ich stelle mich auch darauf ein, dass sich Menschen provoziert fühlen, mir Vorwürfe machen werden. Sie mich als unverantwortlich und Gefahr bezeichnen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieso sich Menschen provoziert fühlen können? Aus Unwissenheit. Weil sie nicht wissen, dass sich im letzten Jahrzehnt einiges im Bereich HIV und Sexualität geändert hat. Und dass sich Safer Sex geändert hat… Bin ich unverantwortlich und eine Gefahr? NEIN!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit der ersten Veröffentlichung zur Nichtübertragbarkeit von HIV unter einer erfolgreichen HIV-Therapie 2008 durch die damalige Eidgenössische Kommission für Aids-Fragen in der Schweiz haben sich bis heute drei Möglichkeiten des Safer Sex entwickelt &#8211; das Kondom, die PrEP und der Schutz durch Therapie. Alle drei Möglichkeiten sind sichere Schutzmaßnahmen vor der Infektion mit dem HI-Virus. Und ich praktiziere Schutz durch Therapie. Ich nehme täglich meine Medikamente ein und dadurch ist der Virus in meinem Blut nicht mehr nachweisbar &#8211; ich bin unter der Nachweisgrenze. Und dadurch kann sich niemand bei mir mit HIV anstecken &#8211; und ich kann auf die Benutzung des Kondoms verzichten. Das ist meine Entscheidung! Und jeder kann für sich die geeignete und passende Schutzmöglichkeit nutzen. Dazu müssen die Menschen nur wissen, was die Übertragungswege von HIV und die passenden Schutzmaßnahmen sind&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte dieses Wissen um die Nichtübertragbarkeit von HIV verdoppeln und zeige deshalb mein Gesicht. Und ja, vielleicht provoziere ich mit meiner Aussage auch ein wenig, aber vielleicht können wir darüber endlich wieder ins Gespräch über HIV kommen &#8211; und dadurch Vorurteile und Diskriminierung / Stigmatisierung abbauen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nichtübertragbarkeit ist wissenschaftlich bewiesen, ich bin unter der Nachweisgrenze &#8211; deswegen kann ich guten Gewissens auf ein Kondom verzichten. &#8211; Aber eins möchte ich noch anmerken: Ich beziehe mich hier nur auf den Schutz vor HIV. In Bezug auf Geschlechtskrankheiten bedarf es weiterhin der persönlichen Risikobewertung und des individuellen Schutzes. Das war auch beim Kondom schon immer so. Denn auch dies ist bei Geschlechtskrankheiten nicht 100%ig sicher &#8211; oder blässt / leckt jeder von den werten Leser*innen mit Kondom*Femidom? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Lasst uns miteinander reden und das Wissen verdoppeln: Wenn HIV nicht mehr nachweisbar ist, ist es auch nicht übertragbar!</p>
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