Vorstand & Beirat


Der Vorstand

Christoph Schaal-Breite

1977 im Rand-Ruhrgebiet geboren lebe ich seit 2000 in Berlin. Von der Profession bin ich Diplom-Pädagoge, vom Gefühl noch Kind. Ich interessiere mich für Essen, Filme / Kino, Serien, Musicals, die Werwölfe von Düsterwald und vieles mehr. Ich verbringe gerne Zeit mit Freunden und liebe meinen Mann. (Seit 2018 verheiratet, vorher seit 2015 verpartnert.)


Seit einigen Jahren engagiere ich mich im Bereich HIV und Aids. Angefangen habe ich mit Workshops auf den Bundesweiten Positiventreffen in der Akademie Waldschlösschen und der Positiven Begegnung. Für den DÖAK 2017 (Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongress) habe ich im Community-Board gesessen (und sitze auch im aktuellen Community-Board des DÖAK 2021 in München). Im gleichen Jahr haben Freunden, Mitstreiter*innen und ich den Verein pro plus berlin e.V. gegründet. Wir setzen uns gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV ein. Wir wollen die Bilder von Menschen und dem Leben mit HIV der aktuellen Realität anpassen und somit Ängste, Schubladen und Vorurteile abbauen. Seit August 2018 bin ich auch in der Community-Vertretung der DAH (Deutschen Aidshilfe e.V.), den PositHIVen Gesichtern vertreten und seit November 2018 Buddy im Buddy-Projekt der DAH. In diesem Jahr darf ich dazu noch Rollenmodel bei der diesjährigen Neuauflage der #wissenverdoppeln-Kampagne.


Mich selbst definiere ich als schwulen Mann, denke aber nicht in strengen Klischee-Kategorien. Ich entdecke mich immer wieder neu und versuche einfach Ich zu sein – getreu nach Glora Gaynor: „I am what I am”! Ich bin gläubiger und praktizierender Christ und singe im Gottesdienst nicht nur im Gemeindechor, sondern spiele auch die Orgel.


2004 habe ich mein positives Testergebnis bekommen. Das Ergebnis selbst hat mich nicht überrascht – ich wusste ja, wie ich gelebt habe. Und ich habe wahrlich mein Leben gelebt. Somit habe ich es ganz gefasst aufgenommen. Meine Familie und engen Freunde, nachdem ich ihnen nach der Blutabgabe schon gesagt habe, dass sie sich auf das „Schlimmste” einstellen sollen, habe ich dann sofort informiert. Natürlich habe ich mich insbesondere bei meiner Mutter auf das Telefonat vorbereitet. Ich habe mir ganz genau überlegt, was ich ihr erzählen will – ich kann ganz normal weiterleben, es gibt Medikamente, ich kann mein Studium beenden und werde irgendwann alt sterben. Aber dann, als wir telefonierten, da brachen dann doch meine Emotionen aus mir raus. Denn auch wenn ich mich auf das Testergebnis eingestellt und ja damit gerechnet habe, es zu wissen ging dann doch nicht an mir vorbei. Aber dann, was hörte ich von meiner Mutter? Genau die Dinge, die ich ihr eigentlich sagen wollte… Von Anfang an hatte ich die Unterstützung meiner Familie. Und gerade in Zeiten, in denen es mir dann doch nicht gut ging, hat mir dies sehr geholfen.


Denn nicht immer ging alles gut, nicht immer war alles „positiv”. Auch ich musste Erfahrungen machen, die nicht so schön waren. Aber trotz allem – ich lebe und all diese Erfahrungen haben mich zu dem gemacht was ich heute bin: ein stolzer HIVpositiver Mann!

Christoph Schreiber

Christoph Schreiber

folgt…

Marcel Kröncke

Geboren 1990 an der Nordseeküste, bin ich seit 2017 in der HIV Community aktiv, nachdem ich zwei Jahre zuvor mein positives Testergebnis bekommen habe und mich die ersten zwei Jahre mit mir selbst und meinem Ergebnis auseinandergesetzt habe.


Nach meinem Abitur im Jahr 2009 bin ich erst einmal in der Welt rumgekommen und habe in Hamburg meinen Zivildienst absolviert, sowie zusätzlich von 2011-12 einen internationalen Freiwilligendienst in New York gemacht. Anschließend hat es mich 2012 nach Berlin gezogen, wo ich mein Studium der Sozialwissenschaften begann, sowie anfing bei meiner ehemaligen Entsendeorganisation für meinen Freiwilligendienst, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V., zu arbeiten und mich ehrenamtlich zu Engagieren.


2015 bekam ich dann mein positives Testergebnis, welches für mich selbst keine große Überraschung war, jedoch nichts desto trotz, erst einmal eine Zeit der Reflektion nach sich zog. Glücklicherweise waren und sind sowohl meine Freund*innen, als auch meine Familie und Partnerin sehr unterstützend seit jeher, wenn ich ihnen von dem Testergebnis erzählte.


Damit gehöre ich heute zu der Generation von HIV-positiven, welche keine direkten HIV Stigma erleben musste, aber nichts desto trotz, kann ich doch immer wieder feststellen, wie die Bilder der 80er Jahre zum Thema HIV immer noch in den Köpfen der Gesellschaft eingebrannt sind. Seit meinem Testergebnis bin ich heute einen weiten Weg gekommen über meine chronische Erkrankung zu reden und dies auch sehr offen und ehrlich. Dabei erlebe ich immer wieder, wie Menschen darüber überrascht sind, dass ich so offen darüber rede, eben wegen der nach wie vor alten Bilder in unserer Gesellschaft.


Diese möchte ich aufbrechen!


Deswegen bin ich seit 2017 mehr und mehr in der HIV Community aktiv. Angefangen mit der jungen Positivengruppe in Berlin, über mein erstes Seminar im Waldschlösschen, hin zu meiner ersten PoBe in Stuttgart im August 2018, nach welcher ich mich auch öffentlich in meinen sozialen Netzwerken als HIV-positiv geoutet habe, um alter Bilder aufzubrechen und zu verändern. Mein Engagement im Vorstand von pro plus berlin e.V. ist nun der nächste logische Schritt.

Der Beirat

Christoph Breite

Christian Dohm