#wissenverdoppeln – mit zwei bekannten Gesichtern von pro plus berlin

Was ist denn das? Eine Kampage der Deutschen Aidshilfe und unter anderem zwei Gesichter aus unserem Verein grinsen uns von den Plakaten an. Wenn das mal nichts ist… 🙂
Und da wir ja nicht immer das Rad neu erfinden müssen, greifen wir heute auf die Pressemitteilung der DAH zurück.

Pressemitteilung der Deutschen Aidshilfe:
Kampagnenstart zum Welt-Aids-Tag: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar

Deutsche Aidshilfe startet zweite Staffel der Kampagne #wissenverdoppelnNeue Geschichten illustrieren die erleichternde Botschaft. Ziel: weniger Diskriminierung. 

Manchmal dauert es, bis die Öffentlichkeit von Sensationen Notiz nimmt. So zum Beispiel bei den medizinischen Möglichkeiten, die heute bei HIV bestehen.

Menschen mit HIV können längst leben wie alle anderen. Die Medikamente erhalten die Gesundheit. Und mehr noch: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Diese wissenschaftliche Tatsache kennen aber nur 10 Prozent der Bevölkerung, ergab eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 2017.

Die Kampagne #wissenverdoppeln soll dafür sorgen, dass alle Menschen Bescheid wissen. Rechtzeitig zum Welt-Aids-Tag am 1.12. startet heute die zweite Staffel der Kampagne.

„Dieses Wissen erleichtert Menschen mit und ohne HIV“, sagt Winfried Holz vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe. „Es nimmt unnötige Ängste vor einer HIV-Übertragung und wirkt damit auch Zurückweisung und Tabubildung entgegen. Unsere Botschaft zum Welt-Aids-Tag lautet: Entspannt euch! Einem selbstverständlichen Zuammenlebensteht nichts im Wege.“

Die HIV-Therapie verhindert die Vermehrung des Virus im Körper und verhindert eine Übertragung zuverlässig, wenn im Blut dauerhaft keine HI-Viren mehr nachweisbar sind. HIV ist dann auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragbar.Im Alltag ist eine Übertragung ohnehin nicht möglich.

Neue Geschichten

Die mit Bundesmitteln geförderte Kampagne #wissenverdoppeln ist letztes Jahr sehr erfolgreich gestartet: Mehr als eine Million Menschen sahen zum Beispiel die Videos im Social Web. 

Vier neue Kampagnengesichter illustrieren in diesem Jahr die Botschaft. Ihre Geschichten sind sehr persönlich und nehmen die Öffentlichkeit mit auf die ganz persönliche Reise zu mehr Wissen und Entspannung.

Rebecca (35) berichtet als Partnerin eines HIV-positiven Mannes. Sie erzählt, wie sie Schritt für Schritt alte Vorstellungen vom Leben mit HIV überwunden hat. Sie sagt: „HIV verursacht immer noch so viel Angst und Einsamkeit. Das würde verschwinden, wenn es mehr Wissen gäbe und alle wüssten, dass man damit umgehen kann.“

Marcel (29) erzählt über die Beziehung mit seiner Freundin: „Dank meiner Medikamente müssen wir uns wegen einer HIV-Übertragung keine Sorgen machen. Das ist eine riesige Erleichterung für uns.“

Christoph (42), ein HIV-positiver schwuler Mann aus Berlin: „Dank meiner Therapie kann ich Sex ohne Kondom haben – ohne schlechtes Gewissen und ohne Angst.“ 

Der Pfarrer Feret Pokos spricht in seiner freikirchlichen Gemeinde in Braunschweig auch über Sexualität und HIV. Seine Erfahrung: „Diese erleichternde Botschaft kann in afrikanischen Gemeinden eine große Wirkung entfalten, nicht nur für die Menschen, die selbst mit HIV leben“.

Wissenschaftliche Tatsache

Dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist, beweisen mittlerweile mehrere große Studien. Beobachtet wurden Tausende gemischt HIV-positiv-negative Paare, die über 100.000 Male auf Kondome verzichteten, ohne dass es zu einer Übertragung kam. So trägt „Schutz durch Therapie“ heute zu einer erfüllten Sexualität ohne Ängste bei.

Im Alltag kann die Information irrationale Ängste beseitigen. Zwar hat noch nie die Gefahr bestanden, sich bei der Zusammenarbeit, über eine gemeinsam benutzte Toilette oder das berühmte geteilte Trinkglas zu infizieren. Ängste davor gibt es aber trotzdem noch immer, wie auch die BZgA-Umfrage zeigt. Wenn nun selbst beim Sex keine Übertragung mehr möglich ist, dann ist die Vorstellung eines Risikos im Alltag wirklich nur noch abwegig.

Die Effekte dieses Wissens reichen weit über das persönliche Wohlbefinden hinaus: Wenn Angst abnimmt, fällt auch das Reden über HIV leichter. Das Wissen, dass eine frühzeitige Therapie ermöglicht zu leben wie alle anderen Menschen, kann zum Test motivieren. Das ist wichtig, weil viele Menschen aus Angst vor Krankheit und Diskriminierung vor dem HIV-Test zurückschrecken. Ein frühzeitiger Test ebnet aber eben den Weg zur wirkungsvollen Therapie. 

„Wissen ist gesund“, hält DAH-Vorstand Winfried Holz fest. „Wir wollen das Wissen verdoppeln, bis alle Bescheid wissen. Dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist, sollte heute zur Allgemeinbildung gehören.“ 

Mitmachkampagne

Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen. In diesem Sinne lädt die Kampagne zum Mitmachen und Weitersagen ein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die entlastende Botschaft zu verbreiten: Auf der Webseite können Menschen ihre eigenen Geschichten zum Thema einreichen oder mitteilen, wie sie die Botschaft weitergesagt haben – und was dann passierte. Notizblöcke, Aufkleber und ein teilbarer Flyer animieren ebenfalls zum Verbreiten der Botschaft. 

Außerdem tragen Anzeigenmotive in Zeitungen und Zeitschriften sowie das Fahrgastfernsehen im öffentlichen Nahverkehr von Berlin, Dresden, Leipzig und München das Wissen in die Welt.

Website https://wissen-verdoppeln.hiv/

Videos der Kampagne: http://bit.ly/Videos_wissenverdoppeln 
(Downloadmöglichkeit auf Anfrage)

Pressefotos und Anzeigenmotive : http://bit.ly/Pressefotos_wissenverdoppeln

BZgA-Umfrage zu mangelndem Wissen und Berührungsängsten: https://www.aidshilfe.de/meldung/bzga-umfrage-90-wissen-um-schutzwirkung-hiv-therapie

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